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20.11.2015
Die unglaubliche Welt der gestohlenen Kreditkartendaten

Bildquelle: © Radu Razvan Gheorghe | Dreamstime Stock Photos

Kontos und Kreditkarten werden immer sicherer. Egal ob gebührenpflichtige oder kostenlose Kreditkarte – wer eine Plastikkarte im Geldbeutel hat, der lebt gewöhnlich extrem sicher. Diverse Gefahren bestehen aber immer, denn während Sicherheitssysteme immer besser werden, versuchen auch Betrüger Schritt zu halten. Die Schwarzmarktpreise steigen zeitgleich weiter an.

Wer die Daten einer kostenlosen Kreditkarte entwendet, der tut das meistens nicht aus guten Motiven. Vielmehr setzen Betrüger meist darauf, die Daten weiterzuverkaufen. Wie eine Studie von Intel Security und McAfee Labs herausgefunden hat, wird für eine komplette Datenreihe ein Betrag von bis zu 45 US-Dollar bezahlt. Dabei spielt es allerdings keine besondere Rolle, ob es sich um eine gebührenpflichtige oder eine kostenfreie Kreditkarte handelt. Wichtiger dagegen ist, wo die Kreditkarte ausgegeben wurde. Am wertvollsten sind Kreditkartendaten aus der Europäischen Union (45 US-Dollar), Australien und Kanada (je 40 US-Dollar). Weniger wertvoll dagegen sind auf dem Schwarzmarkt gestohlene Kartendaten aus Großbritannien (35 US-Dollar) und den USA (30 US-Dollar).

Abgestufte Relevanz der Datensätze

Doch nicht alle gestohlenen Daten sind gleich. Die oben genannten Preise lassen sich auf dem Schwarzmarkt nur mit vollständigen Infos erzielen. Bei softwaregenerierten Daten gibt es nur zwischen 5 und 30 US-Dollar, mit einer zusätzlichen Bank ID immerhin zwischen 15 und 30 US-Dollar und mit einem zusätzlichen Geburtsdatum zwischen 15 und 35 US-Dollar. Bei diesen relativ kleinen Summen mag man sich fragen, warum sich Betrüger überhaupt für Datendiebstahl entscheiden. Das ist besonders deshalb fraglich, weil auch die Sicherheitssysteme der Kreditkartenbanken immer besser werden und jegliche Form des Betrugs dadurch erschwert wird. Doch Betrüger setzen auf Skalierungseffekte. Sie spähen meist nicht eine Person aus, sondern versuchen durch die Manipulation von Geldautomaten oder der Anbringung von verstecken Kameras gleich hunderte oder tausende Kunden auszuspähen. So entsteht ein lukratives Geschäft.

Kontodaten werden besser bezahlt

Doch eine kostenlose Kreditkarte ist vergleichsweise noch selten im Visier der Betrüger. Für Log-In Daten für Kontos oder PayPal-Accounts bezahlen Betrüger bei voller Funktionalität zwischen 20 und 300 US-Dollar. Hier richtet sich der Preis nach dem vorhandenen Guthaben. Laut McAfee und Intel Security bezahlen Betrüger etwa für ein Konto mit einem Guthaben von 5.000 bis 8.000 US-Dollar eine unglaubliche Summe von 200 bis 300 US-Dollar. Dafür räumen sie meist das gesamte Konto leer und hinterlassen Kunden und Banken einen enormen Schaden. Doch als Verbraucher bekommt man davon nur sehr selten etwas mit, denn die Sicherheitssysteme verhindern fast jeden Übergriff. Passiert dennoch einmal was, wird der Schaden gewöhnlich von der Bank ersetzt.

Risiko für Schaden ist gering

Als Verbraucher muss man sich entsprechend keine großen Sorgen machen, dass man auf einmal einen hohen finanziellen Schaden erleidet. Die Sicherheitssysteme der Banken fangen zumeist jegliche Gefahr ab, weswegen sich hierzulande auch weniger als zehn Prozent der Bevölkerung bereits mit Problemen wie diesen herumschlagen mussten. Selbst wenn aber etwas schief geht, bezahlt man als Bankkunde meistens maximal einen kleinen Schadensbetrag. Die Selbstbeteiligung liegt meist – egal ob bei einem Girokonto oder einer kostenlosen Kreditkarte – bei maximal 100 Euro. Den Rest des Schadens bezahlt im Ernstfall die Bank. Große Sorgen muss man sich entsprechend nicht machen, denn Sicherheit ist besonders in der Europäischen Union erste Priorität – was man auch an den hohen Preisen sieht, die für gestohlene Daten von EU-Kreditkarten steht.


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