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24.06.2014
Einzelhändler befürworten EU-Gesetzesinitiative

Die Einzelhändler in Europa sind sich einig: Die Kreditkartengebühren für Zahlungen innerhalb der Europäischen Union sollen gedeckelt werden. Eine EU-Gesetzesinitiative, die im April dieses Jahres gestartet wurde, findet unter den Einzelhändlern rege Zustimmung. Zwei Drittel von ihnen befürworten eine Lösung, die alle Kreditkartensysteme miteinschließt.

Das Marktforschungsunternehmens Ipsos hat innerhalb der letzten Wochen 900 deutsche, polnische, französische, italienische, britische und spanishce Einzelhändler befragt und ist zu dem Ergebnis gekommen, dass 66 Prozent der Einzelhändler eine EU-Initiative zur Deckelung der Kreditkartengebühren befürwortet. Diese soll alle Kreditkartensysteme umfassen und den Anbietern damit keinen Spielraum lassen. Geplant ist eine Deckelung der Internetbankentgelte auf 0,3 Prozent bei Zahlungen mit einer Kreditkarte und auf 0,2 Prozent, wenn eine Debitkarte eingesetzt wird. Der Mindestumsatz, der bei jeder Zahlung an den Kreditkartenanbieter überwiesen werden muss, soll bei sieben Cent liegen. Entsprechend würden die Kreditkartenunternehmen in einigen Fällen nur noch einen Bruchteil des jeweiligen Umsatzes erhalten.

Nur geringe Zustimmung für Ausnahmereglungen

Deutlich geringer fällt die Zustimmung für Ausnahmereglungen aus. Auf Grund der Schwierigkeiten bezüglich der Umsetzung des Gesetzes, hatte das Europäische Parlament zuletzt auch eine Ausnahmeregelung in Erwägung gezogen. Diese würde die amerikanischen Unternehmen American Express und Diners Club ausschließen, betroffen wären entsprechend nur VISA und MasterCard. Grundsätzlich würde die Regel nur Vierparteiensysteme, nicht Dreiparteiensysteme betreffen. Bei VISA- und MasterCard-Karten steht zwischen dem Kunden und der Gesellschaft immer eine Bank oder ein anderes Unternehmen. American Express und Diners Club vergeben ihre Karten direkt an Kunden. Obwohl der Markt in Europa zu knapp 95 Prozent von MasterCard und VISA dominiert wird, sprechen sich nur 18 Prozent der Einzelhändler für eine Ausnahmeregelung für American Express und Diners Club aus.

Hohe Gebühren bei American Express

Die Studie, die von MasterCard in Auftrag gegeben wurde, hat die Einzelhändler außerdem befragt, wie sie die Gebühren der jeweiligen Anbieter einschätzen. Am schlechtesten hat dabei American Express abgeschnitten. Der Premium-Anbieter erhebe sehr Gebühren, meinen 33 Prozent der Einzelhändler. Überraschend sind die Einzelhändler auch mit dem Service von American Express nicht zufrieden. Abschaffen wollen die Anbieter die Möglichkeit der Zahlung mit der American Express-Karte dennoch nicht. Immerhin sind allein in Deutschland 1,5 Millionen Karten des amerikanischen Unternehmens im Umlauf.

Gebühren bei MasterCard und VISA in Ordnung

Wenngleich 66 Prozent der Befragten eine Deckelung der Gebühren bei Internetumsätzen befürworten würden, scheinen sie die Gebühren auch momentan in Ordnung zu finden. So gaben nur neun Prozent der Befragten an, dass sie die erhobenen Gebühren bei MasterCard für zu hoch befänden, bei VISA waren es sogar nur acht Prozent. Mit dem Support der beiden Marktführer zeigen sich die Befragten großenteils zufrieden. Die Angaben der Ipsos-Umfrage sollten allerdings mit Vorsicht genossen werden. Dadurch, dass der Auftraggeber mit MasterCard eines der genannten Unternehmen ist, bleibt fraglich, inwiefern die Fragen das eigene Unternehmen in ein besseres Licht rücken sollten. Schlussendlich bleibt allerdings festzuhalten, dass die Einzelunternehmen auf geringere Gebühren durch das EU-Gesetz hoffen. Wann dieses kommt und ob das Parlament schlussendlich auch zustimmen wird, ist derzeit noch komplett offen. 


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