Kryptowährungen bei Visa, Mastercard & Amex

Kryptowährungen bei Visa, Mastercard & Amex

Kryptowährungen wie Bitcoin boomen aktuell. Aber wie gehen Visa, Mastercard sowie Amex damit um und welche Krypto-Kreditkarten bieten sie an?

Kryptowährungen bei Visa, Mastercard & Amex

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Die Kreditkarten von Visa, Mastercard und American Express (Amex) haben in der Regel noch nichts direkt mit Kryptowährungen zu tun. Dies ändert sich aktuell jedoch. Denn die Anbieter sind schon längst auf den Krypto-Zug aufgesprungen.

Damit könnten Verbraucher zukünftig im Alltag über ihre Kreditkarte per Kryptowährung bezahlen oder diese zum Beispiel als Belohnung erhalten (siehe unten). Bitcoin und Co könnten damit zu einem Teil des regulären Bezahl- und Finanzmarktes werden. Bis dies aber wirklich flächendeckend der Fall ist, dürfte es noch eine Weile dauern (Stand: 07/2021).

Visa und Mastercard kooperieren trotz regulatorischer Bedenken mit Binance. Denn die italienische Finanzaufsichtsbehörde warnt vor der Kryptowährungsbörse aus Malta. Sie ist mit einem Handelsvolumen von rund 20 Milliarden US-Dollar die größte Krypto-Handelsplattform (Stand: 07/2021). Beide Kreditkarten-Anbieter erkennen zwar die Bedenken an und wollen die Situation rund um Binance aufmerksam. Auch Barclays und Santander kooperieren weiter mit Binance.

Visa und Kryptowährungen

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Visa will anscheinend nicht nur von außen auf den Kryptowährungs-Markt schauen, sondern dabei selbst "in sehr großem Stil" aktiv werden, sagte CEO Alfred Kelly im Mai 2021. Denn der US-Konzern hat bereits im Februar 2021 eine Debitkarte mit der österreichischen Kryptobörse Bitpanda herausgebracht. Mit dieser sollen Inhaber mit Kryptowährungen bezahlen können. Dafür müssen sie zum Beispiel nur Bitcoin in der App auswählen. Der Betrag wird dann beim Bezahlen per Visa-Debitkarte in Echtzeit in Euro umgerechnet.

Ebenfalls im Februar wurde bekannt, dass Visa noch im Jahr 2021 eine neue digitale Schnittstelle (API) für Banken ermöglichen will. Über diese können sie Zahlungen und Handel mit Kryptowährungen ermöglichen. Der Kreditkarten-Anbieter testet diese Schnittstelle bereits mit der US-amerikanischen First Boulevard Bank. Visa hat zudem schon eine Warteliste für interessierte US-Banken angelegt.

Schon einen Monat später kündigte Visa ein Pilotprojekt mit der Digitalplattform Crypto.com an. Dabei will der Kreditkarten-Anbieter Zahlungen mit der Kryptowährung "USD Coin" (USDC) über die Ethereum-Blockchain abrechnen. Der teure und aufwändige Zwischenschritt über Fiat-Währungen soll dabei entfallen. Seit Mai 2021 akzeptiert Visa Zahlungen mit dem Stablecoin "USD Coin" (USDC). Visa will diese Lösung im Laufe des Jahres 2021 weiteren Partnern ermöglichen. Außerdem sollen mehr Stablecoins unterstützt werden – potenziell auch "Central Bank Digital Currencies" (CBDC).

Visas Krypto-Projekte

1 Mrd $ Umsatz mit Visa-Kryptokarten

In der ersten Hälfte des Jahres 2021 wurden bereits über eine Milliarde US-Dollar mit Visa-Karten ausgegeben, die an Kryptowährungen geknüpft sind. Das CFO Vasant Prabhu Anfang Juli 2021 gegenüber dem Nachrichtensender CNBC bestätigt. Demnach könnten die jährlichen Verbraucherausgaben in Höhe von 18 Billionen US-Dollar nicht mehr mit Bargeld und Schecks, sondern per Kryptowährung getätigt werden. Prabhu sagte:

"Wir tun viel, um ein Ökosystem zu schaffen, das Kryptowährungen nutzbarer und wie jede andere Währung macht. Die Leute erforschen Möglichkeiten, wie sie Kryptowährungen für Dinge verwenden können, für die sie normale Währungen verwenden würden. Es gibt viele Probleme in Bezug auf die Volatilität usw. Aber das ist Sache der Besitzer von Kryptowährungen, sie zu verwalten und zu verfolgen."

Visa arbeitet mit 50 Firmen zusammen, damit Kunden per Krypto-Karten bei 70 Millionen Händlern weltweit bezahlen können. Der Kreditkarten-Anbieter will zukünftig mit weiteren Krypto-Plattformen kooperieren. Zu den aktuellen Partnern und Projekten gehören unter anderem:

Coinbase Card

Visa bietet in Großbritannien und Deutschland die Coinbase Card an. Diese Debitkarte bietet in den USA unter anderem Cashback in Höhe von einem Prozent in Bitcoin oder 4 Prozent in Stellar Lumens (XLM). Inzwischen ist auch die Integration in Apple Pay und Google Pay möglich. Inhaber können auch ihre eigenen Kryptobestände zum Bezahlen verwenden. Händler erhalten aber in jedem Fall Gutschrift in Geld, wie bei jeder anderen Kartenzahlung auch.

Visa bietet diese Krypto-Karte bereits seit 2019 in Großbritannien an: 

BlockFi Rewards Visa Card

In den USA gibt es seit Juli 2021 eine Visa-Kreditkarte von der Krypto-Firma mit Bitcoin-Rewards. Inhaber erhalten beim Karteneinsatz bis zu 3,5 Prozent Cashback in Form der Kryptowährung.

Seit Dezember 2020 hatten sich 400.000 Menschen auf die Warteliste für diese Visa-Card setzen lassen. Jeder Interessiert sollte seine Kreditkarte bis Ende Juli 2021 erhalten, versprach BlockFi-CEO Zac Prince. Für die Karte fällt keine jährliche Gebühr an. Auch Auslandstransaktionen sind kostenlos.

Wie Visa Kryptowährungen sieht

Visa-CEO Kelly nannte im Mai 2021 einige Punkte, die er als Chance in Bezug auf Kryptowährungen sieht:

  • Kauf und Verkauf von Kryptowährungen per Visa-Karte
  • Entwicklung von kryptobezogenen Schnittstellen für Finanzinstitutionen
  • Aufbau von Infrastruktur, um Visa-Abrechnungen per Stablecoins zu ermöglichen
  • Arbeit an Lösungen für Digitales Zentralbankgeld (Central Bank Digital Currency, kurz CBDC)

Wie Visa Kryptowährungen unterscheidet

Der Visa-CEO unterscheidet bei den Kryptowährungen

  • Investment-Möglichkeiten, zum Beispiel Bitcoin
  • Zahlungsverkehr-Optionen, zum Beispiel mit Stablecoins und CBDCs

Laut Kelly befindet sich Visa in Gesprächen mit mehreren Zentralbanken bezüglich CBDCs. Denn Verbraucher müssten diesen vertrauen. Dieses könnte Visa als Partner wohl mit herstellen, so Kelly.

Mastercard und Kryptowährungen

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Mastercard hat im Februar 2021 angekündigt, dass es noch im selben Jahr einige Kryptowährungen als Zahlungsmittel zulassen und anerkennen will. Allerdings müssen die Kryptowährungen eine gewisse Stabilität bieten (sogenannte Stablecoins) sowie den Compliance-Richtlinien des Kreditkarten-Anbieters genügen. Dabei geht es vor allem um die Geldwäsche-Bekämpfung.

Raj Dhamodharan von Mastercard zu der neuen Krypto-Ankündigung:


"Damit schaffen wir viel mehr Möglichkeiten für Käufer und Händler, die es ihnen erlauben, in völlig neuer Art und Weise Zahlungen zu tätigen. Diese Änderung kann Händlern neue Kunden erschließen sowie Verkäufern dazu verhelfen durch die Erweiterung ihrer Zahlungsmöglichkeit die Loyalität zu bestehenden Kunden auszuweiten. Verbraucher werden mit diesen Möglichkeiten weiterhin dazu befähigt, Geld auf eine neue Weise zu sparen, zu verwalten und zu versenden."

Mastercard hat bereits in den vergangenen Jahren an einigen Krypto-Projekten mitgearbeitet. Das US-Unternehmen brachte zum Beispiel Kreditkarten mit Bitpay und Wirex auf den Markt, mit denen Krypto-Besitzer direkt im stationären Handel bezahlen konnten. Dabei wurden Bitcoin und Co jedoch immer in klassische Währungen umgerechnet werden. Dieser Umweg könnte zukünftig entfallen.

Daneben kooperiert Mastercard auch mit mehreren Zentralbanken, welche an eigenen Digitalwährungen arbeiten. Der Kreditkarten-Anbieter hat schon 2020 eine Testplattform erstellt, um diese sogenannten CBDCs simulierend zu nutzen. Laut Mastercard interessieren sich 80 Prozent der Zentralbanken weltweit für eigene Digitalwährungen. Demnach sollen schon 40 Prozent Tests dafür durchführen.

Mastercards Krypto-Projekte

Mastercard kooperiert bei Krypto-Karten mit den folgenden Unternehmen:

Neues Startup-Programm

Mastercard hat Ende Juli ein neues Startup-Programm rund um die Themen Blockchain und Kryptowährungen eröffnet. Zu den sieben Teilnehmern gehört unter anderem Stacs. Das Startup aus Singapur kümmert sich laut Mastercard um die "Schaffung neuer nachhaltiger digitaler Vermögenswerte". Zu den Kunden gehören auch schon globale Banken. Das Kreditkarten-Unternehmen hat seit 20214 über eigene Initiativen bereits 250 Startups unterstützt.

Circle: Stablecoins

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Mastercard hat Anfang Juli 2021 angekündigt, dass es Kooperationspartnern die Umwandlung von Kryptowährungen in Fiatgeld erleichtern will. Das Kreditkarten-Unternehmen kooperiert dabei mit dem USDC-Emittenten Circle, um mit Stablecoin in einem Pilotprojekt zu integrieren. Zuvor konnten Bitcoin und Co bei Mastercard nur mit Fiat-Währungen abgerechnet werden.

Krypto-Tauschbörse Gemini

Mastercard und die Krypto-Tauschbörse Gemini wollen ab dem Sommer 2021 eine Krypto-Kreditkarte in den USA anbieten. Diese ermöglicht das Verdienen von verschiedenen Kryptowährungen als Belohnung. Anfangs soll der Cashback bei 3 Prozent in einer von 30 Kryptowährungen liegen. Karten-Inhaber könnten also Bitcoin und Co sammeln, ohne dafür extra zu bezahlen. Später soll er auf 2 und dann auf 1 Prozent fallen.

Revolut

Mastercard und Revolut lassen ihre Karte mit einer Kryptowährung verknüpfen. Der Inhaber hält Bitcoin oder Ähnliches jedoch nicht direkt. Er kann in seinem Revolut-Account aber einstellen, dass seine virtuell gehaltene Kryptowährung in die echte Währung umgewandelt wird.

Wie Mastercard Kryptowährungen unterteilt

  • "Central Bank Digital Currencies" (CBDC) ist digitales Zentralbankgeld als gesetzliches Zahlungsmittel
  • Stablecoins sind Kryptowährungen, die an echte Währungen gebunden sind und damit weniger im Wert schwanken als Free floating-Kryptowährungen
  • Free floating Kryptowährungen, zum Beispiel Bitcoin basieren auf einer dezentralen Blockchain und sind unabhängig von Banken und staatlichen Institutionen

American Express und Kryptowährungen

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American Express (Amex) beschäftigt sich schon länger mit Kryptowährungen. Der Kreditkarten-Anbieter hat zum Beispiel Startups aus der Szene investiert, so Harshul Sanghivon von Amex.

American Express' Krypto-Projekte

FalconX

Im Dezember 2020 wurde bekannt, dass American Express in FalconX investiert ist. Die konkrete Summe ist zwar nicht bekannt. Aber bereits im Mai 2020 haben unter anderem Accel und Coinbase 17 Millionen US–Dollar in die Krypto-Handelsplattform gesteckt. Bis Ende 2020 hat FalconX eine Umsatzsteigerung von 350 Prozent erwirtschaftet. Die monatliche Transaktionsvolumen lag damals bei 3 Milliarden US–Dollar.

Blockchain-App für Rechnungen

Bereits 2019 hat Amex die Blockchain-Technologie in eine App eingebaut, damit Kunden Rechnungen transparent einsehbar zu machen.

Bildquellen:

Titelbild: pixabay.com | MasterTux
Logos: Visa, Mastercard, Amex
Visa-Stablecoins: Visa
Mastercard-Bild mit Code-Netzwerk: mastercard.com
Mastercard-Logo: Alexey Novikov | Dreamstime
Amex Blue: Amex