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07.04.2016
Österreichisches Gericht verbietet Gebühren für Kreditkartenzahlung

Bildquelle: © Jyothi | Dreamstime Stock Photos

Ein Grundsatzurteil aus Österreich zum Thema Kreditkarten schlägt gerade große Wellen. Der Oberste Gerichtshof (OHG) hat dort entschieden, dass Klauseln zu Zusatzgebühren bei der Bezahlung unzulässig sind. Soll die Bezahlung mit einer Kreditkarte also mehr kosten, ist das in Österreich zukünftig nicht mehr zulässig. Ein wichtiger Sieg für alle Inhaber einer kostenlosen Kreditkarte.

Eine Verbandsklage mehrerer Verbraucher gegen verschiedene Unternehmen zum Thema Gebühren bei Kreditkartenzahlung hatte Erfolg, wie eine österreichische Nachrichtenseite berichtet. Demnach sind Gebühren für die Zahlung mit einer kostenfreien Kreditkarte im Internet unzulässig und müssen zurückerstattet werden. Die Beklagten haben sich bislang nicht zu dem Urteil geäußert und nehmen auf ihrer Website auch weiterhin Gebühren für die Bezahlung mit Kreditkarte. Wann das Urteil seine gesamte Wirkung entfaltet, steht derzeit noch in den Sternen. Dennoch könnten die Wellen so hoch sein, dass auch in Deutschland ähnliche Gebühren endlich gekippt werden.

Schweiz und Österreich verbieten Gebühren für Kreditkartenzahlung

Die deutschen Gerichte sind bislang beim Thema Zusatzgebühren für die Bezahlung mit einer kostenlosen Kreditkarte sowieso noch überraschend still. Während im Ausland immer mehr Anbieter erfolgreich verklagt wurden, gibt es in Deutschland auch weiterhin kein Grundsatzurteil. Das hat zur Folge, dass Verbraucher, die mit einer kostenlosen Kreditkarte bezahlen, teilweise auch weiterhin abgezockt werden. Vor dem Urteil in Österreich wurde bereits in der Schweiz ein Gesetz auf den Weg gebracht, das zusätzliche Gebühren für die Bezahlung mit einer gebührenpflichtigen oder kostenlosen Kreditkarte verbietet. Auch in der Schweiz gibt es allerdings bislang Probleme bei der Umsetzung, weil sich viele Unternehmen darauf berufen, dass sie gültige Vereinbarungen mit den Kreditkartenkonzernen haben, die eben solche Gebühren erlauben. Ausgang ungewiss.

Zusatzgebühren besonders bei der Reisebuchung

Was Deutschland, die Schweiz und Österreich bei diesem Thema eint, ist der Fakt, dass die zusätzlichen Gebühren hauptsächlich bei der Reisebuchung anfallen. Wer im Internet einen Flug bucht, der muss heutzutage besonders vorsichtig sein. Der angeblich günstige Anbieter ist am Ende nämlich keineswegs immer der billigste – zumindest nicht, wenn man mit einer herkömmlichen Zahlungsart bezahlen will. Wer mit einer kostenlosen Kreditkarte bezahlt, der muss bei einigen Online-Reisebüros teilweise mehr als 20 Euro Gebühren bezahlen. Absoluter Wucher. Doch nicht nur die Reisebüros sind hier ein Problem, auch viele Airlines berechnen teilweise hohe Gebühren für die Bezahlung mit Kreditkarte. Die Lufthansa etwa berechnet eine pauschale Gebühr je nach Strecke (innerdeutsch, innereuropäisch oder interkontinental), was besonders bei günstigen Kurzstreckenflügen prozentual gesehen sehr teuer werden kann.

Europäische Regelung könnte bald kommen

Doch Verbraucher können sich glücklich schätzen, denn schon bald könnte eine europäische Regelung alles deutlich einfacher machen. Die Europäische Union arbeitet derzeit daran, Zusatzgebühren für die Zahlung mit Kreditkarte in der ganzen Union zu verbieten. Spätestens 2017 soll das Gesetz umgesetzt werden. Dann wären auch alle Online-Händler in Deutschland gezwungen, die Gebühren für die Bezahlung mit einer kostenlosen Kreditkarte abzuschaffen. Verbraucher wird das freuen, denn die versteckten Gebühren, die vielfach bei der ursprünglichen Buchung oder Bestellung noch nicht sichtbar sind, verderben bislang oft den Spaß an einem Einkauf. Die Regelung könnte sich also auch für die Shops lohnen, denn sie verärgern heute noch viele Kunden durch ihre undurchsichtige Gebührenstruktur.


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