Commerzbank hat comdirect übernommen - was nun?

Die Commerzbank hat die comdirect endgültig übernommen. Aber was ändert sich nun für comdirect-Bestandskunden und für Interessenten der comdirect Visa Card?

Vorerst nichts, wie beide Seiten weiterhin beteuern! (Stand: 11/2020)

comdirect-Übernahme durch die Commerzbank

Nach der Komplettübernahme der comdirect durch die Commerzbank bleibt die Frage: Was kommt auf die Kunden zu? Wie beide Seiten bisher angeben, müssen Kunden wie auch Interessenten vorerst keine Änderungen befürchten. (Stand: 11/2020)

Commerzbank hat Komplettübernahme der comdirect abgeschlossen

Die Commerzbank hat die Komplettübernahme der bisherigen Tochter comdirect Anfang November 2020 abgeschlossen. Dieses Ziel wurde bereits im September 2019 angekündigt. Damit endet nicht nur die Eigenständigkeit, sondern auch die Börsennotierung des Geldinstituts aus Quickborn. Die comdirect ist nun auch laut Handelsregister und Impressum offiziell eine Marke der Commerzbank AG.

Allerdings muss noch ein neues, gemeinsames Geschäftsmodell verhandelt und beschlossen werden. Denn die Commerzbank schreibt aktuell rote Zahlen – wohl auch aufgrund der Corona-Pandemie. Das Frankfurter Institut hat im dritten Quartal ein Minus von 69 Millionen Euro verzeichnet. Im Vorjahresquartal erwirtschaftete die Bank noch einen Gewinn von 297 Millionen Euro. Die Commerzbank hat in den ersten neun Monaten 2020 damit einen Verlust von 162 Millionen Euro erzielt (Stand: 11/2020).

Digitale Fusion

Grundsätzlich will sich das Frankfurter Institut digitaler aufstellen und Doppelfunktionen zusammenlegen, um Kosten zu senken. Martin Zielke, der 2021 scheidende Vorstandsvorsitzende der Commerzbank, sagt dazu:


"Trotz des herausfordernden Umfeldes stehen wir mit ganzer Kraft an der Seite unserer Kunden und kommen auf dem Weg zu einer nachhaltigeren Bank voran. Mit der erfolgreichen Übernahme der comdirect haben wir einen wichtigen Schritt gemacht, um profitabler und zugleich noch besser für unsere Kunden zu werden. Indem wir comdirect und Commerzbank unter einem Dach vereinen, bündeln wir die Stärken beider Banken und bieten unseren Kunden ein hervorragendes digitales Angebot, gepaart mit persönlicher Beratung und Präsenz vor Ort."

Trotzdem sollen die comdirect-Standorte in Quickborn und Rostock erhalten bleiben. Zudem werden alle Mitarbeiter der ehemaligen Tochter von der Commerzbank übernommen.

Was sich ändert

Commerzbank und comdirect versprechen weiterhin, dass sich für ihre Kunden vorerst nichts ändert. Aber wie lange die Konditionen und Angebote bestehen bleiben, ist offen. Daher haben viele Kunden Fragen zur Übernahme, wie dieses Beispiel zeigt:

Hintergründe

Seit September 2020 steht es fest: Die Commerzbank will ihre börsennotierte Tochtergesellschaft comdirect vollständig übernehmen

Auf der (erstmals reinen Online-) Hauptversammlung  der comdirect am 5. Mai 2020 wurde beschlossen, dass die Aktien der comdirect-Minderheitsaktionäre auf die Commerzbank AG (Hauptaktionärin) übertragen werden. Dafür erhalten die Minderheitsaktionäre der Direktbank "eine angemessene Barabfindung" in Form von 12,75 Euro je Aktie.

Die comdirect versprach weiterhin (Stand: 05.05.2020): 

"Für Sie als Kunde ändert sich vorerst nichts. Erst mit der Eintragung im Handelsregister wird die comdirect als rechtlich eigenständiges Unternehmen erlöschen. Wann es dazu kommt, hängt von mehreren Faktoren ab und steht zum jetzigen Zeitpunkt daher noch nicht fest. Wie comdirect anschließend in die Commerzbank integriert wird, erarbeiten wir nun gemeinsam. Sowohl am Produkt- und Leistungsangebot als auch an den Konditionen von comdirect wird sich auch mit Eintragung im Handelsregister vorerst nichts ändern. Seien Sie versichert: Wir werden alles dafür tun, damit wir Sie auch weiterhin begeistern können."

comdirect-Alternativen?

Vergleichbare kostenlose Kreditkarten zur comdirect VISA Card

Die comdirect hat in den vergangenen Jahren viele Kunden gewonnen und gehörte bis zur Übernahme zu den größten Direktbanken in Deutschland. Das liegt nicht zuletzt daran, dass sie nicht nur ein gutes Angebot hat, sondern zudem auch innovativ war.

Viele Kunden befürchten aber, dass es damit bald vorbei sein könnte. Die genauen Folgen dieses Schritts sind noch nicht klar. Doch die comdirect wird wohl zukünftig vom Markt verschwinden.

Commerzbank möchte auf die eigene Marke setzen

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Schlechte Nachrichten für Kunden der Direktbank wollen beide Seiten noch nicht verkünden. Denn es ist völlig unklar, was die Commerzbank aus dem Produkt der Onlinebank macht.

Fest steht dagegen: Die comdirect wird als Marke vom Markt verschwinden. Stattdessen könnten die Kunden zur Commerzbank transferiert werden.

Ob und wann genau dieser Schritt umgesetzt werden soll, ist nicht bekannt. Kunden werden dann natürlich noch einmal gesondert informiert.

Konditionen für Bestands- und Neukunden unbekannt

ing-visa-card

Die Commerzbank versichert zwar, dass es auch in Zukunft ein kostenloses Girokonto geben soll, hält sich ansonsten allerdings bedeckt.

Für Kunden sind das grundsätzlich keine positiven Neuigkeiten. Denn etwa die bisher kostenlose comdirect Visa Card wurde von der Commerzbank soweit nicht erwähnt.

Das heißt, dass die Zukunft dieser kostenlosen Kreditkarte unklar ist. Dabei ist sie seit Jahren ein fester Bestandteil des Angebots. Hinzu kommt, dass andere Direktbanken seit einiger Zeit mindestens ebenso attraktive Konditionen bieten, darunter das DKB Cash und die ING VISA Card.

comdirect warb weiter um Kunden

Die Bankenfusion sorgte allerdings keineswegs dafür, dass die comdirect nicht mehr um Neukunden warb. Im Gegenteil, im Oktober 2019 hat die Bank sogar eine besondere Aktion gestartet, um mehr Kunden von sich zu überzeugen.

Das klingt im ersten Moment kurios, hat allerdings vermutlich System: Wer sich jetzt noch für die attraktiven Konditionen der comdirect entscheidet, wird zukünftig automatisch Kunde der Commerzbankund wird möglicherweise auch dann nicht automatisch kündigen, wenn die Konditionen schlechter werden.

Commerzbank behält M-Bank doch

Die Commerzbank behält die M-Bank doch. Eigentlich sollte das polnische Tochterunternehmen verkauft werden. Auch aufgrund der Coronakrise scheint die Frankfurter Großbank jedoch keinen attraktiven Preis mehr für die M-Bank erzielen zu können. Bettina Orlopp, Finanzvorständin der Commerzbank, dazu (Stand: 5/2020):

"Es ist klar, dass wir ein so wertvolles Asset wie die mBank nur dann verkaufen, wenn die Bedingungen stimmen. Das von der Corona-Krise geprägte Kapitalmarktumfeld ermöglicht es uns jedoch nicht, eine attraktive Bewertung zu erzielen, die dem tatsächlichen Wert der mBank entspricht."

Die Commerzbank hält immerhin 69,3 Prozent an der Warschauer Bank. Diese gilt Experten zufolge als eine der innovativsten Geldinstitute Europas. Bereits Anfang Februar 2020 hatte es Medienberichte gegeben, dass sich anscheinend nur ein ernsthafter Bieter für die M-Bank interessieren würde.

Bildquellen:

Commerzbank-Logo: unsplash.com | Kolar.io
comdirect-Logo: comdirect.de
Kreditkarte: kostenlose-kreditkarte.de
Frau mit Handy: comdirect.de
DKB: DKB
Commerzbank-Logo am Gebäude: pixabay.com - ulleo