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13.07.2014
Direktbanken kämpfen um das kostenlose Geldabheben

Bildquelle: © Jyothi | Dreamstime Stock Photos

Direktbanken unterhalten gewöhnlich keine oder nur wenige Filialen. Die großen Institute und insbesondere die Genossenschaftsbanken sowie Sparkassen müssen derweil die Kosten für ein großes Filialnetz tragen. Ihr Vorteil sind dafür Geldautomaten, die es grundsätzlich im ganzen Land gibt. Auf diese wollen nun auch die Direktbanken Zugriff haben.

Ob ING-DiBa, comdirect oder DKB, allesamt kämpfen die Direktbanken um Kunden, die ihre Konten bislang bei stationären Banken haben. Mit Erfolg, denn während die Sparkassen und Genossenschaftsbanken einen leichten Kundenschwund haben, sichern sich die Direktbanken die Gunst von immer Kunden. Die Masche dabei ist einfach, denn dadurch, dass die Online-Banken keine Filiale haben, sparen sie hohe Kosten. Diese wiederum müssen Sparkassen und Genossenschaftsbanken ihren Kunden anders berechnen. Im Endeffekt kosten Konten bei Direktbanken meistens deutlich weniger als bei der Konkurrenz.

Abheben für vier bis zehn Euro

Natürlich haben die stationären Banken auch viele Vorteile. Seien es Werbeflächen, eine persönliche Beratung oder das Netz an Geldautomaten. Auf Letzteres wollen die Direktbanken aber schon lange zugreifen und versuchen sich deshalb mit Klagen zu helfen. Das funktioniert besser, als viele Experten es zuvor vorausgesagt hatten. Mittlerweile wurden die Gebühren bei den meisten stationären Instituten zumindest gedeckelt. Gewöhnlich fallen mit Girokarten anderer Banken nur noch Gebühren von vier bis fünf Euro für jeden Vorgang an. Es gibt aber auch schwarze Schafe, denn manche Institute, meist Genossenschaftsbanken und Sparkassen, erheben bis zu zehn Euro für das Geldabheben mit einer anderen Karte – unabhängig vom Betrag.

Der Trick mit der VISA-Karte

Um sich dagegen zu wehren, verschenken die Banken mittlerweile eine VISA-Kreditkarte an ihre Kunden. Mit dieser sollte im ganzen Land für den Pauschalpreis von 1,74 Euro Geld abgehoben werden können. Das zumindest hat das Kreditkartenunternehmen mit allen größeren Banken in Deutschland vereinbart. Für die Kunden von Direktbanken entfällt diese Gebühr sogar komplett, denn diese übernehmen die Zahlung für jeden Vorgang. Somit können Kunden der Direktbanken mittlerweile an fast jedem Automaten im Bundesgebiet kostenlos Geld abheben. Zumindest in der Theorie, denn nicht alle Institute halten sich an die festgelegten Regeln. Probleme gibt es hauptsächlich auf dem Land.

Abhebung per VISA-Karte nicht möglich

So gibt es 80 Institute im Bundesgebiet, die sich gegen das Abheben mit einer VISA-Karte wehren. Ihre Automaten ermöglichen keine Auszahlung von Guthaben über eine Kreditkarte anderer Banken. Das ist, so hat ein Gericht vor kurzem entschieden, nicht rechts. Es gibt allerdings zwei Ausnahmen. Bietet eine Bank keine eigenen Kreditkarten an, muss sie auch an Geldautomaten keine Abhebung mit einer solchen erlauben. Zudem gibt es keine Pflicht, dass die Kreditkarten am Automaten funktionieren müssten. Dafür müssen die Banken allerdings eine Auszahlung am Schalter möglich machen. Bislang weigern sich die angesprochenen 80 Institute das zu tun. Die Banken befinden sich hauptsächlich auf dem Land und haben zumindest bis zu einem gewissen Grad eine Monopolstellung. Sie können sich diese Vorgehensweise also erlauben, ohne damit rechnen zu müssen, dass Kunden abwandern. Das sehen die Direktbanken allerdings anders. Die Rechtslage muss jedoch in jedem Fall einzeln geklärt werden. Es dürfte also noch einige Monaten dauern, bis die Kunden der Direktbanken überall gebühren Geld abheben können.


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