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27.10.2015
EU will Gebühren für die Kreditkartenzahlung verbannen

Bildquelle: © Jyothi | Dreamstime Stock Photos

Verändert sich für kostenlose Kreditkarten noch mehr als sowieso schon? Voraussichtlich ja, denn die Europäische Union plant eine weitergehende Regulierung des Marktes. Nachdem zuerst bereits die Interbankenentgelte auf maximal 0,3 Prozent (bei privaten Kreditkarten) begrenzt wurden, sollen nun als nächste Zuschläge für die Kreditkartenzahlung, die derzeit von einigen Händlern erhoben werden, wegfallen.

Die Europäische Union ist in Regulierungsstimmung. Bereits seit einigen Monaten bekannt: Die Absenkung der Interbankenentgelte auf 0,3 Prozent bei Kreditkarten und 0,2 Prozent bei Girokarten. Diese Änderung, die in Kürze in Kraft tritt, ist für die Kreditkartenbanken eine schwer zu verdauende, denn ihre Margen sind dadurch von teilweise über 2 Prozent auf gerade mal ein Achtel dessen zusammengeschrumpft. Die Folge war die Auflösung einiger weniger rentabler Produkte, etwa bei Barclaycard, oder aber die Verschlechterung von Bedingungen, beispielsweise bei der Lufthansa Miles & More Credit Card. Doch für Inhaber einer kostenlosen Kreditkarte waren die Änderungen nahezu ausschließlich positiv, denn während sich die Bedingungen meist nicht verändert haben, ist die Zahl der Akzeptanzstellen rasant gestiegen.

Überall mit Kreditkarte bezahlen

Die Regulierung hat dafür gesorgt, dass man mit der kostenlosen Kreditkarte mittlerweile nahezu überall in Deutschland einkaufen gehen kann. Sogar die Supermärkte, die sich lange gegen eine Einführung der Kreditkarte quer stellten, akzeptieren mittlerweile fast durch die Bank Kreditkarten. Sogar bei Discountern wie Aldi, Lidl und Netto kann man ohne Probleme mit der kostenlosen Kreditkarte bezahlen. Diese hohe Akzeptanz war vor wenigen Jahren noch nicht denkbar und das, obwohl Visa und MasterCard die Werbetrommel angeworfen hatten. Erst die EU-Regulierung und damit die sinkenden Kosten für die Händler haben dafür gesorgt, dass die Akzeptanz von Kreditkarten sprungartig gestiegen ist. Jeden Inhaber einer kostenlosen Kreditkarte kann das nur freuen!

Weitere Regulierung geplant

Auf dem Erfolg dieser Maßnahme will sich die Europäische Union aber nicht ausruhen und hat deshalb die nächste Regulierungsmaßnahme geplant. Nach Informationen mehrerer Tageszeitungen will die Europäische Union nun sogenannten Zuschlägen („Surcharges“) an den Kragen gehen. Dabei handelt es sich um Gebühren, die von Händlern erhoben werden, wenn Kunden sich entscheiden, im Internet mit einer gebührenpflichtigen oder kostenlosen Kreditkarte zu bezahlen. Diese Gebühren werden meist bei nur einer Zahlungsart nicht erhoben, was ebenfalls auf eine EU-Regulierung zurückgeht. Besonders gerne wird diese Art von Zuschlägen bei Online-Reisebüros sowie Fluggesellschaften erhoben. Besonders paradox sind die Gebühren deshalb, weil sie in manchen Fällen über dem Flugpreis liegen. Um Kunden zukünftig vor solch horrenden Gebühren zu schützen, plant die EU ein komplettes Verbot von diesen sogenannten Zuschlägen.

Online-Händler besonders betroffen

Schwierig ist diese Regulierung besonders für Online-Händler, denn sie sind es, die zumeist Zuschläge erheben, wenn Kunden sich entscheiden, ihre Visa- oder MasterCard-Kreditkarte zu zücken. Zwar sind von der neuen Regulierung, die voraussichtlich 2017 in Kraft treten soll, hauptsächlich Online-Reisebüros wie fluege.de oder Fluggesellschaften wie die Lufthansa betroffen, aber auch andere im Internet tätige Händler erheben Gebühren für die Zahlung mit Kreditkarte. Durch die Änderungen könnte es entsprechend auch diesen Markt wieder durcheinanderwirbeln. Fest steht allerdings: Kunden können sich auf mehr Transparenz freuen und davon ausgehen, dass sie mit ihrer kostenlosen Kreditkarte nicht nur überall bezahlen können, sondern sogar überall ohne jegliche Gebühren bezahlen können. Regulierung ist manchmal eben doch gut.


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