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08.07.2014
Die mobile Bank erlebt ihr Comeback

Bildquelle: © Michal Wozniak | Dreamstime Stock Photos

Es wirkt wie eine Geschichte aus vergangenen Zeiten und doch spielt sie sich heute ab. Die Sparkasse setzt Busse ein, um der Kundschaft auf dem Land die Finanzgeschäfte zu erleichtern. Die Fahrzeuge sind ausgestattet wie eine kleine Bankfiliale. Dort können all die Dinge erledigt werden, für die gewöhnlich eine stationäre Filiale aufgesucht wird.

1951 rollte in Bremen der erste rote Bus durch die Stadt. Die Sparkasse setzte das Fahrzeug damals ein, um Stadteile zu erreichen, von denen die nächste Filiale zu weit entfernt war. Wenig später folgten weitere Busse in anderen Großstädten wie Frankfurt am Main. In den 1950er-Jahren konnten sich die Banken über einen wahren Boom freuen und eröffneten im ganzen Bundesgebiet Filialen. So auch die Sparkasse, die als Übergangslösung auf die Filiale im Bus setzte. Das Konzept ging auf, denn damals hatten viele Stadtbewohner noch kein Auto. Eine längere Fahrt zu einer Bankfiliale wäre entsprechend recht beschwerlich gewesen. Der Sparkassenbus eignete sich für die Bank demnach ideal für die Akquise von Neukunden.

Das Comeback des Sparkassenbusses

Und nun, mehr als 60 Jahre später, feiert der Sparkassenbus seinen zweiten Frühling. Zwischenzeitlich waren die roten Fahrzeuge maximal noch Werbemittel. Heute rollen neue Busse durch Deutschland. Dieses Mal allerdings geht es aufs Land, nicht wie damals in die Stadt. Der Ausbau des Filialnetzes der Sparkasse ist längst abgeschlossen, nur noch wenige neue Standorte werden eröffnet. Auf dem Land ist die Expansion seit Jahren vorbei, stattdessen geht es in die gegengesetzte Richtung. Wo die Bank zu wenige Kunden hat, sind die Filialen nicht mehr rentabel. Sie werden geschlossen oder zusammengelegt. Viele kleinere Orte verfügen entsprechend über keine Sparkasse mehr.

Im Westen, Osten und Süden im Einsatz

Die Filialschließungen hängen auch mit der Landflucht zusammen. Viele junge Menschen verlassen kleinere Orte und ziehen in die Städte. Hauptsächlich ist Ostdeutschland davon betroffen, aber auch anderswo bleiben der Sparkasse auf dem Land immer weniger Kunden. Ob im niedersächsischen Duderstadt, Euskirchen in Nordrhein-Westfalen oder dem bayrischen Landkreis Schweinfurt – in zahlreichen Gemeinden im ganzen Landgebiet setzt die Sparkasse mittlerweile wieder Busse ein. Diese fahren auf ihren täglichen Strecken immer mehrere kleine Orte ab und bieten den Kunden somit weiterhin eine Art Filiale im Ort.

Bankgeschäfte für die wenig mobilen Menschen

Die Busse der Sparkasse sind dabei insbesondere für die älteren Menschen ein wahrer Segen. Zwar setzen auch unter ihnen immer mehr auf das Online-Banking, alle Geschäfte lassen sich über dieses aber nicht erledigen. Hauptsächlich geht es um die Ein- und Auszahlung von Geld. Diese ist in kleineren Orten oftmals überhaupt nicht mehr möglich, da es keine Geldautomaten mehr gibt. Der Sparkassenbus, der somit auch eine Art mobiler Geldautomat ist, schafft da Abhilfe. Auch Gespräche mit Bankberatern sind im Sparkassenbus möglich. Somit können die eigenen Finanzen besser verwaltet werden als einzig über das Internet. Dennoch bleibt es fraglich, ob der Sparkassenbus eine Zukunft hat. Seine Funktion als mobile Bankfiliale ist zwar unbestritten, wahrgenommen wird das Angebot aber hauptsächlich von älteren Leuten. Ein weiteres Comeback ist dem Bus, der bereits vor 60 Jahren zu einem Erfolgsmodell wurde, allerdings allemal zuzutrauen.


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