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19.07.2014
MasterCard will kontaktloses Bezahlen vorantreiben

Bis zum 1. Januar 2015 sollen 600.000 Terminals im Bundesgebiet ausgetauscht werden. MasterCard scheint sich sicher zu sein, dass bei der kontaktlosen Bezahlung noch viel Potenzial nach oben ist, denn in weniger als vier Jahren will der Kreditkartenanbieter die neue Methode der Bezahlung bei allen Einzelhändlern anbieten.

Bislang sind es erst 30.000 Terminals im Bundesgebiet, die MasterCard aufgestellt hat, um die neue Technik des kontaktlosen Bezahlens im Land zu etablieren. Gelohnt hat sich das bisher kaum, denn nur die wenigsten Deutschen verwenden das moderne Verfahren. Das Problem für MasterCard liegt darin, dass es momentan neben wenigen Annahmestellen auch große Bedenken gibt, ob die neue Technik ähnlich sicher ist wie das bisherige Verfahren. Darüber hinaus sind bei Weitem noch nicht alle Kreditkarten mit der Near Field Communication (NFC) – der Technik, die für das kontaktlose Bezahlen obligatorisch ist – ausgestattet.

Großer Ausbau der Infrastruktur

MasterCard, das sich als technologischer Vorreiter unter den Kreditkartenunternehmen sieht, will nun allerdings einen enorm schnellen Ausbau der Infrastruktur vornehmen und das kontaktlose Bezahlen dadurch innerhalb der nächsten Jahre zu einem integralen Bestandteil des Bezahlverhaltens machen. Dafür sollen im Bundesgebiet 600.000 Lesegeräte ausgetauscht werden. Bislang sind diese nur für die „normale“ Kreditkartenzahlung ausgelegt. In Zukunft soll auch die Bezahlung per NFC möglich sein. Dafür nimmt MasterCard eine enorme Summe in die Hand, denn die Umstellung der Lesegeräte bezahlt das Unternehmen komplett selbst – für die Händler entstehen dabei keine Zusatzkosten.

„Deutschland ist in dieser Hinsicht entwicklungsbedürftig“

Gegenüber der Welt machte Pawel Rychlinski, General Manager von MasterCard in Deutschland, deutlich, dass Deutschland noch großes Potenzial beim kontaktlosen Bezahlen habe. Er spricht gar von einem starken Nachholbedarf, den Deutschland gegenüber vieler seiner Nachbarn habe. Insbesondere in Polen, wo Rychlinski zuvor arbeitete, sei die Bezahlung mit NFC schon deutlich weiter. Der östliche Nachbar von Deutschland ist allerdings ein weltweiter Vorreiter bei der kontaktlosen Bezahlung, nur in wenigen Ländern auf der ganzen Welt bezahlen mehr Menschen mit Kreditkarten, die mit NFC funktionieren, als in Polen.

Rückständig im Bereich der Kreditkartenzahlungen

Rychlinski merkt außerdem an, dass in Deutschland auch insgesamt recht wenige Zahlungen mit Kreditkarte durchgeführt werden. Besonders im Vergleich zu anderen Ländern würden hierzulande nur sehr wenige Bezahlungen im Einzelhandel mit einer Kreditkarte abgewickelt. Aus Zahlen des Deutschen Sparkassen und Giroverbands, die der Welt vorliegen, werden in Deutschland nur knapp über fünf Prozent aller Zahlungen im Einzelhandel mit einer Kreditkarte abgewickelt. Im Vergleich: In den Vereinigten Staaten von Amerika sind es mehr als 50 Prozent. Da kommt es wenig überraschend, dass MasterCard, nach eigenen Angaben Marktführer in Deutschland, seine Position weiter verbessern will. Helfen soll dabei die neue Möglichkeit des kontaktlosen Bezahlens.

Angst vor gedeckelten Entgelten für Kreditkartenzahlungen

Dennoch sieht der Deutschland-Chef den Vormarsch der Kreditkartenunternehmen in Europa zumindest in gewissem Maße als gefährdet an. Gegenüber der Welt machte er deutlich, dass die geplanten Regulierungen des Marktes am Ende dem Kunden schaden würden. Das Europäische Parlament berät im Moment über eine Deckelung der Kreditkartengebühren bei Zahlungen sowohl  im stationären als auch im Online-Handel. Die Rede ist von maximal 0,3 Prozent des Umsatzes – deutlich weniger als das, was manche Kreditkartenfirmen heute einbehalten.


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