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06.11.2014
Dispositionszinsen sinken im Vergleich zu 2008 deutlich

Bildquelle: © Johanna Goodyear | Dreamstime Stock Photos

Gute Nachrichten für Bankkunden: Die Überziehungszinsen sind im Branchendurchschnitt auch weiterhin rückläufig. Durchschnittlich werden heutzutage nur noch 9,85 Prozent erhoben. Auffällig ist allerdings, dass einige Anbieter weiterhin Zinsen jenseits der 15 Prozent verlangen. Positiv fallen dagegen einige Banken auf, die sowohl ein gebührenfreies Girokonto als auch eine kostenlose Kreditkarte anbieten.

Wie die FHM Finanzberatung errechnet hat, lagen die Zinsen im Jahr 2008 durchschnittlich noch bei 12,55 Prozent. Dagegen klingen die Durchschnittswerte von 2014 fast fair. 9,85 Prozent Dispositionszins – so viel erhebt eine deutsche Bank im Durchschnitt, wenn ein Kunde sein Konto überzieht. Das bedeutet einen Rückgang von 22 Prozent in den letzten sechs Jahren. Allerdings sollten die Zahlen nicht überbewertet werden, denn die Habenzinsen bei Tagesgeldkonten fielen im gleichen Zeitraum deutlich stärker. Einzig bei einigen gebührenpflichtigen sowie kostenlosen Kreditkarten gingen die Habenzinsen nur leicht zurück. Sie stellen hierbei eine Ausnahme dar.

Tagesgeldzinsen nur noch bei 0,29 Prozent

Nahezu erschreckend ist der Rückgang bei den durchschnittlichen Tagesgeldzinsen. Lagen diese 2008 noch bei fairen 2,09 Prozent, liegt der Durchschnitt heutzutage nur noch bei 0,29 Prozent. Auch das geht aus den Daten der FHM Finanzberatung hervor. Die Werte entsprechen einem Rückgang von 86 Prozent. Für Anleger noch viel schlimmer: Die Inflationsrate liegt seit 2010 nahezu konstant über den Zinsen, die ein durchschnittliches Tagesgeldkonto verspricht. Im Umkehrschluss bedeutet das, dass Anleger Geld verlieren, wenn sie ihr Geld einfach auf dem Tagesgeldkonto parken. Hoffnung versprechen immerhin einige kostenlose Kreditkarten, bei der DKB gibt es etwa noch 0,9 Prozent auf das Kreditkartenguthaben – deutlich mehr als auf dem durchschnittlichen Tagesgeldkonto.

Rückgang bei Zinsen für geduldete Überziehungen

Immerhin können Kunden, die mit Schulden zu kämpfen haben, auch aufatmen. Sie müssen sich teils keine Sorgen mehr machen, wenn sie ihren Dispositionskredit ausreizen. Viele Banken, etwa die ING-DiBa, haben den sogenannten Strafzins für geduldete Überziehungen abgeschafft. Dieser Zins sorgte bislang dafür, dass Personen, die ihren Dispokredit ausgereizt haben, noch höhere Zinsen bezahlen mussten. Im Durchschnitt liegt der Zins für geduldete Überziehungen zwar auch weiterhin bei saftigen 12,02 Prozent – im Vergleich zu 2008 ist aber immerhin ein Rückgang von 18 Prozent festzustellen. Vorsicht ist aber weiterhin bei den Teilzahlungsoptionen von Kreditkarten geboten. Zwar denken viele Verbraucher, dass es sinnvoll ist, die Kreditkartenabrechnung bei Geldsorgen um einen Monat zu verschieben – das allerdings kann schnell sehr teuer werden.

Weiterhin bis zu 20 Prozent Zinsen für verspätete Zahlungen

Besondere Vorsicht ist bei kostenlosen Kreditkarten geboten. Hier nehmen manche Anbieter teils horrende Zinsen für spezielle Services, etwa die Teilzahlung. Dabei ist es nicht ungewöhnlich, dass Banken bis zu 20 Prozent Zinsen im Jahr erheben. Als Lockmittel gelten da gerne die monatlichen Zinsen von nur „zwei Prozent“, die sich auf das Jahr verteilt aber auf einen ernstzunehmenden zweistelligen Zinssatz summieren. Allerdings sollten Kunden deswegen noch nicht automatisch Abstand von kostenlosen Visa- und MasterCard-Kreditkarten nehmen, denn einige Anbieter überzeugen auch durch faire Zinssätze. So gibt es in der Branche einige Banken, die für die Teilzahlung deutlich weniger als zehn Prozent Zinsen pro Jahr erheben. Mit einer solchen Kreditkarte kann sich das Herausschieben der Zahlung teilweise sogar lohnen. Vergleichen ist allemal sinnvoll.


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