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06.06.2015
Frankreich erschwert den Einsatz von Bargeld

Bildquelle: © Jyothi | Dreamstime Stock Photos

Nicht nur in Nordeuropa, auch in Frankreich verliert Bargeld immer mehr an Bedeutung. Experten nennen Frankreich sogar schon das Land der Bankkarte. Das ist durchaus nicht unberechtigt, denn in Frankreich werden mittlerweile nur noch etwa fünf Prozent aller Zahlungen mit Bargeld beglichen. Für alle anderen setzen die Franzosen entweder auf die girocard, einen Scheck oder eine kostenlose Kreditkarte.

Berichtet man über Deutschlands Nachbarländer, so bekommt man immer häufiger den Eindruck, dass Deutschland die etwas eigensinnige Ausnahme unter vielen ist. Während mehr oder weniger überall auf der Welt das Bargeld langsam, aber sicher, in der Versenkung verschwindet, will in Deutschland niemand darauf verzichten. Die „guten“ Beispiele liegen allerdings so nah, denn auch im großen Nachbarn im Westen sind Bargeldzahlungen längst auf dem absteigenden Ast. In einem aktuellen Artikel der Süddeutschen Zeitung zu der Thematik wird erwähnt, dass in Frankreich nur noch fünf Prozent aller Zahlungen mit Bargeld abgewickelt werden. Die bekannte Großbank Crédit Agricole nennt das Land sogar "Europameister in Sachen Bankkarte".

Bargeld spielt in Frankreich keine Rolle

Entsprechend könnte Frankreich ein tolles Beispiel für Deutschland sein, wo Zahlungen mit girocard und kostenloser Kreditkarte noch immer zur Seltenheit gehören. Wer dagegen in Frankreich einkauft, der kann nahezu überall mindestens mit girocard bezahlen. Viele Händler würden wohl am liebsten sogar darauf verzichten, Bargeld zu nehmen, um sich den Verwaltungsaufwand zu sparen. Eine Eigenart sollten die Deutschen aber besser nicht übernehmen. In Frankreich wird nicht nur gerne mit der girocard und der gebührenfreien Kreditkarte bezahlt, auch der Scheck spielt in Frankreich weiterhin eine wichtige Rolle. Diese Zahlungsart gilt heutzutage allerdings nicht nur als unsicher, sondern auch noch als sehr kompliziert. Ein Relikt aus vergangenen Zeiten.

Neue Regeln dämmen das Bargeld noch mehr ein

Der Vormarsch der Girokarten und kostenlosen Kreditkarten wird in Frankreich voraussichtlich noch weitergehen, denn die Regierung hat ein Gesetz beschlossen, dass den Verkehr von Bargeld erschwert. Demnach dürfen die Bürger des Landes nur noch Rechnungen von bis zu 1.000 Euro mit Bargeld begleichen. Jede Zahlung, die darüber hinausgeht, muss mit einem alternativen Bezahlungsmittel – also etwa einer kostenlosen Kreditkarte – beglichen werden. Damit aber noch nicht genug. Die französische Regierung erlaubt bei Steuernachzahlung zukünftig nur noch maximal 300 Euro Bargeld. Das ist deutlich weniger als die durchschnittliche Nachzahlungssumme. Auch hier gilt bei höheren Beträgen eine Pflicht, auf ein anderes Zahlungsmittel auszuweichen. Ein dritter Teil der Neuregelung sieht zudem vor, dass alle Ein- und Auszahlungen auf ein Konto in Höhe von mehr als 10.000 Euro ab sofort automatisch der Finanzpolizei mitgeteilt werden.

Gesetze sind offiziell gegen den Terror

Während sich einige Menschen freuen, dass gebührenfreie Kreditkarten und ähnliche Zahlungsmittel demnächst wohl noch beliebter werden, gibt es auch Protest gegen die Neuregelungen. Viele Bürger sehen sich in ihrer Freizeit eingeschränkt. Die Regierung begründet diese Einschränkungen mit dem Kampf gegen Terrorismus, der in Frankreich in den letzten Jahren aufgeflammt ist. Experten sehen in der Maßnahme aber allen voran einen Kampf gegen die organisierte Kriminalität im Allgemeinen sowie die Schwarzarbeit im Land. Durch die Regelungen wird es ab sofort deutlich schwieriger, Geld am Staat vorbei zu transferieren. Kreditkarten und Girokarten waren schon immer Produkte, die Steuerhinterziehung verhindert haben. In Frankreich gilt das nun besonders.


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