Kann man anonym per Kreditkarte bezahlen?
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Wer auf der Suche nach einem passenden Zahlungsmittel ist, wird in den seltensten Fällen auf eine anonyme Kreditkarte stoßen. Das liegt schon daran, dass die wenigsten Karten aus dieser Produktgruppe wirklich attraktiv sind.
Um kostenlose Kreditkarten handelt es sich zudem generell nicht, sodass man mit dieser Suchintention schon grundsätzlich nicht bei anonymen Kreditkarten landet. Damit aber noch nicht genug. Denn Karten dieses Typs versprechen schon grundsätzlich nur eine teilweise Anonymität.
Keine wirklich anonymen Kreditkarten
Offiziell beworben wird keine Kreditkarte in Deutschland als anonyme Kreditkarte. Das ist auch nicht unbedingt überraschend. Denn volle Anonymität darf schon gesetzlich keine Kreditkarte bieten. Immerhin werden diese in der Regel mit einer Reihe von persönlichen Daten beantragt. Der Grund? Die Bank will natürlich wissen, ob Sie den "Kredit" zurückbekommt.
Es gibt Karten, bei denen kein Name auf die Karte gedruckt wird. Solche Karten findet man beispielsweise an dem einen oder anderen Kiosk, Supermarkt sowie teilweise an Tankstellen. Mit den Karten kann man oft nur im Internet und selten auch im Einzelhandel bezahlen, allerdings nur mit dem jeweils aufgeladenen Guthaben. Das Problem ist dabei allerdings oft, dass man im Internet selten ohne Eingabe eines Namens oder einer Adresse bestellen oder bezahlen kann. Selbst hier müssen Kunden also Daten angeben.
Schwierige Weiternutzung in der Anonymität
Auch eine Weiternutzung der entsprechenden Karten ist in der Anonymität in den allermeisten Fällen nicht möglich. Wer die Karte wieder aufladen möchte, muss mit einer Identifizierung rechnen. Damit ist es mit der Teilanonymität der Kreditkarte dann komplett vorbei, was die Karten dann wiederum wenig attraktiv macht.
Hinzu kommt, dass es sich grundlegend immer um Prepaid-Kreditkarten handelt, sodass man immer nur das Geld ausgeben kann, welches zuvor auf die Kreditkarte geladen wurde. Einen Kreditrahmen oder Ratenzahlung wie bei herkömmlichen Kreditkarten gibt es im Normalfall nicht - trotz des Namens. Damit kann es zu Problemen bei Hotel und Mietwagen kommen. Ähnlich sieht es auch bei den Zusatzleistungen der Karten aus: meist gibt es keine.
Hohe Gebühren und Ausgabeaufschläge
Die Probleme gehen aber noch weiter. Denn Verbraucher müssen mit hohen Gebühren und zudem auch Ausgabeaufschlägen rechnen. Wer sich eine „anonyme“ Kreditkarte an der Tankstelle kauft, zahlt meist nicht nur den Betrag, der aufgeladen werden soll. In der Regel fällt auch eine Ausgabegebühr an, welche recht hoch ausfallen kann. Lesen Sie sich die Bedingungen der Karten also vor dem Kauf genau durch. Denn solche Prepaid-Kreditkarten gibt es auch mit transparenten Gebühren.
Die folgenden Gebühren-Arten können im schlimmsten Fall auftreten:
- Kauf-Gebühr
- Jahresgebühr
- Gebühr für die Nicht-Nutzung
- Gebühr pro PIN-Änderung
- Gebühr pro Guthaben-Aufladung
- gebühr pro Geldabhebung
Die hohen Gebühren setzen sich beim Bezahlen und Abheben von Bargeld danach nahtlos fort. Insgesamt zahlt man gegenüber anderen Karten meist stark drauf. Wer eine wirklich kostenlose Kreditkarte sucht, sollte sich doch eher im Kreditkarten-Vergleich umsehen. Hier finden sich beispielsweise Karten wie die Deutschland-Kreditkarte Classic oder auch die Gebührenfrei Mastercard Gold. Mit diesen ist man vielfach besser dran als mit einer anonymen Kreditkarte.
Vor- und Nachteile einer anonymen Kreditkarte
Im Folgenden zählen wir einige Vor- und Nachteile einer anonymen Kreditkarte auf (Auswahl):
Vorteile
- Klar: Grundsätzliche Anonymität
- Kartenzahlung trotz Schulden möglich
- Nur im Guthaben nutzbar als Sicherheit
Nachteile
- Hohe Kosten
- nur anonym, wenn:
- mit Bargeld gekauft
- im stationären Handel eingesetzt
- nur im Guthaben nutzbar
- meist keine Zusatzleistungen
- Keine Hotel- und Mietwagen-Reservierung möglich
- Abheben von Bargeld ist i.d.R. unmöglich
Bildquellen:
Anonymous mit Karte: pexels.com | Tima Miroshnichenko
Geldbeutel mit zwei Karten: pixabay.com - Manuchi
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