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Alle Karten auf einer Karte

30.01.2018

Ihr eigenes Portemonnaie ist sicher auch immer zu viel dick. Im Laufe der Jahre sammeln sich einfach viel zu viele Karten, Kleingeld, Kauf-Quittungen, andere Nachweise und vieles mehr an. Das muss nicht sein. Warum lassen Sie nicht wenigstens ein paar Ihrer Giro- und Kreditkarten zu Hause? Denn mit der Wallet Card haben Sie alle Karten dabei – zumindest theoretisch, denn sie ist noch gar nicht auf dem Markt. Bis diese Universal-Karte in Deutschland verfügbar ist, dürfte es noch etwas dauern. 

Die Universal-Card

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Haben Sie auch immer mehrere Karten in der Geldbörse und suchen jedes Mal beim Bezahlen nach der richtigen? Dann hat Dynamics Inc vielleicht die smarte Lösung auf der diesjährigen Consumer Electronics Show (CES), einer Fachmesse für Unterhaltungselektronik in Las Vegas, vorgestellt: Das Unternehmen aus Pennsylvania hat in den vergangenen fünf Jahren diese neuartige Karte entwickelt. Sie können die verschlüsselten Bezahl-Informationen verschiedener Bankkarten wie Kreditkarten aber auch von Kunden- und Bonuskarten in der sogenannten "Wallet Card" hinterlegen. Damit haben Sie im besten Fall all Ihre Karten auf einer einzigen Karte gespeichert. 

Bei "normalen" Bankkarten werden die wichtigsten Daten wie zum Beispiel die Kreditkartennummer, das Ablaufdatum und der Name des Kreditkartenunternehmens aufgeprägt oder -gedruckt – nicht aber bei der Karte von Dynamics. Auf der Wallet Card finden Sie in der Regel den Namen der ausgebenden Bank sowie den Namen des Inhabers. Fast zum Standard dürfte noch das NFC-Symbol gehören, welches anzeigt, dass Sie kontaktlos bezahlen können. 

Daneben befindet sich auf der intelligenten Karte noch ein ePaper-Display, was für Sie nicht gerade alltäglich sein dürfte. Auf diesem kleinen Bildschirm mit 65.000 Pixeln können Sie sich die oben genannten Karteninformationen wie das Ablaufdatum der einzelnen Karte anzeigen lassen. Haben Sie mehrere Karten hinterlegt, können Sie mithilfe von zwei kleinen Knöpfen oberhalb des Displays zwischen diesen hin- und herspringen. Sie können sich bei Bedarf nach einem Kauf auch das aktuelle Guthaben des Kontos anzeigen lassen. 

In dem folgenden Video (45 Min) stellt Jeff Mullen, Gründer und Geschäftsführer von Dynamics, die Wallet Card vor: 


Sicherheit

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Deutsche Verbraucher könnten bei solch einer Karte Sicherheitsbedenken haben und sich zum Beispiel folgende Frage stellen: Muss ich alle hinterlegten Karten sperren lassen, wenn ich die Wallet Card verliere? Diese Frage ist nicht ganz unberechtigt. Immerhin kann diese Lösung mehrere Karten umfassen und somit auch angreifbar machen. 

Das Produkt setzt dabei aber unter anderem auf moderne Sicherheitsverfahren wie EMV, kurz für Europay International, MasterCard und VISA. Dies basiert auf einem Prozessorchip in der Karte, welcher verschlüsselte Bankdaten enthält und bei der Zahlung prüft. EMV gilt als deutlich sicherer im Vergleich zur Magnetstreifen-Technologie. Dabei hat die Karte grundsätzlich auch einen programmierbaren Magnetstreifen. Die Chip-Lösung bringt aber auch einen Nachteil: Denn Sie als Besitzer der Wallet Card können nur die Bonuskarten, nicht aber die Bezahlarten selbstständig hinterlegen. Letzteres muss die Bank übernehmen. 

Wollen Sie eine neue Karte zu Ihrer Wallet Card hinzufügen, kann Ihre Bank dies über das integrierte Mobilfunkmodem (GSM-Chip) innerhalb weniger Minuten erledigen. Dynamics arbeitet dafür mit dem US-Mobilfunkbetreiber Sprint zusammen. Sie benötigen also keinen Extra-Mobilfunkvertrag. 

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Übrigens: Ihr Kreditinstitut kann über diese Schnittstellen auch Kontakt zu Ihnen aufnehmen, um zum Beispiel Geburtstagsgrüße und Rabattaktionen zu versenden. Diese Kurz-Informationen erscheinen dann auf dem kleinen Display Ihrer Wallet Card. Außerdem kann eine Karte darüber auch gesperrt werden, wenn ein Missbrauch droht. Insgesamt soll die Karte ein "beispielloses Sicherheitsniveau" vorweisen, sagt zumindest Dynamics-CEO Jeff Mullen. 

Angezeigte Informationen werden nach einigen Minuten ohne Nutzung wieder gelöscht. Auch damit soll Missbrauch verhindert werden. Um die Wallet Card überhaupt verwenden zu können, müssen Sie erst eine PIN eingeben. Die Energie für die vielen Funktionen stammt aus einem Akku in der Karte, der sich durch die Kartennutzung immer wieder selbst auflädt. 

Gut zu wissen: Mehr als 200 elektronische Komponenten sollen in der Wallet Card enthalten sein. Nichtsdestotrotz soll sie genauso widerstandsfähig sein wie gewöhnliche Karten. Sie ist durch den Akku zwar etwas dicker, das Abheben von Geld soll am Automaten aber dennoch möglich sein. 

Pläne für 2018

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Dynamics will die Karte aber nicht nur in den USA auf den Markt bringen, sondern auch in China. Dort sollen Inhaber sogar Karten verschiedener Banken auf die Wallet Card laden können. Im Heimatmarkt soll dies nicht möglich sein – bisher arbeitet dort offiziell keine Bank mit Dynamics zusammen, was sich aber im Laufe des Jahres 2018 ändern soll. In Kanada können Verbraucher die Karte als Debitkarte und Bonuskarte verwenden. Ob und wann diese intelligente Karte nach Europa bzw. nach Deutschland kommt, ist noch nicht bekannt. Dies hängt wohl auch von den hiesigen Banken ab. 

Visa, Mastercard und JCB sowie die Banken NBD aus den Vereinigten Arabischen Emiraten, Sumitomo aus Japan, CIBC aus Kanada und IndusInd aus Indien arbeiten bereits mit Dynamics zusammen. In diesen Ländern soll die Wallet Card auf jeden Fall auf den Markt kommen – in den ersten schon Ende 2018. Ein genaues Datum konnte das Unternehmen aber noch nicht nennen. Weitere Kreditinstitute sollen weltweit folgen. Das sollte bei einem vollen Konto möglich sein, denn das Unternehmen aus Pittsburgh hat 110 Millionen US-Dollar von Investoren eingenommen. Dazu gehören unter anderem Mastercard, CIBC, Adams Capital Management und Bain Capital Ventures. 

Übrigens: Dynamics will im Laufe des Jahres 2018 weitere Funktionen der Wallet Card bekannt geben. 

Vor- und Nachteile der der Wallet Card

Vorteile 

  • Finder können ohne PIN nichts mit der Wallet Card anfangen
  • ähnlich groß wie eine normale Bezahlkarte
  • weniger Karten in der Geldbörse
  • neues Bespielen der Karte dauert nur Minuten
  • Guthaben kann angezeigt werden
  • Geldabheben ist möglich im Vergleich zu MPayment-Lösungen

Nachteile

  • Haben Sie die Wallet Card müssen Sie u.U. alle Karten sperren lassen (ähnlich wie beim Verlust oder Diebstahl der Geldbörse)
  • Sie können die Karte nicht selbst bespielen
  • Sie müssen sich eine weitere PIN merken
  • Startdatum (auch in Deutschland) unbekannt

Bildquellen:

Kartenstapel: Steve Woods, stock.xchng
Wallet Cards: MSL Group via E-Mail
Kontaktlos bezahlen: 27259621 Mihail Degteariov | Dreamstime.com
Hacker: Paulus Rusyanto | Dreamstime.com

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