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19.05.2015
Barzahlen.de geht technisch einen Schritt rückwärts

Bildquelle: © Radu Razvan Gheorghe | Dreamstime Stock Photos

Während kostenlose Kreditkarten überall auf der Welt boomen, gibt es in Deutschland auch Gegenströmungen. Zwar verzeichnen Kreditkarten hierzulande ein konstantes Wachstum, das heißt aber keineswegs, dass es deswegen nur bergauf gehen muss. Das Start-Up Barzahlen.de etwa will es möglich machen, Online-Einkäufe in bar zu bezahlen – ein Schritt zurück.

Es ist erstaunlich: Mit einer Vielzahl von kostenlosen Kreditkarten kann man einfach und unkompliziert im Internet einkaufen. Die Sicherheit entspricht dabei höchsten Standards. Dennoch scheint nicht jeder auf die einfache und schnelle Bezahlung im Internet bauen zu wollen, denn auch heute bezahlen viele Deutsche im Internet noch per Nachnahme oder per Vorkasse. Von Relevanz sind daneben auch noch die anderen modernen Bezahlformen PayPal und Dienste wie Sofortüberweisung. Ein neuer Wettbewerber will kostenlose Kreditkarten und ähnliche Zahlmethoden nun aber verdrängen – und zwar mit einem altmodischen Ansatz. Es wirkt wie aus der Zeit, doch dennoch sehen Experten Potenzial für Barzahlen.de. Das Start-Up ermöglicht es, dass Internetkäufer im Einzelhandel bezahlen können – ganz ohne Kreditkarten oder ein onlinefähiges Girokonto.

Barzahlen.de geht einen Schritt rückwärts

Es klingt ein wenig kurios, was Barzahlen.de als Geschäftsmodell auserkoren hat. In Zeiten der modernen Datenübertragung und des wachsenden Internethandels baut Barzahlen.de darauf, dass die Deutschen weiterhin in ihrer altmodischen Haltung verbleiben. Konkret funktioniert das System von Barzahlen.de wie folgt: Wenn ein Kunde in einem Partnershop im Internet einkauft und zum Bezahlen weitergeleitet wird, so kann er Barzahlen.de als Bezahlmethode auswählen. Im Prozess erhält er dann einen Strichcode, den er entweder ausdrucken oder sich per E-Mail auf das Smartphone zusenden lassen kann. Mit diesem Code kann man dann in einen lokalen Partnershop von Barzahlen.de, beispielsweise Filialen der Drogeriemarktkette dm, dem Supermarkt Penny oder des Telekommunikationskonzerns Telekom in bar bezahlen.

Verzögerungen bei der Lieferung

Das System mag einfach klingen, doch es hat auch einen Haken. Wer anstatt mit einer kostenlosen Kreditkarte auf Barzahlen.de setzt, der hat einen deutlich größeren Aufwand. Ehe der Bezahlvorgang abgeschlossen ist, muss man erst einmal den teils langen Weg zu einer Partnerfiliale von Barzahlen.de aufsuchen. Besonders wenn man in weniger urbanen Gebieten lebt, kann das schon einmal eine längere Autofahrt bedeuten. Doch auch in der Großstadt ist eine Filiale nicht gerade um die Ecke. Daneben ist das System deshalb problematisch, da Händler – ähnlich wie bei der Zahlung per Vorkasse – darauf warten, bis das Geld eingegangen ist. Bevor man offline bezahlt hat, wird die Versendung der Ware also nicht eingeleitet. Das kann im Vergleich zur Zahlung mit einer gebührenfreien Kreditkarte zu ernstzunehmenden Verzögerungen bei der Lieferung führen.

Kostenfreie Kreditkarten sind praktischer

Dass es ein solches System in anderen Ländern noch nicht gibt, hat mehrere Gründe. Zum einen spielen kostenlose Kreditkarten, beispielsweise in den USA, seit jeher eine größere Rolle beim Bezahlen. Zudem ist das Vertrauen in Kreditkarten in vielen anderen Ländern, etwa in Schweden, deutlich größer als hierzulande. Die Ressentiments sind allerdings schwer nachzuvollziehen, denn Zahlungen mit einer kostenpflichtigen oder gebührenfreien Kreditkarte sind grundlegend eher sicherer als Zahlungen in bar. Dazu kommt, dass man sich das Geld in Betrugsfällen von der Kreditkartenbank zurückholen kann. Viel einfacher und entspannter kann man gar nicht einkaufen – besonders dann nicht, wenn man selbst im Internet mit Kreditkarte bezahlt.


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