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14.07.2014
American Express muss sich wegen hohen Gebühren verantworten

Bildquelle: © Dana Rothstein | Dreamstime Stock Photos

American Express soll wettbewerbswidrig handeln. Das zumindest geht es aus einer Stellungnahme des US-amerikanischen Justizministeriums in der Onlineausgabe des Time Magazin hervor. Dieses wirft dem Unternehmen vor, dass es durch exorbitante Gebühren für höhere Preise sorge. Nun muss sich American Express vor Gericht verantworten.

In Europa ist der Marktanteil von American Express relativ gering. Die Menschen östlich des Atlantiks setzen hauptsächlich auf VISA- und MasterCard-Kreditkarten. Das liegt mitunter auch daran, dass die Karten für Kunden meist deutlich günstiger sind. Während bei American Express bereits das Einstiegsmodell eine hohe Gebühr kostet, sind Kreditkarten von VISA und MasterCard oftmals sogar komplett kostenlos. Allerdings nimmt American Express nicht nur von den Kunden hohe Gebühren, auch die Händler müssen für jede Zahlung tief in die Taschen greifen, denn das Unternehmen erhebt deutlich höhere Gebühren als seine Wettbewerber.

Wichtiger Spieler am amerikanischen Markt

Bei europäischen Händlern sind die American Express-Karten zwar unbeliebt, sie können sich aber einfach entscheiden, diese nicht anzunehmen. Auf Grund der geringen Marktmacht ist das kein größeres Problem. Anders allerdings in den Vereinigten Staaten von Amerika, denn dort hat American Express einen Marktanteil von 26 Prozent. Zwar stehen den 53,6 Millionen American Express-Karten 178 Millionen Karten von MasterCard und 254 Kreditkarten von VISA entgegen, doch durch die meist zahlungskräftigere Kundschaft ist die Marktposition von American Express in den USA sehr stark.

Hohe Gebühren bei Zahlungen

Trotz der guten Position muss sich American Express nun mit einer Klage herumschlagen, denn das US-Justizministerium sieht in den Handlungen des Unternehmens wettbewerbswidriges Verhalten. Die Anklageschrift beruft sich darauf, dass American Express deutlich höhere Gebühren für sich beanspruche als die anderen Anbieter. Dadurch würden nicht nur die Händler, sondern im Endeffekt auch die Kunden Schaden nehmen. Wie das Time Magazin berichtet, schlagen die meisten Händler die hohen Gebühren auf den Preis für ein Produkt auf. Dadurch wären die Waren in einigen Fällen um drei Prozent teurer als ohne die exorbitant hohen Gebühren.

Zu unbedeutend für den Markt?

American Express weist diese Kritik allerdings zurück und erklärt, dass das Unternehmen eine deutlich zu geringe Marktmacht hätte, um den Markt ernsthaft zu beeinflussen. Dabei argumentiert das Unternehmen mit der Anzahl der Kreditkarten am Markt. So sind nur etwa zehn Prozent aller ausgestellten Kreditkarten von American Express, dadurch liegt die Firma deutlich hinter MasterCard und VISA. Die Höhe der Zahlungen lässt der drittwichtigste Spieler am amerikanischen Markt allerdings im Dunkeln, denn wie oben aufgezeigt, liegt American Express bei dieser Kennzahl nur knapp hinter seinen Mitbewerbern.

Besserer Service für mehr Gebühren

Die hohen Gebühren verteidigt American Express damit, dass das Unternehmen den Händlern einen deutlich besseren Service bieten würde als die Konkurrenz. Es geht dabei um besondere Sicherheitsmaßnahmen und Kontakthotlines. Auch Computer- und Analyseprogramme von American Express haben sich am Markt etabliert. Ob sich American Express allerdings auch vor Gericht durchsetzen kann, ist im Moment noch vollkommen offen. Der Zwang, ebenfalls auf niedrigere Gebühren setzen zu müssen, könnte dem Geschäftsmodell von American Express, das gerne als Premiumanbieter auftritt, nachhaltig gefährden. Fraglich wären auch die Auswirkungen für den noch deutlich kleineren Anbieter Diners Club, der ebenfalls deutlich höhere Gebühren erhebt als VISA und MasterCard.


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