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09.11.2014
Zinspilot will die Bankenwelt revolutionieren

Bildquelle: © Jyothi | Dreamstime Stock Photos

Zinspilot, so heißt ein neues Start-Up, das in Kürze auch in die Öffentlichkeit gehen will. Der Clou: Das Unternehmen will es Kunden ermöglichen, gute Zinsen bei verschiedenen Banken einzusammeln, ohne gleichzeitig ein neues Konto eröffnen zu müssen. Wie soll das funktionieren und welche Folgen hat das für kostenlose Kreditkarten?

Für Kunden ist die Suche nach dem perfekten Zins fürs Tagesgeld oft sehr kompliziert. Zuerst gilt es, verschiedene Angebote zu untersuchen, dann zu sehen, ob es Zusätze, etwa in Form einer kostenlosen Kreditkarte, gibt und schlussendlich muss dann auch noch eine Kontoeröffnung erfolgen. Das kostet teilweise einige Stunden, angenehm ist die Suche nicht. Doch warum suchen Kunden überhaupt nach dem perfekten Zins? Weil sie bei ihren Hausbanken teils unverschämt niedrige Zinsen bekommen. So bieten insbesondere einige regionale Banken nahezu gar keinen Zins mehr auf Tagesgeld an. Wer für 0,1 Prozent sein Geld bei der Hausbank parkt, der verliert durch die Inflation an Kaufkraft. Da ist es durchaus verständlich, dass trotz des Mehraufwands auch bei anderen Anbietern gesucht wird.

Zinspilot will die Vorteile beider Welten verknüpfen

Das Start-Up Zinspilot will das komplizierte Verfahren nun ändern. Die Firma, die bereits seit 2012 existiert, befindet sich momentan noch in einer geschlossenen Testphase. Das Konzept allerdings ist bereits heute der Rede wert. So will Zinspilot die Vorteile eines Geschäftsverhältnisses mit einer Hausbank genauso bieten wie die Vorteile von attraktiven Zinsen für Anlageformen wie etwa Tagesgeld. Das System ist dabei recht einfach, denn Zinspilot will insbesondere durch eine „offene Architektur“ überzeugt. Das bedeutet: Banken können auf der Plattform ihre Angebote einstellen. Kunden können sich umsehen und sich für ein Angebot entscheiden, Zinspilot erhält dafür eine Provision. Die Krux: Kunden müssen keinen Kontowechsel durchführen, um das Geld bei einer anderen Bank anzulegen. Die Plattform kümmert sich um die Abwicklung, die Kontoführung und Verwaltung verbleibt derweil dennoch bei der Hausbank.

Anbieter sparen Marketingkosten

Aber wem hilft Zinspilot eigentlich? Grundsätzlich einmal den Anbietern von Tagesgeldkonten, aber etwa auch kostenlosen Kreditkarten. Anstatt viel Geld ins Marketing zu investieren, können Banken ihr Angebot bei Zinspilot kostenlos einstellen. Eine Zahlung wird nur dann fällig, wenn auch ein Abschluss erfolgt. Das minimiert das Risiko und macht es für die Anbieter zudem einfacher zu kalkulieren – das kann sich auch positiv auf die Zinsen auswirken. Kunden haben dagegen den Vorteil, dass sie keinen stressigen Kontowechsel durchführen müssen und auch zukünftig mit der bekannten Finanzverwaltung arbeiten können. Einige Vorteile könnten dabei aber auf der Strecke bleiben. So gibt es bei einigen Anbietern heute attraktive Bundles, etwa aus einer kostenlosen Kreditkarte und einem fairen Zinssatz auf dem Girokonto – so etwas wird es bei Zinspilot, zumindest zu Beginn, nicht geben.

Nutzen für Hausbanken fraglich

Bei allem guten Willen von Zinspilot bleibt es doch fraglich, wie die Kooperation der Hausbanken aussieht. Diese wollen ihre eigenen Kunden vermeintlich lieber an sich selbst binden, auch wenn der Kunde dadurch eventuell schlechtere Zinsen oder keine kostenlose Kreditkarte von Visa oder MasterCard bekommt. Über die eigene Plattform auch Anlagen von anderen Anbietern zu vermitteln, erscheint da nicht gerade förderlich für den eigenen Verkauf. Ob es trotzdem zu einer großräumigen Kooperation zwischen den Banken und Zinspilot kommt, bleibt abzuwarten. Eine innovative Idee ist Zinspilot dennoch fraglos.


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