Kryptowährungen bei Visa & Mastercard

Kryptowährungen wie Bitcoin boomen aktuell. Aber wie gehen Visa sowie Mastercard damit um und bieten sie Krypto-Kreditkarten an?

Kryptowährungen bei Visa & Mastercard

Die Kreditkarten von Visa und Mastercard haben in der Regel noch nichts direkt mit Kryptowährungen zu tun. Dies ändert sich aktuell jedoch. Denn beide Anbieter sind schon längst auf den Krypto-Zug aufgesprungen.

Damit könnten Verbraucher zukünftig im Alltag über ihre Kreditkarte per Kryptowährung bezahlen oder diese zum Beispiel als Belohnung erhalten siehe unten). Bitcoin und Co könnten damit zu einem Teil des regulären Bezahl- und Finanzmarktes werden. Bis dies aber wirklich flächendeckend der Fall ist, dürfte es noch eine Weile dauern (Stand: 05/2021).

Visa und Kryptowährungen

visa-stablecoin-kryptowaehrung

Visa will anscheinend nicht nur von außen auf den Kryptowährungs-Markt schauen, sondern dabei selbst "in sehr großem Stil" aktiv werden, sagte CEO Alfred Kelly im Mai 2021. Denn der US-Konzern hat bereits im Februar 2021 eine Debitkarte mit der österreichischen Kryptobörse Bitpanda herausgebracht. Mit dieser sollen Inhaber mit Kryptowährungen bezahlen können. Dafür müssen sie zum Beispiel nur Bitcoin in der App auswählen. Der Betrag wird dann beim Bezahlen per Visa-Debitkarte in Echtzeit in Euro umgerechnet.

Ebenfalls im Februar wurde bekannt, dass Visa noch im Jahr 2021 eine neue digitale Schnittstelle (API) für Banken ermöglichen will. Über diese können sie Zahlungen und Handel mit Kryptowährungen ermöglichen. Der Kreditkarten-Anbieter testet diese Schnittstelle bereits mit der US-amerikanischen First Boulevard Bank. Visa hat zudem schon eine Warteliste für interessierte US-Banken angelegt.

Schon einen Monat später kündigte Visa ein Pilotprojekt mit der Digitalplattform Crypto.com an. Dabei will der Kreditkarten-Anbieter Zahlungen mit der Kryptowährung "USD Coin" (USDC) über die Ethereum-Blockchain abrechnen. Der teure und aufwändige Zwischenschritt über Fiat-Währungen soll dabei entfallen. Seit Mai 2021 akzeptiert Visa Zahlungen mit dem Stablecoin "USD Coin" (USDC). Visa will diese Lösung im Laufe des Jahres 2021 weiteren Partnern ermöglichen. Außerdem sollen mehr Stablecoins unterstützt werden – potenziell auch "Central Bank Digital Currencies" (CBDC).

Visa bietet bereits seit 2019 eine Krypto-Kreditkarte in Großbritannien an: 

Wie Visa Kryptowährungen sieht

Visa-CEO Kelly nannte im Mai 2021 einige Punkte, die er als Chance in Bezug auf Kryptowährungen sieht:

  • Kauf und Verkauf von Kryptowährungen per Visa-Karte
  • Entwicklung von kryptobezogenen Schnittstellen für Finanzinstitutionen
  • Aufbau von Infrastruktur, um Visa-Abrechnungen per Stablecoins zu ermöglichen
  • Arbeit an Lösungen für Digitales Zentralbankgeld (Central Bank Digital Currency, kurz CBDC)

Wie Visa Kryptowährungen unterscheidet

Der Visa-CEO unterscheidet bei den Kryptowährungen

  • Investment-Möglichkeiten, zum Beispiel Bitcoin
  • Zahlungsverkehr-Optionen, zum Beispiel mit Stablecoins und CBDCs

Laut Kelly befindet sich Visa in Gesprächen mit mehreren Zentralbanken bezüglich CBDCs. Denn Verbraucher müssten diesen vertrauen. Dieses könnte Visa als Partner wohl mit herstellen, so Kelly.

Mastercard und Kryptowährungen

mastercard-kryptowaehrung-codenetzwerk

Mastercard hat im Februar 2021 angekündigt, dass es noch im selben Jahr einige Kryptowährungen als Zahlungsmittel zulassen und anerkennen will. Allerdings müssen die Kryptowährungen eine gewisse Stabilität bieten (sogenannte Stablecoins) sowie den Compliance-Richtlinien des Kreditkarten-Anbieters genügen. Dabei geht es vor allem um die Geldwäsche-Bekämpfung.

Raj Dhamodharan von Mastercard zu der neuen Krypto-Ankündigung:


"Damit schaffen wir viel mehr Möglichkeiten für Käufer und Händler, die es ihnen erlauben, in völlig neuer Art und Weise Zahlungen zu tätigen. Diese Änderung kann Händlern neue Kunden erschließen sowie Verkäufern dazu verhelfen durch die Erweiterung ihrer Zahlungsmöglichkeit die Loyalität zu bestehenden Kunden auszuweiten. Verbraucher werden mit diesen Möglichkeiten weiterhin dazu befähigt, Geld auf eine neue Weise zu sparen, zu verwalten und zu versenden."

Mastercard hat bereits in den vergangenen Jahren an einigen Krypto-Projekten mitgearbeitet. Das US-Unternehmen brachte zum Beispiel Kreditkarten mit Bitpay und Wirex auf den Markt, mit denen Krypto-Besitzer direkt im stationären Handel bezahlen konnten. Dabei wurden Bitcoin und Co jedoch immer in klassische Währungen umgerechnet werden. Dieser Umweg könnte zukünftig entfallen.

Mastercard und die Krypto-Börse Gemini wollen im Sommer 2021 eine besondere kostenlose Kreditkarte auf den US-Markt bringen. Damit sollen Besitzer pro Einkauf bis zu 3 Prozent als Cashback in einer von 30 Kryptowährungen ihrer Wahl erhalten können. Sie könnten also Bitcoin und Co sammeln, ohne dafür extra zu bezahlen.

Daneben kooperiert Mastercard auch mit mehreren Zentralbanken, welche an eigenen Digitalwährungen arbeiten. Der Kreditkarten-Anbieter hat schon 2020 eine Testplattform erstellt, um diese sogenannten CBDCs simulierend zu nutzen. Laut Mastercard interessieren sich 80 Prozent der Zentralbanken weltweit für eigene Digitalwährungen. Demnach sollen schon 40 Prozent Tests dafür durchführen.

Wie Mastercard Kryptowährungen unterteilt

  • "Central Bank Digital Currencies" (CBDC) ist digitales Zentralbankgeld als gesetzliches Zahlungsmittel
  • Stablecoins sind Kryptowährungen, die an echte Währungen gebunden sind und damit weniger im Wert schwanken als Free floating-Kryptowährungen
  • Free floating Kryptowährungen, zum Beispiel Bitcoin basieren auf einer dezentralen Blockchain und sind unabhängig von Banken und staatlichen Institutionen

Bildquellen:

Titelbild: pixabay.com | MasterTux
Visa-Stablecoins: Visa
Mastercard-Bild mit Code-Netzwerk: mastercard.com