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25.09.2015
Prepaid-Kreditkarten schützen nicht vor Überziehungen

Bildquelle: © John Valenti | Dreamstime Stock Photos

aWer auf der Suche nach einer Kreditkarte ist, der setzt oft auf eine Prepaid-Kreditkarte, um auf der sicheren Seite zu sein. Die Wahl einer kostenlosen Kreditkarte kann sich allerdings deutlich mehr lohnen, denn Prepaid-Kreditkarten sind nicht nur teurer, sondern versagen auch beim – eigentlich essentiellen – Schutz vor Kontoüberziehungen.

Eigentlich ist die Theorie ganz einfach: Wer eine Prepaid-Kreditkarte im Geldbeutel hat, der kann nur so viel Geld ausgegeben, wie er auf die Kreditkarte oder das hinterlegte Girokonto überwiesen hat. Ist das Guthaben aufgebraucht, kann nicht weiter eingekauft werden. Einfach, oder? Mag man denken, ist aber nicht so. Wie SRF.ch berichtet, sind auch Inhaber einer Prepaid-Kreditkarte nicht vor der Überziehung des Kartenkontos – also genau dem, was eine Prepaid-Kreditkarte von einer kostenlosen Kreditkarte unterscheidet – geschützt. Von den Schweizer Banken heißt es dazu auf Nachfrage, dass dies „in Ausnahmefällen“ möglich wäre. Wenn auch nicht die Regel, sind viele Kunden überrascht, diese Neuigkeit zu hören. Ist die Sicherheit von überhöhten Ausgaben bei einer Prepaid-Kreditkarte nur Schein?

Doppelte Belastungen, Terminals ohne Internet

Auf Nachfrage hat die Schweizer Kreditkartenbank Cornèrcard angegeben, dass eine Überziehung einer Prepaid-Kreditkarte technisch möglich sei. Das passiere allerdings nur in zwei ganz bestimmten Konstellationen. Möglich ist eine Überziehung etwa dann, wenn beispielsweise eine Mietwagenfirma einen Autorisierungscode doppelt verwendet – also nicht nur für eine Autorisierung, sondern eben auch für eine Abbuchung. Auf Grund dieser Problematik versagen viele Mietwagenanbieter in Europa Inhabern einer Prepaid-Kreditkarte sogar komplett die Anmietung eines Autos. Alle die, die das nicht tun, können selbst dann noch belasten, wenn eigentlich kein Guthaben mehr auf der Karte ist. Gefahr ist für die Prepaid-Kreditkarte auch dann in Verzug, wenn man beim Einkaufen mit einem Terminal ohne Internetanbindung konfrontiert wird. Ist keine Verbindung zum Internet vorhanden, können Abbuchungen nicht überprüft werden. In diesem Fall kann man auch ohne Guthaben weitershoppen.

Kostenlose Kreditkarten sind die bessere Lösung

Nicht zu Unrecht fragen sich nach diesen Enthüllungen viele Menschen, ob sie überhaupt weiterhin auf eine Prepaid-Kreditkarte setzen sollten. Nicht nur sind für die Modelle die Anschaffungskosten höher, sondern auch die laufenden Kosten für Gebühren wie den Einsatz im Ausland oder Abhebungen am Geldautomaten. Bei kostenfreien Kreditkarten dagegen fällt keine Jahresgebühr an. Darüber hinaus bieten die Karten zahlreiche zusätzliche Vorteile – bei der DKB oder der comdirect etwa gebührenfreie Abhebungen im In- und Ausland. Auch beim Einsatz sind reguläre kostenlose Kreditkarten effektiver als Prepaid-Kreditkarten. Wer etwa bei einer Mietwagenfirma oder einem Hotel eine Kaution hinterlegen muss, der steht mit einer Prepaid-Kreditkarte oft blöd da. Wie oben angesprochen, verwehren Mietwagenfirmen und Hotels oftmals die Nutzung einer Prepaid-Kreditkarte.

Kein Schutz vor überzogenen Ausgaben

Auch der letzte Vorteil von Prepaid-Kreditkarten, die bessere Kontrolle der Kosten, ist mit den zurücklegenden Enthüllungen verschwommen. Die Wahl einer Prepaid Kreditkarte lohnt sich heute eigentlich nur für all diejenigen, die auf Grund einer schlechten Schufa-Score keine normale Kreditkarte mehr bekommen. Wer dagegen die freie Wahl zwischen zahlreichen kostenlosen Kreditkarten hat, der sollte sich lieber eine solche zulegen als zu hoffen, dass es bei der Prepaid-Kreditkarte zu keinen Problemen kommt. Auch bei einer normalen Kreditkarte kann man Limits festlegen, die vor überzogenen Ausgaben schützen. Schlechter ist dieser Schutz keineswegs.


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