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21.07.2014
Keine Zinsen bei 198 Banken

Bildquelle: Anatoliy Babiychuk | Dreamstime Stock Photos

Ein Prozent Zinsen aufs Tagesgeld, vor einigen Jahren war das noch ein Horrorszenario. Im letzten Jahr konnten die Banken mit einem Prozent Kunden abwerben. Und heute? Da sind Kunden schon glücklich, überhaupt einen Zins zu bekommen. Eine Umfrage der Welt am Sonntag hat herausgefunden, dass fast 200 Institute gar keinen Zins mehr bieten.

Der Notgroschen auf dem Tagesgeldkonto war für viele immer eine Art Sicherheitsgefühl. Geld, das verwendet werden kann, um eine anstehende Reparatur zu bezahlen. Alternativ konnte einem Familienmitglied oder einem Freund kurzfristig ausgeholfen werden. All das ist einfach, eine Überweisung, ein paar Klicks im Online-Banking, und schon ist das Geld transferiert. Ganz anders mit Aktiendepots oder anderen längerfristigen Anlagen. Benötigen Kunden dieser Anlageformen kurzfristig Geld, ist das Prozedere entweder kompliziert oder es ist erst gar nicht möglich, dass der Kunde seine Vermögen vorzeitig abzweigt.

198 Institute verzichten auf Zinsen

Die Banken machen den Wunsch der Deutschen auf dieses Sicherheitsgefühl nun zu einer Art neuem Geschäftsmodell. Seit die Leitzinsen der Europäischen Zentralbank auf einem historisch niedrigen Niveau sind, haben sich einige Institute entschieden, überhaupt keine Zinsen mehr zu bezahlen. Wer sein Geld auf das Tagesgeldkonto legt, verliert über die Jahre also an Kaufkraft. Der Notgroschen wird entsprechend immer kleiner und das, obwohl er eigentlich eine Anlage ist. Früher war das ganz anders, das Tagesgeldkonto bot teilweise erstaunliche Zinsen. Der Notgroschen wurde immer größer, Gewinne konnten teilweise sogar für einen Urlaub genutzt werden. Das ist lange Geschichte, denn wie eine Umfrage der Welt am Sonntag herausgefunden hat, bieten 198 von 635 Instituten überhaupt keine Zinsen mehr auf das Tagesgeld.

Zinsen nur noch für größere Anlagen

Das heißt aber keineswegs, dass es bei der Mehrzahl der Banken noch Zinsen für die Anleger geben würde. Mittlerweile hat sich beim Tagesgeld ein Stufenmodell etabliert. Dieses macht es den Banken leichter, Werbung zu machen, und sorgt gleichzeitig dafür, dass sie keine Kunden verlieren. So werben zahlreiche Institute damit, dass sie bis zu einem Prozent Zinsen zahlen. Der Haken ist zumeist allerdings der, dass dafür eine Anlagesumme von mindestens 50.000 Euro bereitgestellt werden muss. Eine enorme Summe für den „Notgroschen“. Für Anleger, die weniger Geld auf das Tagesgeldkonto legen wollen, sinken die Zinsen rapide. Manchmal gibt es immerhin schon ab 10.000 Euro zumindest 0,1 Prozent, manchmal sind für diesen Mikrozins sogar schon 20.000 Euro nötig.

Flucht zu den Direktbanken

Wer von seinem Tagesgeld zumindest noch etwas haben will und es nicht komplett an die Inflation verlieren will, der flüchtet momentan zu den sogenannten Direktbanken. Diese sparen dadurch, dass sie einzig auf das Online-Geschäft setzen, jede Menge Geld. Entsprechend können sie höhere Zinsen anbieten. Schlechter ist gewöhnlich nur der Service, da keine stationären Filialen existieren und die Kunden keinen persönlichen Berater haben. Das ist den meisten allerdings egal, denn während Volksbanken, Sparkassen und andere größere Institute überhaupt keinen Zins mehr ausschütten, werben die Internet-Banken teilweise sogar mit mehr als einem Prozent. Ob comdirect, ING-DiBa oder Cortal Consors, im Internet gibt es noch so viele Zinsen zu holen, dass trotz Inflation noch ein kleiner Gewinn abfällt. Durch diese Praxis gewinnen die Direktbanken momentan viele Kunden, denn psychologisch ist ein kleiner Gewinn bei der Anlage von großer Bedeutung. 


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