Alle Details zur neuen Apple Kreditkarte

30.04.2019

Die Apple Kreditkarte wurde in den USA offiziell vorgestellt und überzeugt in vielerlei Hinsicht. Wie sehen die genauen Spezifikationen aus?

Kaum ein Thema wurde in den letzten Wochen und Monaten im Finanzbereich so stark diskutiert wie eine mögliche Einführung der Apple Kreditkarte. Die Apple Card ist nun endlich auch offiziell vorgestellt und viele der schon vorher durchgesickerten Details haben sich als richtig erwiesen. Fakt ist aber auch, dass die Apple Kreditkarte in Deutschland nicht zu einer Konkurrenz für andere kostenlose Kreditkarten wird, denn die Apple Card wird es vorerst nur in den USA geben. Über einen Start in anderen Märkten hat sich Apple noch nicht geäußert – dafür gibt es viele andere interessante Details zu der Kreditkarte von Apple.

Keine Jahresgebühr, keine Fremdwährungsgebühr, keine Überziehungsgebühr

Apple bewirbt die erste eigene Kreditkarte als absolutes Sparprodukt, denn anders als die teuren Smartphones und anderen Produkte des Herstellers wird die Apple Kreditkarte komplett kostenlos sein. Verbraucher dürfen sich darauf freuen, eine kostenlose Kreditkarte zu erhalten, die zudem auch in anderen Gebührenbereichen zu überzeugen weiß. In Deutschland gibt es zwar auch kostenlose Kreditkarten, die nicht nur ohne Jahresgebühr daherkommen, sondern auch noch in anderen Bereichen keine oder nur sehr geringe Gebühren haben, doch vergleichbar mit der Apple Kreditkarte sind was die Gebühren angeht nur wenige Kreditkarten in Deutschland.

Apple verzichtet nämlich nicht nur auf eine Jahresgebühr, sondern darüber hinaus auch auf eine Fremdwährungsgebühr, die in Deutschland bei Kreditkarten leider zur Regel gehört. Nur wenige Anbieter verzichten auf die Erhebung von Gebühren für Zahlungen in anderen Währungen im Ausland. Bei der Apple Kreditkarte wird es zudem keine Gebühren für Abhebungen von Bargeld und auch keine Gebühren für die Überschreitung des Limits geben. Solche sind in Deutschland nicht verbreitet, spielen in den USA bei einigen Kreditkartenanbietern allerdings eine Rolle. Apple möchte dagegen auf all diese Gebühren verzichten und Kunden damit ein preislich insgesamt sehr attraktives Produkt bieten, das vergleichbar mit den besten kostenlosen Kreditkarten in Deutschland ist.

Die einzige relevante Gebühr bei der Nutzung der Apple Pay Kreditkarte entsteht, wenn Verbraucher ihre Rechnung zu spät bezahlen. In den USA sind solche Gebühren, die hierzulande auch als Teilzahlungsoption bekannt sind, üblich. Dadurch, dass Kartenabrechnungen in den Vereinigten Staaten meist deutlich später beglichen werden als in Deutschland, können die Zinsen für Verbraucher entsprechend auch schnell zu einem finanziellen Problem werden. Bei der Apple Kreditkarte sind zumindest diese Gebühren auch nicht gerade niedrig und liegen zwischen 13,24 und 24,24 Prozent pro Jahr. Solch enormen Zinssätze kennt man aus Deutschland in diesem Bereich nicht.

Rückvergütung für Einkäufe mit der Karte und Apple Pay

Doch die Apple Kreditkarte ist nicht nur kostenlos, sondern bringt Verbrauchern gleichzeitig auch noch eine relevante Rückvergütung. Inhaber der Karte können bei Zahlungen mit der Apple Card sozusagen Geld verdienen. Dies funktioniert über ein Cashback-System. In Deutschland gibt es Vergleichbares nur bei ausgewählten Karten und auch dann nur für bestimmte Bereiche, zum Beispiel eine Rückvergütung für Zahlungen an Tankstellen. Die Apple Kreditkarte wird in dieser Hinsicht für Karteninhaber signifikant attraktiver, denn die Rückvergütung gibt es für alle Arten von Einkäufen. Dabei gibt es ein dreigliedriges System:

  • 1 Prozent Rückvergütung bei Einkäufen mit der physischen Karte
  • 2 Prozent Rückvergütung bei Einkäufen mit Apple Pay
  • 3 Prozent Rückvergütung bei Einkäufen im App Store und im Apple Store

Grundsätzlich ist das System sehr einfach zu verstehen. Den höchsten Rabatt erhalten Inhaber der Apple Kreditkarte für Einkäufe im eigenen Ökosystem von Apple. Sowohl für Einkäufe im App Store als auch Einkäufe bei Apple selbst. Damit kann man beispielsweise beim Einkauf eines neuen Apple Geräts einen attraktiven Rabatt erhalten, genauso wie beim Kauf von Apps und anderen Anwendungen. Grundsätzlich ist die Rückvergütung dabei mit anderen Rabattaktionen kombinierbar, da die Rückvergütung immer vom jeweiligen bezahlten Preis berechnet wird. Damit kann man auch rabattierte Apple Produkte noch einmal mit einem zusätzlichen Rabatt kaufen.

Ansonsten liegt die Rückvergütung entweder bei einem oder bei zwei Prozent. Wer mit Apple Pay bezahlt, also die Apple Kreditkarte mit der App auf dem iPhone verknüpft, erhält für jeden Einkauf ein Cashback in Höhe von 2 Prozent. Wer dagegen bei einem Händler bezahlt, der kein Apple Pay nimmt und dafür die physische Karte nutzt, der bekommt nur 1 Prozent als Rückvergütung. Gerade bei größeren Summen spielt es also eine nicht unbedeutende Rolle, ob ein Händler Apple Pay akzeptiert.

Mit dem System schlägt Apple grundsätzlich in eine Kerbe, die man so schon von anderen Karten in den USA kennt. Verschiedene Karten der großen Banken des Landes bieten Rückvergütungen, teilweise von bis zu 2 Prozent generell und bis zu 5 Prozent auf bestimmte Kategorien. Die Apple Kreditkarte reiht sich mit ihrem Rabattsystem im Mittelfeld ein, wer allerdings generell mit Apple Pay bezahlt, erhält eine der besten Rückvergütungskarten in den USA.

Geschützte Transaktionsdaten und keine geplante Expansion

Genauso wie bei Apple Pay legt der US-Konzern auch bei der Apple Kreditkarte wert auf einen hohen Datenschutz. Wer mit der Apple Kreditkarte bezahlt, kann sich sicher sein, dass die Daten über diesen Einkauf mehr oder weniger unbekannt sind. Apple hat erklärt, dass weder der Ort noch die Art des Einkaufs gespeichert werden, dasselbe gilt für die Höhe der Transaktion. Zudem werden Nutzerdaten weder von Apple noch von der Partnerbank Goldman Sachs an Partner weitergegeben noch für Werbezwecke genutzt. Ähnliche Garantien findet man in Deutschland nur bei den wenigsten Kreditkarten, in den meisten Fällen werden Kartenumsätze ausgewertet.

Erhältlich ist die Apple Kreditkarte ab Sommer 2019, ein genaues Startdatum in den USA gibt es bislang noch nicht. Auch eine internationale Expansion steht noch nicht auf der direkten Roadmap von Apple, sodass man nicht davon ausgehen sollte, dass es die Apple Card in wenigen Jahren auch in Deutschland gibt. Selbst von einer Markteinführung in Ländern wie Kanada ist noch keine Rede. Zudem ist es unwahrscheinlich, dass eine mögliche Apple Kreditkarte in Europa vergleichbar attraktiv wäre. Apple wird mit der Kreditkarte, genauso wie Banken, allen voran an den Interbankenentgelten verdienen, die Händler an die Kreditkartenbanken bezahlen müssen. Diese liegen in den USA und vielen anderen Ländern zwischen 2 und 5 Prozent einer Transaktion, in Europa sind sie gleichzeitig auf 0,3 Prozent gedeckelt – wenig Spielraum für eine Karte, die so attraktiv ist wie die neue Apple Kreditkarte in den USA.

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