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21.09.2014
Beschränkung der Kreditkartengebühren kommt nicht voran

Bildquelle: © Jyothi | Dreamstime Stock Photos

Bislang gibt es aus Brüssel keine Fortschritte zu vermelden: Die Interbankenentgelte, also die Gebühren, die Händler bezahlen, wenn mit Kreditkarten in ihrem Geschäft eingekauft wird, sind weiterhin nicht reguliert. Zwar berät die EU-Kommission bereits seit Monaten über eine Obergrenze von 0,3 Prozent der Einkaufssumme, passiert ist bislang aber wenig.

Bis zu fünf Prozent der Einkaufssumme wurden von manchen Kreditkartenfirmen für die Benutzung ihrer Karten eingefordert. Horrorgebühren wie diese gehören zwar der Vergangenheit an, reguliert ist der Kreditkartenmarkt dennoch nicht. Wer also eine kostenlose Kreditkarte hat, der zahlt indirekt auch weiterhin satte Gebühren. Die Logik dahinter ist relativ einfach: Ein Einzelhändler überweist beispielsweise ein Prozent der gezahlten Summe an die ausgebende Kreditkartenbank. Diese wiederum gibt einen Teil an das Kreditkartenunternehmen weiter, das sind die sogenannten Interbankenentgelte. Doch warum schadet das dem Kunden? Direkt gar nicht, indirekt, so sind sich Experten sicher, schlagen die Händler die Entgelte auf die Preise auf. Im Endeffekt bezahlt also der Kunde, der eigentlich eine kostenlose Kreditkarte hat, die Gebühren für die Transaktion.

Alle Kunden leiden unter Kreditkarten

Das große Problem, dass die EU-Kommission im Moment untersucht sind nicht einmal die Gebühren, die Inhaber von Visa- oder MasterCard-Kreditkarten indirekt bezahlen müssen, sondern die Situation aller Verbraucher. Denn, auch das haben Studien bestätigt, bezahlen nicht nur diejenigen, die mit Kreditkarten bezahlen, die Gebühren indirekt, sondern eigentlich alle Kunden. Auch das ist leicht zu erklären. Der Händler macht für seine Produkte einen einheitlichen Preis, diesen müssen alle Kunden bezahlen – ob sie mit Kreditkarte oder bar bezahlen, spielt dabei keine Rolle. Allerdings gibt es mittlerweile auch Ausnahmen. Viele Reiseanbieter und insbesondere auch Fluggesellschaften geben die Gebühren direkt weiter. Eine Zahlung mit einer kostenlosen Kreditkarte kann also schnell zum teuren Erlebnis werden.

EU-Kommission will eine Höchstgrenze von 0,3 Prozent

Um sowohl „normale Verbraucher“ als auch Kreditkarteninhaber zu schützen, will die EU-Kommission eine Höchstgrenze von 0,3 Prozent für die sogenannten Interbankenentgelte einführen. Bislang scheitern die Politiker an Brüssel allerdings noch am starken Widerstand der Kreditkartenlobby. Diese versucht eine Deckelung zu verhindern. Allerdings geht der Weg in die richtige Richtung, denn der Kreditkartenriese MasterCard wurde erst vor Kurzem für sittenwidrige Gebühren verurteilt und musste rückwirkend eine Strafe bezahlen. Mittelfristig wird so etwas wohl kaum mehr möglich sein, denn bei Maximalgebühren von 0,3 Prozent wird es für Kreditkartenfirmen schwierig, Händler und Kunden abzuzocken. Davon würden nicht nur die Händler, sondern insbesondere auch alle Kunden profitieren.

Sinken die Preise durch eine Begrenzung der Gebühren?

Allerdings bleibt weiterhin fraglich, ob sich der Vorstoß aus Brüssel auch für die Endkunden rechnen wird. Viele Experten erwarten, dass Händler die Preise schlichtweg nicht senken werden, um dadurch die Marge für sich selbst zu erhöhen. Auch das lässt sich gut in der Flug- und Touristikbranche bemerken. Keine Gesellschaft plant hier eine Senkung der Kreditkartengebühren, die etwa bei der Lufthansa für einen Inlandsflug fünf Euro betragen. Für einen Flug innerhalb Europas fallen sogar acht Euro an. Im schlechtesten Fall bezahlt der Kunde in diesem Beispiel für einen Europaflug, den er für 100 Euro bucht, eine Kreditkartengebühr von acht Prozent. Den Gewinn, welchen die Lufthansa dadurch generiert, wird sie wohl kaum an ihre Kunden zurückgeben. Genauso könnte es auch bei anderen Unternehmen laufen, das zumindest befürchten Verbraucherschützer.


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