Öko-Card: Nachhaltige Kreditkarten

Öko-Card: Nachhaltige Kreditkarten

Neben den traditionellen Öko-Banken gibt es immer mehr Anbieter mit nachhaltigen Kreditkarten. Aber tun sie wirklich etwas für den Klima- und Umweltschutz oder ist es Greenwashing?

Öko-Card: Nachhaltige Kreditkarten

Neben den traditionellen Öko-Banken gibt es immer mehr Anbieter mit nachhaltigen Kreditkarten. Diese sind zum Beispiel nicht aus Plastik, sondern aus Holz. Bei einigen werden zum Beispiel Bäume gepflanzt. Wir wollen in diesem Ratgeber ein paar Anbieter mit ihren Öko-Karten vorstellen. Aber sind sie alle wirklich nachhaltig?

Mastercard: u.a. Priceless Planet Coalition

Mastercard hat bis Ende 2021 bereits 10 Millionen Mastercard-Karten mit recycelbarem Material herausgegeben. Dafür kooperiert das Kreditkarten-Unternehmen mit 148 Banken in 46 Ländern. Diese erhalten Karten aus nachhaltigeren Materialien wie recyceltem Meeresplastik, Biokunststoff, Zucker oder Mais. 

Mastercard engagiert sich seit der Corona-Pandemie öffentlich mehr für Nachhaltigkeit, Klima- sowie Umweltschutz ein. Bis Ende 2021 wollte das Kreditkarten-Unternehmen 500.000 Bäume pflanzen (lassen). Dafür sollten Mastercard-Inhaber nur in einem von 35.000 Geschäften mit dem sogenannten "Pay&Grow"-Zeichen (siehe Tweet) bezahlen:

Bis 2025 will Mastercard so insgesamt 100 Millionen Bäume pflanzen (lassen). Die sogenannte "Priceless Planet Coalition" des US-Unternehmens übernimmt die folgende Aufgabe:

"Gemeinsam identifizieren wir Gebiete, in denen eine Wiederaufforstung die größtmöglichen positiven Auswirkungen auf unseren Planeten hat."

Außerdem hat Mastercard bereits im April 2021 einen CO2-Rechner veröffentlicht. Damit sehen Nutzer die CO2-Emissionen ihrer Transaktionen.

Norisbank: Teil der Priceless Planet Coalition

Norisbank Top Girokonto Mastercard

Die Norisbank ist unter anderem Teil der "Priceless Planet Coalition" von Mastercard. Denn auch Kunden des Geldinstituts aus Bonn können online bestätigen, dass sie mit zum Beispiel per norisbank Top-Girokonto Mastercard bezahlen. Dafür lässt der Kreditkarten-Anbieter wiederum einen Baum pflanzen.

Tomorrow

Tomorrow: kostenpflichtig (seit 10/2021)

Die Tomorrow Visa Card inklusive Konto ist seit Oktober 2021 nicht mehr kostenlos. Das gab das Hamburger Öko-Fintech Ende August 2021 bekannt. Laut Tomorrow gibt es seitdem drei Kontomodelle:

  • Tomorrow Now: 3 Euro
  • Tomorrow Change: 7 Euro
  • Tomorrow Zero: 15 Euro

Bestandskunden sind zunächst nicht betroffen, so Ronald Gerber, der leitende Kundenbetreuer von Tomorrow. Eine Ausnahme gilt allerdings, wenn sie seit Oktober das Kontomodell wechseln. Im September war dies noch möglich. Das Fintech will insgesamt bald profitabel arbeiten.

Drei Kontomodelle (bis einschließlich 09/2021)

Tomorrow-Logo

Das Hamburger Öko-Fintech Tomorrow bot bis September 2021 drei Konto-Modelle und damit auch unterschiedliche Karten an (Stand: 09/2021):

Bei allen drei Varianten schützt jeder gezahlte Euro einen Quadratmeter Regenwald. Außerdem unterstützen die Einlagen weltweit nachhaltige Projekte. Das Geld der Kunden fließt also nicht wie bei vielen anderen Banken in "Waffen, Kohle und andere schädliche Industrien", so Tomorrow.

Kunden erhalten allerdings nur bei Tomorrow Zero eine Visa-Card aus Holz und sie können den durchschnittlichen CO2-Fußabdruck eines Deutschen kompensieren. Das Fintech geht dabei von 11,3 Tonnen CO2 pro Jahr aus. Die beiden anderen Konto-Modelle von Tomorrow bieten diese zwei Vorteile nicht. Seit Juni 2021 zeigt die mobile Banking-App auch den CO2-Ausstoß der Einkäufe an. 

Tomorrow Visa Card

Tomorrow Visa Card

Die ehemals kostenlose Tomorrow Visa Card im damals gleichnamigen Modell "Free" (bis einschließlich September 2021). Sie bot unter anderem die folgenden Vorteile:

  • jeder Karteneinsatz pflanzt Bäume
  • mobiles und nachhaltiges Banking
  • weltweit kostenlos bezahlen
  • Mobile Payment per Apple Pay & Google Pay
  • Kontoeröffnung dank Videoident in 10 Minuten
  • einfache Legitimation per Videoident
  • kontaktlos bezahlen bis 50 Euro ohne PIN
  • ohne Schufa-Prüfung

DKB

Die Deutsche Kreditbank (DKB) ist kein reines Öko-Institut. Die Berliner Direktbank richtet sich aber zumindest öffentlich deutlich nachhaltiger aus als viele Konkurrenten. Eigenen Angaben zufolge ist sie "mit einem Kreditvolumen von über 10,7 Milliarden Euro der größte Finanzierer der Energiewende."

Die DKB soll zwar die nachhaltigste Bank unter den Top 20 in Deutschland sein. Aber im "Fair Finance Guide" landet sie unter den "normalen Banken" allerdings auch nur im Mittelfeld. Jedoch wurden dabei nur einige Institute verglichen.

Die DKB schreibt auf der eigenen Webseite dazu:

"Seit unserer Gründung 1990 ist Nachhaltigkeit in den Unternehmenswerten fest verankert. Wir agieren zukunftsorientiert und setzen auf wirtschaftlichen Erfolg, der im Einklang mit Mensch und Umwelt steht. Dabei konzentrieren wir uns auf das Wesentliche, unser Kerngeschäft."

Weiterhin heißt es: 

"Die DKB legt großen Wert auf nachhaltiges Handeln: Als #geldverbesserer setzt sie deshalb auf ein nachhaltiges Kreditgeschäft."

Die DKB veröffentlicht zum Beispiel jährlich einen Nachhaltigkeitsbericht gemäß dem Deutschen Nachhaltigkeitskodex (DNK) und eine Umwelterklärung. Die Berliner Direktbank investiert Anlagegelder in erneuerbare Energien, Wohnungen, Schulen, Kitas, Krankenhäuser sowie in Pflegeheime nicht in die folgenden Bereiche:

  • Atomkraftwerke
  • Rüstungsgüter
  • gentechnisch veränderte Organismen
  • Pornografie
  • Prostitution
  • illegaler Drogenhandel

DKB Visa Kreditkarte

DKB Visa Kreditkarte

Die kostenlose DKB Visa Kreditkarte bietet zwar einige Vorteile, aber keine im Zusammenhang wie Umwelt- oder Klimaschutz, so wie andere Anbieter:

  • weltweit kostenlos bezahlen für Aktivkunden
  • weltweit kostenlos Geld abheben für Aktivkunden
  • inkl. kostenloses Girokonto
  • kostenlose Partnerkarte möglich
  • inkl. kostenloser Girocard
  • einfache Legitimation mit Videoident
  • mit Apple Pay und Google Pay
  • bis 50 Euro kontaktlos ohne PIN-Eingabe bezahlen

awa7 Visa Kreditkarte

Die awa7 Visa Kreditkarte wird von der Hanseatic Bank ausgegeben. Mit dieser kostenlosen Karte pflanzen Neukunden beim Erhalt bereits zehn Bäume. Ein neuer Baum kommt automatisch je 100 Euro per Karte hinzu.

Der Anbieter verspricht die nachhaltige Bepflanzung. Dazu gehören auch die Pflege und der Schutz zum Fortbestand der Bäume. Durch die awa7 Visa Kreditkarte sollen bereits 88.000 Bäume gepflanzt worden sein (Stand: 09/2021). Im März 2021 waren es noch 45.700 Bäume.

awa7 Visa Kreditkarte

Neben dem Pflanzen von Bäumen bietet die awa7 Visa Kreditkarte unter anderem die Vorteile:

  • weltweit kostenlos bezahlen
  • weltweit kostenlos Bargeld abheben
  • Apple Pay und Google Pay
  • Kontaktlos ohne PIN bis 50€ bezahlen
  • Online-Antrag & Video-Legitimation
  • Optionale Versicherungen
  • einfache Legitimation mit Videoident
  • bis 50 Euro kontaktlos ohne PIN bezahlen

Pliant

pliant earth card

Pliant bietet Firmen eine Kreditkarte, welche automatisch und kostenlos den CO²-Ausstoß von Geschäftsreisen ausgleicht. Besitzen Sie eine Visa-Karte des Das Berliner Fintechs, müssen Sie diese Funktion nur in der App aktivieren. Dann sehen Sie im Dashboard eine Übersicht mit allen ausgeglichenen CO²-Emissionen von Geschäftsreisen. Das Cashback wird direkt in zertifizierte Kompensationsprojekte investiert. Sie erhalten am Jahresende Zertifikat für die kompensierten CO²-Emissionen (Stand: 01/2022)

Eigentlich war Pliant bisher vor allem dafür bekannt, dass es Unternehmen mit guter Bonität Firmen-Kreditkarten mit hohem Kreditrahmen inklusive Cashback-Programm bietet. Dank vollkommen digitalem Kartenmanagement lässt sie sich nahtlos in die Buchhaltungssoftware integrieren. Damit hat das Berliner Startup unter anderem Carsten Maschmeyer überzeugt. Der TV-Löwe, der Main Incubator der Commerzbank und andere Geldgeber haben Ende 2021 immerhin 18 Millionen Euro in Pliant investiert.

Treecard

Die Treecard ist eine kostenlose Debit Mastercard aus Holz, die automatisch Bäume pflanzt. Dahinter steht Ecosia. Die ökologische Suchmaschine aus Berlin hatte Ende Juli 2021 bekannt gegeben, dass die Karte "bald in den USA verfügbar" sein soll. Bis Mitte September war dies allerdings noch nicht der Fall (Stand: 09/2021). Zudem soll die Treecard Ende 2021 auch in der EU auf den Markt kommen.

Ecosia hatte Treecard im Oktober 2020 eine Anschubfinanzierung gegeben. Sie erhielt damals Unternehmensanteile in Höhe von 20 Prozent und 80 Prozent Umsatzbeteiligung. Ecosia soll dafür eine Million US-Dollar in Treecard investiert haben. Im Februar 2021 wurde wiederum bekannt, dass sich Treecard eine Investition in Höhe von 5,1 Millionen US-Dollar gesichert hat.

Die geplante Karte soll aus FSC-zertifiziertem Kirschholz in nachhaltiger Produktion gefertigt werden. Aus einem Baum sollen mehr als 300.000 Karten werden, so Ecosia. Jedes Mal, wenn Inhaber 60 Euro per Treecard ausgegeben haben, soll ein Baum gepflanzt werden. Diese und andere wichtige Werte können Kunden per App überwachen. Die Treecard soll Apple Pay, Google Pay und Samsung Pay unterstützen. Aber wann genau und zu welchen konkreten Konditionen sie in Deutschland verfügbar sein wird, ist aktuell noch nicht bekannt (Stand: 09/2021).

Bildquellen:

Mastercard: Mastercard
Tomorrow: tomorrow.one
DKB: DKB
awa7: awa7.de


Autor - Global-Konto

Christian Bach

Redaktion & Social Media

Seit meinem Studium in Medien & Politische Kommunikation bin ich leidenschaftlicher Texter. Innovative Bezahllösungen, Mobile Payment aber auch klassische Finanzprodukte wie das Girokonto oder Bezahlkarten zählen heute zu meinen Schwerpunkten als Redakteur und Social Media Manager. Ich schreibe vorzugsweise über aktuelle Trends, Innovationen und Best Practices im Finanzwesen.