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10.08.2014
Russland macht Fortschritte bei eigenem Kreditkartensystem

Bildquelle: © Radu Razvan Gheorghe | Dreamstime Stock Photos

Die Luft für Visa und MasterCard in Russland wird dünner. Das war bereits vor Monaten zu erwarten, als sich die beiden Kreditkartenanbieter erst nach einem langen Streit mit den Behörden darauf einigten, ihre Dienste weiterhin in Russland anzubieten. Nun will die größte russische Bank, die Sberbank, mit einem eigenen Kreditkartensystem angreifen.

Wenn es um Kreditkarten geht, fallen den meisten Menschen die Namen Visa und MasterCard ein. Manchmal fällt vereinzelt noch der Name American Express, ganz selten wird auch die exklusive Diners Club-Karte genannt. Von PRO100 hat dagegen vermutlich noch niemand gehört. Die Kreditkarten, die von der russischen Sberbank ausgegeben werden, gibt es bereits seit einigen Monaten. Der Anklang hält sich jedoch zurück – sogar auf dem Heimatmarkt. Bislang haben gerade einmal 800.000 Kunden die Karte, die ähnlich wie eine Visa- oder MasterCard-Kreditkarte funktioniert.

Akzeptanzstellen sind arg begrenzt

Das große Problem der Karte der Sberbank liegt in der geringen Anzahl an Akzeptanzstellen. Während das Netz in Russland schon durchaus ordentlich ist, kann die Karte außerhalb von Russland nahezu gar nicht eingesetzt werden. Eine Kreditkarte, die nur im eigenen Land benutzt werden kann, bringt den Bürgern grundsätzlich kaum mehr als eine normale Geldkarte. Deshalb ist es wenig verwunderlich, dass Visa und MasterCard auch weiterhin deutlich beliebter sind. Die zwischenzeitlichen Zahlungssperrungen, die im Rahmen der Sanktionen von den beiden Kreditkartenanbietern ausgingen, haben dem Ruf scheinbar nicht geschadet.

Kritik aus dem eigenen Land

Mit Unterstützung der Regierung will die Sberbank das eigene Kreditkartensystem nun aber deutlich beliebter machen und auch eine internationale Expansion anstreben. Das gefällt in Russland nicht jedem, denn insbesondere die anderen Bankinstitute fürchten um ihre Rolle auf dem Markt. In den letzten Jahren war die staatliche Sberbank deutlich stärker gewachsen als alle anderen Institute – auch, weil sie von ihrer Nähe zum Kreml profitiert hatte. Eigentlich sollte das neue Kreditkartensystem, das Anfang des Jahres unter dem Namen „Goldene Karte“ angekündigt wurde, von mehreren Banken gemeinsam entworfen werden. Dazu scheint es nun nicht zu kommen, denn die Sberbank verfügt scheinbar über die nötige staatliche Unterstützung, um einen Alleingang zu wagen.

Ähnliche Modelle sind in anderen Ländern gescheitert

Ob die neue Karte der Sberbank auf dem Markt bestehen kann, gilt in Expertenkreisen als fraglich. Das kommt wenig überraschend, denn auch andere Institute in vielen Ländern der Erde versuchten bereits, für mehr Wettbewerb zu sorgen. Den Durchbruch hat außer den amerikanischen Anbietern aber bislang kein System geschafft. Der erfolgreichste „kleine Spieler“ ist die Kreditkarte des Japan Credit Bureau (kurz JCB), die weltweit über einige Millionen Akzeptanzstellen verfügt. Auf dem internationalen Markt konnte sich das Modell bislang allerdings trotz größter Bemühungen nicht durchsetzen. Die Hoffnung der Sberbank liegt auf einer Kooperation mit chinesischen Instituten. Diese verfügen oftmals bereits über erste Ansätze eines internationalen Netzes, das auch die Sberbank nutzen könnte. Ob diese Kooperation zustande kommt, steht bislang allerdings noch in den Sternen. Ganz ähnlich wie die Zukunft von PRO100.


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