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14.09.2014
Durchschnittlicher Dispozins liegt erstmals unter zehn Prozent

Bildquelle: Anatoliy Babiychuk | Dreamstime Stock Photos

Es gibt viel Bewegung auf dem Markt der Girokonten. Viele Banken bewerben ihre Angebote derzeit gemeinsam mit einer kostenlosen Kreditkarte. Auf einen anderen Punkt schauen Kunden aber eher zu selten, meinen zumindest Experten: Die Dispozinsen. Sie sind teilweise immer noch deutlich zu hoch, wenngleich die Zinssätze deutlich rückläufig sind.

Immerhin bewegt sich etwas auf dem Markt für Girokonten. Nach wochenlanger Kritik von Politik und Verbraucherschützern haben die ersten Banken begonnen, die Dispozinsen für ihre Girokonten teils deutlich zu senken. In den Jahren zuvor hatten die Banken hauptsächlich versucht, durch die kostenlose Ausgabe von Kreditkarten, etwa von Visa oder MasterCard, an neue Kunden zu gelangen. Nun scheinen die Banken eingesehen zu haben, dass auch niedrigere Dispozinsen für Neukunden ein Argument sein können, eine Geschäftsbeziehung aufzubauen. Neuesten Berechnungen zu Folge liegt der durchschnittliche Dispozins bei nur noch 9,99 Prozent.

Kreditkarte ist eine Gefahr für Überziehungen

Zuletzt hatte sich immer deutlicher gezeigt, dass die kostenlos ausgegebenen Kreditkarten für viele Kontoinhaber zu einer wahren Gefahr für Überziehungen wurden. Anstatt besser zu wirtschaften haben viele Bankkunden nicht direkt ihr Konto überzogen, sondern viele Zahlungen über die Kreditkarte abgewickelt. Als dann die Abrechnung kam, mussten viele Kontoinhaber ihr Girokonto überziehen, um die Abrechnung überhaupt begleichen zu können. Die Banken haben schlussendlich also sogar davon profitiert, dass sie ihren Kunden eine Kreditkarte von Visa oder MasterCard ausgegeben haben. Die Kunden wiederum mussten schlussendlich sogar noch mehr Überziehungszinsen bezahlen als ohne Kreditkarte.

Dispo- und Überziehungszinsen sind rückläufig

Immerhin, so haben Verbraucherschützer herausgefunden, sind die Zinsen mittlerweile stark rückläufig. Sowohl die Dispozinsen als auch die Zinsen für geduldete Überziehungen sind in den letzten Jahren deutlich gesunken. Allein im Vergleich zum Vorjahr ging es 2014 noch einmal deutlich nach unten. Durchschnittlich liegen die Dispozinsen heute nur noch bei 9,99 Prozent (2013 waren es noch 10,44 Prozent gewesen). Die Zinsen für geduldete Überziehungen fielen von durchschnittlich 14,89 Prozent auf nunmehr noch 13,13 Prozent. Manchen Banken haben den Strafzins für die Ausreizung des Dispokredits sogar komplett gestrichen.

Banken erheben teilweise deutlich zu hohe Zinsen

Verbraucherschützer kritisieren die Banken dennoch weiterhin. Während manche Institute die Zinsen immer weiter senken, verharren manche Banken auf hohem Niveau. So haben Experten herausgefunden, dass die Zinsen für den Dispokredit zwischen 4,9 und 14,9 Prozent liegen. Manche Banken, insbesondere die Direktbanken, hätten die Zinsen in den letzten Monaten immer weiter gesenkt. Ganz anders stationäre Institute, insbesondere auf dem Land. Sie haben nach Meinung der Experten zu wenige Gewinne aus Zinsen, die aus der Senkung der Leitzinsen resultieren, an die Kunden weitergegeben. Bei Sparkassen und Raiffeisenbanken auf dem Land liegen die Überziehungszinsen teilweise immer noch bei deutlich mehr als zehn Prozent.

Hilfe bei dauerhaften Überziehungen

Positiv merken die Verbraucherschützer derweil an, dass viele Banken sich mittlerweile mit den Problemen ihrer Kunden beschäftigen. Wer etwa öfter sein Konto überzieht oder mit seiner Kreditkarte immerzu zu viel Geld ausgibt, der wird bei vielen Instituten nun besonders beraten. Hinweise auf günstigere Kredite oder eine Umschuldung gibt es bei manchen Instituten mittlerweile sogar per Brief oder als Vermerk auf dem Kontoauszug. Es tut sich scheinbar einiges auf dem Markt, es gibt allerdings weiterhin viel Verbesserungspotenzial.


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