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29.08.2015
Kaufsucht wird in Deutschland zu einem immer größeren Problem

Bildquelle: © Jyothi | Dreamstime Stock Photos

Wenn man von Süchten spricht, geht es meist um Drogen, Alkohol oder Spielsucht. Die zweitgrößte Sucht in Deutschland wir dagegen selten genannt. Das hat das NDR zum Anlass genommen, sich dem Thema ausführlich zu widmen, denn die Zahl der Kaufsüchtigen in Deutschland nimmt seit Jahren zu. Experten gehen davon aus, dass schon bald jeder Zehnte kaufsüchtig sein könnte.

Die Kaufsucht gilt als eine der am seltensten angesprochenen Süchte in Deutschland. Dennoch wird dies in Deutschland selten bis gar nicht thematisiert. Während andere Süchte immer wieder von den Medien aufgegriffen werden, gilt die Kaufsucht scheinbar als weniger gefährlich. Der MDR weist in einer aktuellen Sendung allerdings darauf hin, dass die Gefahren deutlich größer sind als viele Menschen denken. Das gilt insbesondere deshalb, weil das „Hobby“ Einkaufen ein Suchtpotenzial bewirken kann und viel mit Emotionen zu tun hat. Menschen neigen dazu, sich durch Einkäufe zu belohnen oder aufzumuntern, wenn es einmal besonders gut oder eben auch einmal schlecht läuft im Leben. Das kann schnell gefährlich werden.

Kostenlose Kreditkarten machen einkaufen einfacher

Eine Rolle spielt bei der ansteigenden Kaufsucht sicherlich auch, dass das Einkaufen von Jahr zu Jahr einfacher wird. Ein gutes Beispiel dafür sind kostenfreie Kreditkarten. Dadurch, dass mittlerweile fast jeder auf eine kostenlose Kreditkarte setzen kann und damit überall schnell, einfach und sicher einkaufen kann, werden immer mehr Menschen dazu verleitet, zu viel zu kaufen. Mit einer gebührenfreien Kreditkarte geht es zudem sowohl in Ladengeschäften als auch im Online-Handel deutlich einfacher einzukaufen. Wer eine kostenlose Kreditkarte im Geldbeutel hat, der kann online innerhalb weniger Sekunden eine Bestellung abschließen und darf dank NFC auch im Ladengeschäfte ohne jegliche Wartezeiten mit Kreditkarte bezahlen. Das verleitet oft zu Spontankäufen, die man sich sonst noch einmal überlegt hätte. Ein so praktisches Zahlungsmittel kann hin und wieder eben doch zur Falle werden.

Zahlungsmittel sind nicht das Hauptproblem

Deshalb sollte man aber nicht einfach seine kostenfreie Kreditkarte kündigen, denn in den seltensten Fällen sind Kreditkarten der wirkliche Grund für einen Kaufrausch. Vielmehr geht es nach Meinung von Experten um eine Kombination aus Emotion und Druck von außen. Zum einen belohnen sich Menschen gerne – egal ob für einen guten oder einen schlechten Tag. Zum anderen werden Statussymbole und Repräsentation immer wichtiger. Egal ob im Geschäfts- oder im Privatleben: Wer nicht durch Statussymbole überzeugen kann, hat es vielfach schwieriger im Leben. Das bringt viele Menschen, besonders dann, wenn auch Emotionen eine wichtige Rolle spielen, in einen Teufelskreis, der sehr schnell zu einer echten Gefahr für den Geldbeutel werden kann.

Fünf bis acht Prozent der Deutschen sind kaufsüchtig

Wer mit diesem Problemen zu kämpfen hat, sollte sich aber keineswegs verstecken. Schätzungen der NDR-Experten zufolge sind hierzulande fünf bis acht Prozent der Einwohner kaufsüchtig. Wer ebenfalls Probleme hat, seine Ausgaben im Griff zu behalten, sollte sich entsprechend professionelle Hilfe suchen und offen über das Thema sprechen. So lässt sich eine prekäre Situation, die auch eine psychische Belastung werden kann, meist relativ einfach verhindern. Bleibt das Thema dagegen auch weiterhin im Hintergrund, steigt das Risiko, dass immer mehr Menschen sich dem Kaufrausch hingeben – unabhängig von kostenlosen Kreditkarten und anderen praktischen Zahlungsmitteln.


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