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23.02.2015
Erste private Großbank schafft Überziehungszinsen ab

Bildquelle: © Jyothi | Dreamstime Stock Photos

Als erste der drei größten Banken in Deutschland geht die HypoVereinsbank (HVB) neue Wege. Sie will bis Ende des Jahres die Zinsen für Überziehungskredite, also Überziehungen über den vereinbarten Dispositionskredit hinaus, abschaffen. Damit folgt sie dem Beispiel vieler Direktbanken und zahlreicher Sparkassen, welche diesen Schritt bereits vollzogen haben. Kunden können davon nur profitieren.

Es gibt nur wenige Finanzprodukte, von denen Kunden so sehr profitieren können wie von einer kostenlosen Kreditkarte. Mittlerweile gehört bei vielen Banken auch das Girokonto zu den Produkten, über die sich ein Kunde meist freuen kann. Bei den Direktbanken gilt das besonders, denn sie bieten neben einer kostenlosen Kontoführung zumeist auch faire Gebühren für Überziehungen. Bei den meisten Direktbanken ist der Dispositionskredit dabei die einzige existierende Negativverzinsung. Einen Überziehungszins gibt es schon länger nicht mehr. Zuletzt haben das auch zahlreiche Sparkassen in Deutschland adaptiert. Nun folgt mit der HypoVereinsbank (HVB) auch die erste der drei großen Privatbanken in Deutschland. Die Deutsche Bank und die Commerzbank wollen allerdings nicht nachziehen, wie das Handelsblatt in Erfahrung gebracht hat.

Überziehungszinsen teilweise deutlich zu hoch

Für viele Kunden waren die Überziehungszinsen besonders ärgerlich, mussten sie bei finanziellen Engpässen gleich doppelt draufzahlen. In extremen Fällen fielen über den Dispositionszins von oft mehr als zehn Prozent auch noch Zusatzzinsen von mehr als fünf Prozent an. In Extremfällen mussten so insgesamt über 20 Prozent Negativzinsen bezahlt werden. Diese Höhe grenzt schon an Sittenwidrigkeit. Erkannt hatten das zuletzt auch immer mehr Banken, weswegen die Direktbanken begannen, den Sonderzins komplett zu streichen. Auch die Dispositionszinsen waren in den letzten Jahren rückläufig. Viele Institute, darunter erneut viele Direktbanken, haben die Überziehungszinsen mittlerweile auf deutlich weniger als zehn Prozent gesenkt.

Kreditkarten können gute Alternative sein

Die Zinssenkungen kommen allerdings nicht von ungefähr. Immer mehr Banken haben bei Girokonten mit einer Konkurrenzsituation kämpfen müssen. Statt dem Girokonto nutzen seit einigen Jahren immer mehr Menschen eine gebührenfreie Kreditkarte für kurzfristige finanzielle Engpässe. Das kann sich schnell lohnen, denn viele Anbieter von Kreditkarten bieten die Teilzahlungsoption mit einer relativ niedrigen Verzinsung an. Wer mit der Kreditkarte beispielsweise nur acht Prozent „Überziehungszins“ im Monat bezahlen muss, der fährt damit oft deutlich besser als mit einer Überziehung des Girokontos. In Extremfällen ist der Zins der Teilzahlungsoption von kostenlosen Kreditkarten sogar nur halb so hoch wie der bei einem Dispositionskredit mit Überziehungszinsen. Dank der Abschaffung des Überziehungszinses sind die Girokonten für kurzfristige finanzielle Engpässe mittlerweile zwar wieder konkurrenzfähig geworden, dennoch bieten einige kostenfreie Kreditkarten von Visa oder MasterCard weiterhin bessere Konditionen.

Kostenlose Kreditkarten haben mehrere Vorteile

Allgemein fällt auf, dass sich eine kostenlose Kreditkarte in Verbindung mit einem Girokonto häufig lohnen kann. Wer auf ein gebührenfreies Modell, etwa von Visa, setzt, der bekommt oft nicht nur eine faire Teilzahlungsoption präsentiert, sondern darf sich teilweise auch über reguläre Rückzahlungsfristen von 60 Tagen freuen. Ein zinsfreies Darlehen für zwei Monate – so etwas gibt es beim Girokonto auch nach der Abschaffung des Überziehungszinses nicht. Dennoch befindet sich die HypoVereinsbank auf einem guten Weg. Zwar gibt es weiterhin Verbesserungspotential, etwa die Einführung einer gebührenfreien Kreditkarte mit großem Leistungsumfang, aber die Weichen scheinen gestellt.


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