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27.01.2016
Reform der Interbankenentgelte bislang ohne Wirkung

Bildquelle: © Jyothi | Dreamstime Stock Photos

Alle sollten profitieren und mehr Fairness sollte sowieso hergestellt werden. Die EU-weite Regelung für eine Begrenzung der sogenannten Interbankenentgelte sollte laut Politikern zu einem Meilenstein im Bereich des Zahlungswesens werden. Doch wie Recherchen von der Welt herausgefunden haben, profitiert bislang eigentlich fast niemand.

Mit einer kostenlosen Kreditkarte konnte man in Deutschland noch vor wenigen Monaten nur bei einigen und keineswegs bei allen Händlern bezahlen. Mittlerweile darf man die gebührenfreie Kreditkarte deutlich öfter zücken. Doch das ist wohl auch schon der einzige Vorteil, den die Begrenzung der Interbankenentgelte seitens der Europäischen Union zur Folge hatte. Während sich einige Verbraucher und Inhaber einer kostenfreien Kreditkarte sicherlich freuen, entwickelt sich die Reform im Gesamtbild gerade eher zu einem Ärgernis. Insgesamt ergibt sich nämlich ein schockierendes Bild, wie „Die Welt“ herausgefunden hat. Anstatt dafür zu sorgen, dass die Preise im Handel sinken, sind diese auf einem ähnlichen Niveau verblieben. Teurer werden viele Kreditkarten dafür für Kunden, denn die Banken holen sich das Geld an anderer Stelle zurück.

Weniger Leistung für mehr Geld

Während viele Inhaber einer kostenlosen Kreditkarte bislang ohne größere Nachteile davongekommen sind, ärgern sich bislang vor allen Dingen Verbraucher, die auf eine Premium-Kreditkarte setzen. In den letzten Monaten haben fast alle Anbieter durch die Bank Änderungen verkündet – zum Guten war davon eigentlich gar keine. Entweder wurden Leistungen radikal zusammengestrichen oder die Gebühren wurden stark erhöht. Moderate Änderungen gab es zwar auch, doch profitiert haben Verbraucher eigentlich in keiner Hinsicht. Der Vorteil, dass man mittlerweile bei deutlich mehr Händlern bezahlen kann, wird durch die geringeren Vorteile für Inhaber von Kreditkarten und steigende Gebühren wieder wettgemacht. Am Ende zahlen also die Verbraucher drauf – gleichzeitig profitiert allerdings fast niemand.

Händler halten die Preise auf demselben Niveau

Vorwiegend hatte die Europäische Union das Ziel, dass die Preise für Waren insgesamt sinken würden. Bislang mussten Händler bei Kreditkartenzahlungen teilweise Gebühren von bis zu drei Prozent der Einkaufssumme bezahlen. Anstatt bei einer Zahlung von 100 Euro bislang drei Euro müssen die Händler mittlerweile nur noch 30 Cent (die neue Maximalgebühr beträgt 0,3 Prozent) abführen. Doch anstatt dass eine Ware stattdessen nun 98 Euro statt 100 Euro kostet, stecken sich die meisten Händler das Geld lieber selbst in die Tasche. Wer am Ende profitiert, ist also nicht der Inhaber einer kostenlosen Kreditkarte, sondern der Händler. Die Reform scheint in gewissem Maße nach hinten losgegangen zu sein, denn die Verbraucher bezahlen am Ende durch höhere Kreditkartengebühren die größeren Margen der Händler.

Mehr Fairness für alle Kunden?

Wer nicht gerade eine kostenlose Kreditkarte im Geldbeutel hatte und mit dieser einfach und schnell einkaufen gehen konnte, sah sich früher oft allerdings benachteiligt. Das soll nun vorbei sein, denn während bei der Barzahlung kaum ein Kostenpunkt entstanden ist, mussten diese Kunden die Gebühren der anderen sozusagen mitbezahlen. Da sie nun allerdings auch selbst nicht von sinkenden Preisen profitieren, gibt es am Ende zwar tatsächlich mehr Fairness, nur bringt diese keinem etwas, wenn am Ende nur der Händler profitiert. So bleibt nur zu hoffen, dass mittelfristig tatsächlich auch die Preise sinken. Ansonsten wird die Reform zu einem unschönen Vergnügen für all diejenigen, die auf eine gebührenpflichtige oder kostenlose Kreditkarte setzen.


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