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Andere Länder – andere Sitten

10.12.2016

In Deutschland werden bei Kreditvergabe neben der Schufa-Auskunft und den Einkommensnachweisen auch gerne Immobilien oder Aktien als Pfand hinterlegt. In Pfandleihhäusern werden dagegen auch andere Wertgegenstände wie hochwertige Uhren oder Schmuck entgegen genommen. Bei diesen Objekten handelt es sich um ziemlich normale Dinge, allerdings sieht das in anderen Ländern teilweise ganz anders aus.

Aktuell hat eine ziemlich pikante Nachricht für viel Aufregung gesorgt. In China gibt es wie auch in Deutschland Kreditvermittlungsportale von und für Privatpersonen. „Jiedaibao“ bewarb sich als ebensolche Plattform gerade auf Universitätsgeländen, da besonders Studenten mit relativ wenigen Sicherheiten kleinere Darlehen bekommen würden. Die Geldverleiher bleiben auf dieser Plattform anonym, zudem kann dieser selbst bestimmen wie hoch die jeweiligen Zinsen sein werden (teilweise bis zu 30 Prozent pro Woche).

Zunächst sollten die zukünftigen Kreditnehmer ihren Personalausweis einscannen und ihre sowie die Kontaktdaten ihrer Familie angeben, daraufhin erhielten diese die gewünschte Summe. Falls nun junge Frauen unter den Kreditnehmern war, wurde zudem gerne noch ein Foto verlangt. Grundsätzlich spricht nichts dagegen, aber auf diesem Foto sollte man klar erkennbar und unbekleidet mit dem eigenen Personalausweis posieren. Diese Nacktbilder sollten als zusätzliches Druckmittel dienen, denn bei Nichtzahlung sollten diese öffentlich gezeigt werden, was in China noch peinlicher als in Deutschland ist.

Leider hat der Gläubiger entweder seine Daten schlecht geschützt oder selbst veröffentlicht (versehentlich oder absichtlich), denn es sind Fotos und Videos von 167 verschiedenen Frauen im Internet als eine 10 GB große Datei aufgetaucht. Die Plattform „Jiedaibao“ erklärte sich für unschuldig, da sie nur das Portal zur Verfügung stelle. Die chinesische Regierung möchte den Kreditmarkt nun genauer unter die Lupe nehmen, zudem beschränkte sie die Summe, die sich jemand leihen kann, im August auf eine Million Yuan (135.000 Euro).

In anderen Ländern gibt es ebenfalls andere Sicherheitsleistungen, um einen Kredit zu erhalten. Im afrikanischen Zimbabwe können sich Bauern von speziellen Banken Geld leihen, wenn sie ihre Kühe als Pfand hinterlassen, dieses Verfahren nennt sich Vieh-Banking. Im Land der unbegrenzten Möglichkeiten konnte Andrew Cader einen Kredit in unbekannter Höhe von seinem ehemaligem Arbeitgeber Goldman Sachs erhalten. Im Gegenzug wurden 15.000 edelste Weine in Gewahrsam genommen. Ein russisches Geldinstitut pfändete schon mal 40.000 Schweine von einem Schuldner, da dieser in Verzug geriet, sein Kredit hatte eine Höhe von umgerechnet ca. 1,3 Millionen Euro. Und in Norditalien lagern dagegen regelmäßig Parmesan-Laibe zum Schutz vor Kreditausfällen.

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