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05.12.2015
Wie kann sich eine kostenlose Kreditkarte für die Bank lohnen?

Bildquelle: © John Valenti | Dreamstime Stock Photos

Nur im ersten Jahr kostenfrei? Über kostenlose Kreditkarten kursieren im Internet viele Gerüchte. So wird beispielsweise oft behauptet, dass es so etwas wie komplett gebührenfreie Kreditkarten gar nicht gibt. Das Argument: Irgendwie müssen Banken auch noch Geld verdienen. Doch nicht immer holen Finanzinstitute das Geld durch Gebühren für Kunden wieder rein.

Kostenlose Kreditkarten sind definitiv kein Mythos. Es gibt sogar viele dutzend verschiedene Modelle, die sich allesamt lohnen können. In vielen Fällen kann man sich zudem sicher sein: Eine Jahresgebühr fällt nicht an, weder im ersten noch in einem der Folgejahre der Vertragsbeziehung. Um eine mögliche Gebühr im zweiten Jahr zu verhindern, sollte man am besten darauf achten, ob explizit erwähnt wird, dass die Jahresgebühr nur im ersten Jahr wegfällt. Sucht man allerdings explizit nach einer kostenlosen Kreditarte, so kann man davon ausgehen, dass man auch nicht auf „falsche“ Angebote trifft. Wundern sollte man sich zudem auch nicht über die große Anzahl an verschiedenen kostenfreien Kreditkarten: Es gibt wirklich mehrere dutzend komplett gebührenfreie Kreditkarten!

Teilweise hohe Gebühren für Zusatzleistungen

Die Idee, dass Banken auch bei einer kostenlosen Kreditkarte irgendwie Geld verdienen müssen, ist definitiv nicht falsch. Doch hohe Gebühren fallen oft nur für Zusatzleistungen an, die von normalen Verbrauchern nur in den seltensten Fällen in Anspruch genommen werden. Gefahren lauern gewöhnlich bei der Abhebegebühr am Geldautomaten und bei der sogenannten Teilzahlungsoption. Letztere wird einem bei vielen kostenfreien Kreditkarten aktiv angeboten. Meist nur im Kleingedruckten aufgeführt: Wer seine Kreditkartenabrechnung später bezahlt, der zahlt bis zu 20 Prozent Zinsen im Jahr. Ein lohnenswertes Geschäft ist das oft nur für die Bank. Auch bei Abhebegebühren sollte man sehr vorsichtig sein, denn die Gebühren hierfür liegen bei bis zu fünf Prozent der Abhebesumme. Gefährlich sind auch sogenannte Mindestgebühren bei Abhebungen. Wer etwa 20 Euro abhebt, der muss bei manchen Anbietern bis zu 10 Euro Gebühren draufzahlen.

Banken verdienen auch anders Geld

Die Vermutung, dass Banken mit einer kostenlosen Kreditkarte kein Geld verdienen, wenn Verbraucher keine Zusatzleistungen in Anspruch nehmen, ist zudem falsch. Bei einer Kreditkarte erhalten Banken nämlich auch von einer anderen Seite Einnahmen. Die sogenannten Interbankenentgelte bedeuten für Kreditkartenbanken bislang oft hohe Gewinne. Diese Gebühren bezahlen Händler an die Kreditkartenbanken, wenn Kunden eine Kreditkarte einsetzen. Bislang lagen die Gebühren bei bis zu zwei Prozent der jeweiligen Einkaufssumme. Das aber gehört der Vergangenheit an – zumindest bei privaten Kreditkarten, die das System von Visa oder MasterCard tragen – denn die Europäische Union hat eine Deckelung der Gebühren auf nur noch 0,3 Prozent beschlossen. Auch damit aber können Kreditkartenbanken mit kostenlosen Kreditkarten noch Geld verdienen. Setzt ein Kunde etwa 1.000 Euro im Monat um, verdient die Kreditkartenbank jeden Monat drei Euro, wovon allerdings ein Teil auch noch an Visa beziehungsweise MasterCard und den jeweiligen Zahlungsdienstleister abgegeben werden muss.

Kostenlose Kreditkarten lohnen sich für beide Seiten

Auch wenn man bei den nunmehr geringen Einnahmen, die Kreditkartenbanken noch machen, fast schon ein schlechtes Gewissen hat, wenn man seine kostenfreie Kreditkarte einsetzt, muss man sich keine Sorgen machen. Gewöhnlich profitieren von einer gebührenfreien Kreditkarte beide Seiten. Die Kreditkartenbanken haben meist nur bei der Ausstellung Kosten, dafür aber kaum Folgekosten. Verbraucher profitieren von einer immerzu kostenlosen Kreditkarte und bezahlen ihren Anteil in gewissem Maße indirekt über Einkäufe bei Händlern auf der ganzen Welt.


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