Amex-Akzeptanz wächst

13.12.2018
Amex-Akzeptanz wächst

Kreditkarten von American Express werden in Deutschland immer öfter angenommen. Aber ist diese Akzeptanz vergleichbar mit der von Visa- und Mastercard-Karten?

Amex vs. Visa & Mastercard

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American Express (Amex) über eine lange Zeit höhere Gebühren genommen als Visa und Mastercard. Kunden haben davon quasi nichts gespürt. Denn die Händler mussten mehr für die Akzeptanz zahlen. Die Unterschiede lagen teilweise bei mehreren Prozentpunkten.

In Extremfällen mussten Händler bis zu 5 Prozent der jeweiligen Summe abführen, wenn sie Karten von American Express entgegengenommen haben. Bei Visa und Mastercard waren es meist maximal 3 Prozent. 

Akzeptanz kostenloser Kreditkarten steigt

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Die Akzeptanz von kostenlosen Kreditkarten hat sich innerhalb der vergangenen Jahre gravierend verändert. Eine Kreditkarte einzusetzen ist mittlerweile zumindest bei größeren Händlern sowohl im Online- als auch im Einzelhandel möglich. Selbst Discounter wie Aldi akzeptieren Kreditkarten von Visa, Mastercard und Co. Einzig bei wirklich kleinen Händlern ist die Akzeptanz ausbaufähig. Dennoch können Kreditkarten im Alltag mittlerweile oft eingesetzt werden.

Das gilt zumindest, wenn Sie auf eine Kreditkarte von Visa und Mastercard setzen. Fast alle kostenlosen Kreditkarten in Deutschland sind sowieso mit einem Logo dieser beiden Unternehmen ausgestattet. Karten von American Express werden dagegen deutlich seltener angenommen. Das ändert sich allerdings langsam. Denn American Express will sich in Deutschland breiter aufstellen.

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Amex-Karten werden beispielsweise bei größeren Tankstellen- und Supermarktketten wie Aral oder Rewe akzeptiert. Auch bei Aldi ist Amex seit nun mehr knapp einem Jahr gerne gesehen. Eine Ausnahme von dieser Regel war bislang der große Aldi-Konkurrent Lidl. Doch auch der zweite wichtige Discounter in Deutschland ist nachgezogen. Dasselbe gilt neuerdings auch für Kaufland. Die Kette gehört genauso wie Lidl zur Schwarz Gruppe.

EU-Regulierung funktioniert überraschend gut

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Als die Europäische Union vor wenigen Jahren die sogenannten Interbankenentgelte gedeckelt hat, war die Kritik teilweise groß. Die Wirkung der Maßnahme wurde als äußerst fraglich deklariert. Ob die Kreditkarten-Akzeptanz wirklich steigen würde, galt lange als unsicher. Die Praxis in Deutschland zeigt allerdings, dass sich viel getan hat. Der Eingriff in den freien Markt hat zur Folge, dass Verbraucher vermehrt per kostenloser Kreditkarte bei zahlreichen Händlern zahlen können. Wenngleich die Regulierung zu Beginn nur für Visa und Mastercard galt, zeigen sich die Einschränkungen heute in der Praxis kaum noch.

Durch den Druck des Marktes hat auch American Express die Gebühren für Händler gesenkt. Damit werden oft nicht nur Visa und Mastercard akzeptiert, sondern teilweise auch Kreditkarten von American Express. Dies scheint Früchte zu tragen. Denn die Akzeptanz ist weiter angestiegen. Vermutlich kann man sich darauf einstellen, dass Amex in den nächsten Jahren etwas aufholt. 

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Bei den Gebühren in anderen Bereichen gibt es rund um American Express allerdings weiterhin große Unterschiede. Denn mit einer Karte des drittgrößten Anbieters in Deutschland bezahlt man beispielsweise für Abhebungen und Zahlungen in Fremdwährungen im Schnitt deutlich mehr. Wer also häufig Bargeld abhebt, sollte sich unbedingt nach einer kostenlosen Kreditkarte von Visa oder Mastercard umsehen. Auch bei den Premium-Kreditkarten ist American Express meist teurer. So fällt beispielsweise für die Gold Card eine Gebühr von 140 Euro und für die Platinum Card sogar 600 Euro an. Das lohnt sich nur für sehr wenige Verbraucher, weswegen American Express insgesamt „nur“ die Nummer drei in Deutschland ist.

American Express arbeitet wieder mit Curve zusammen

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Amex arbeitet mittlerweile wieder mit Curve zusammen. Bei dem britischen Anbieter handelt es sich um eine sogenannte Multi-Kreditkarte auf Mastercard-Basis. Inhaber der Curve-Karte können bei Händlern bezahlen. Welche Karte dabei tatsächlich belastet wird, kann man in einer App auswählen. Der Händler allerdings rechnet eine Mastercard-Transaktion ab. So können Sie als American Express-Inhaber bei allen Mastercard-Akzeptanzstellen bezahlen.

Doch Curve bietet auch weitere Vorzüge. Nutzer können bis Bargeld bis zu einem Betrag von etwa 230 Euro (200 Britische Pfund) im Monat kostenfrei abheben. Die Gebühr der hinterlegten Kreditkarte spielt dabei keine Rolle. Bei Zahlungen in Fremdwährungen fallen bei bis zu 500 Britischen Pfund Umsatz im Monat (knapp 570 Euro) keine Gebühren an. 

Dennoch lohnt sich nicht immer eine American Express-Kreditkarte. Denn eine kostenlose Kreditkarte von Visa oder Mastercard macht den Alltag immer noch einfacher.

Bildquellen:

Amex-Karte im Lesegerät: pixabay.com | Oliver22
Weihnachtsmann mit Box-Handschuhen: pexels.com | Ma Boîte A Photos
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Familie an der kasse: unternehmen.aldi-sued.de
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American Express-Kreditkarte: pixabay.com - yannickmcosta
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