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20.07.2014
Visa will das Bezahlen im Internet einfacher machen

Es ist eine Kampfansage an Pay-Pal – und das, obwohl beide Unternehmen eigentlich seit Jahren zusammenarbeiten. Das Kreditkartenunternehmen Visa hat mit „Check-Out“ einen Service angeboten, der dem System von Pay-Pal sehr nahe kommt. Durch Check-Out will Visa das Bezahlen im Online-Handel deutlich einfacher machen.

Der Markt für die Online-Zahlung ist ein großes Konkurrenzfeld. Während im stationären Handel entweder mit Bargeld, einer Geldkarte oder einer Kreditkarte bezahlt wird, gibt es online noch deutlich mehr Dienste, die Kunden bei den meisten Shops auswählen können. Neben den gängigsten Kreditkarten sind das Services wie die Sofortüberweisung, click2Pay, das gewöhnliche Lastschriftverfahren oder die einfache Zahlung per Rechnung. Und dann ist da noch Pay-Pal, eigentlich eine der innovativsten Lösungen für das Begleichen von Rechnungen. Mit einem ähnlichen System will nun auch das Kreditkartenunternehmen Visa punkten und Pay-Pal dadurch Kunden abwerben.

Kein Vertrauen in den Partner

Es scheint fast, als wolle Visa zukünftig nicht mehr mit Pay-Pal zusammenarbeiten, denn mit „Check-Out“ bringen die US-Amerikaner einen Service auf den Markt, der Pay-Pal doch sehr nahe kommt. Für eine Zahlungsabwicklung müssen Kunden sich nur noch einloggen, die Zahlung wird dann binnen Sekunden abgewickelt. Die komplizierte Eingabe von Kreditkartennummer, Name des Inhabers, Ablaufdatum und Prüfziffer soll wegfallen. Auch das System „Verified by VISA“ soll überarbeitet und möglicherweise vereinfacht werden. Als Ergebnis soll eine Möglichkeit stehen, die Zahlung mit Kreditkarte innerhalb von wenigen Sekunden abzuwickeln – ganz ohne lästige Tippfehler.

Bislang enge Zusammenarbeit mit Pay-Pal

Der neue Service kommt allerdings durchaus überraschend, denn Visa war bis zuletzt eigentlich ein enger Partner der Ebay-Tochter. Zahlungen mit Kreditkarten von Visa waren ganz einfach über den Account bei Pay-Pal abzuwickeln. Dazu müssen Nutzer ihre Daten bei Pay-Pal hinterlegen, bei jeder Bezahlung können sie durch einen einfachen Log-In über Pay-Pal auf diese zurückgreifen und binnen Sekunden bezahlen. Der Dienst, den Pay-Pal für die Kreditkartenfirmen anbietet, ist der neuen Errungenschaft von Visa doch sehr ähnlich. Ob die Firmen also auch zukünftig zusammenarbeiten werden, ist fraglich.

Keinen Zwischenspieler bei der Bezahlung

Im Rahmen der Präsentation von „VISA Check-Out“ machte Charles Scharf, CEO von Visa, deutlich, dass sich seine Firma zukünftig nicht mehr auf ein anderes Unternehmen verlassen wolle. Die Bezahlung solle direkt über Visa abgewickelt werden, ein weiterer Spieler im Zwischenraum erhöhe nur das Risiko, heißt es weiter. Damit scheint Scharf einer weiteren Zusammenarbeit mit Pay-Pal einen Riegel vorzuschieben. Voraussichtlich wird es zwar noch möglich sein, mit einer Kreditkarte von Visa über Pay-Pal zu bezahlen, durch die Konkurrenz des eigenen Systems werden aber wohl deutlich weniger Kunden auf das technisch ausgefeilte Konzept der Ebay-Tochter zurückgreifen. Was für Pay-Pal wohl hohe Einbußen bedeutet, denn bislang nimmt das Unternehmen für die Abwicklung der Zahlungen relativ hohe Gebühren, freut Visa: Der Kreditkartenanbieter muss keine Sonderzahlungen mehr abführen und rückt näher an seine Kunden heran. Darüber hinaus kann sich Visa etwas von seinen Konkurrenten abheben. Allerdings bietet auch MasterCard bereits einen ähnlichen Service an. Deutsche Visa-Kunden müssen sich allerdings noch gedulden, denn die neue Technik wird vorerst nur bei einigen großen Händlern in den USA eingesetzt. Wann Check-Out nach Deutschland kommt, ist noch nicht bekannt.


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