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31.07.2014
Eine Schale im Wert von 422 Millionen Bonuspunkten

Bildquelle: © Clarita | Dreamstime Stock Photos

Bonusprogramme von Kreditkarten gelten seit jeher als Reiz, der Kunden dazu bringt, öfter mit der Plastikkarte zu bezahlen. In China hat das nun ein Geschäftsmann auf die Spitze getrieben. Bei einer Auktion bezahlte er die Summe von 36 Millionen US-Dollar mit seiner Kreditkarte – und erhielt dafür Bonuspunkte im Wert von 180.000 US-Dollar.

Das hätte wohl mit keiner anderen Kreditkarte geklappt: Liu Yiqian aus China hat in Hongkong ein Stück Porzellan ersteigert und musste dafür 36 Millionen US-Dollar zahlen. Vonstattenging die Transaktion über seine American Express-Kreditkarte. Um die ganze Höhe zu begleichen, musste Liu allerdings 24 Quittungen bei dem Kreditkartenanbieter unterschreiben. Zwar ist Amex für seine hohen Limits bekannt, bei 1,5 Millionen US-Dollar pro Transaktion ist allerdings Schluss. Deshalb musste für jede weitere Transaktion eine gesonderte Bestätigung ausgestellt werden. Ein langer Prozess.

Punktesammeln als reiner Zufall

Dass Liu durch die Zahlung vom Bonusprogramm von American Express profitieren würde, war ihm zu diesem Zeitpunkt noch nicht bekannt. Die Karte gehörte einst seinem Vater, der sie einzig auf Grund von Währungsbeschränkungen besaß. Von einem Bonusprogramm war zu den chinesischen Geschäftsleuten nie etwas durchgedrungen. Das allerdings war nicht der einzige Zufall, denn Liu bezahlte auch nur deshalb mit Kreditkarte, weil er als Privatmann niemals hätte 38 Millionen US-Dollar aus China nach Hongkong hätte ausführen dürfen. Maximal darf eine Summe von 50.000 US-Dollar pro Jahr nach Hongkong ausgeführt werden, heißt es in den Richtlinien der chinesischen Regierung.

Von der Notlösung zu 422 Millionen Bonuspunkten

Die Bezahlung der 36 Millionen US-Dollar mit seiner Kreditkarte war nichts als eine Notlösung, dennoch hat Liu von dieser noch einmal in besonderem Maße profitiert, denn für jeden US-Dollar Umsatz wurden ihm knapp zwölf Bonuspunkte gutgeschrieben. Diese können Kunden von American Express für zahlreiche verschiedene Zwecke einlösen. Die Lösung, die am wenigsten ökonomisch ist, ist ein Umtausch in Einkaufsgutscheine. Würde Liu seine 422 Millionen Bonuspunkte umtauschen, könnte er für 180.000 US-Dollar einkaufen gehen. Selbst bei der eher ungünstigen Umwandlung in Einkaufsgutscheine hätte Liu einen sogenannten „Cashback“ von 0,5 Prozent erreicht.

Einer der wichtigsten Sammler in China

Allerdings kann Liu seine Bonuspunkte vermeintlich noch deutlich besser einsetzen, denn wandelt er sie beispielsweise in Airline-Meilen um, hat er die Möglichkeit an Aber-Millionen von diesen zu kommen. Für einen international tätigen Sammler wie Liu ist das ein Segen, denn der Geschäftsmann fliegt mehrmals im Jahr interkontinental. Mit den gesammelten Punkten kann er sich darauf einstellen, in den nächsten Jahren kein Geld mehr für Tickets zu bezahlen – auch nicht dann, wenn er sich entscheidet nur in der First Class zu fliegen. Zu verdanken hat er dies einer Ming-Schale, die als eines der wichtigsten Porzellan-Stücke der chinesischen Geschichte gilt. Den Kauf im Wert von 36 Millionen US-Dollar – beziehungsweise 422 Millionen Bonuspunkten – soll im Übrigen dem breiten Publik zugänglich gemacht werden. Alle Interessierten können in Shanghai das „Long Museum“, das Privatmuseum von Liu, besuchen. Dort finden sie die Schale aus der Chenghua-Ära, die im 15. Jahrhundert entstanden ist. Ob die „Hühnertasse“, wie das Porzellankunstwerk auch genannt wird, den Wert von 422 Millionen Bonuspunkten hat, muss wohl jeder für sich entscheiden.


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