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Banken verbieten Kauf von Kryptowährungen

19.02.2018

Eine Kreditkarte ist das mitunter flexibelste Zahlungsmittel überhaupt – theoretisch zumindest. In Großbritannien und den USA verbieten immer mehr Banken ihren Kunden mittlerweile nämlich den Kauf von Kryptowährungen mit der Kreditkarte. Mit deutschen Karten sind Käufe weiterhin möglich, teilweise aber recht teuer.

Mit einer Kreditkarte können Sie wirklich (fast) überall bezahlen – im Inland und im Ausland, im Internet und in Ladengeschäften. Doch die anken haben anders als beim Bargeld die Kontrolle über das System und können es deshalb aus Sicherheitsgründen oder auch aus anderen Überlegungen für Käufe in bestimmten Bereichen aussetzen, wie es zum Beispiel teilweise bei Kryptowährungen zu beobachten ist. Die bekannteste davon, Bitcoin, ist vor allem Ende 2017 durch eine enorme Wertsteigerung aufgefallen – seit dem Höchststand vor etwas mehr als zwei Monaten ist der Kurs dagegen im freien Fall. Dies könnte für Banken ein Grund Grund sein, um ihre Kunden „zu schützen“.

Britische und US-amerikanische Banken verbieten den Kauf von Kryptowährungen

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Die US-amerikanischen Großbanken JP Morgan, Chase und Citigroup haben inzwischen den Kauf von Kryptowährungen mit ihren Kreditkarten verboten. Viele andere Banken in den USA haben sich angeschlossen, weswegen der Kauf von Kryptowährungen mit vielen US-Kreditkarten heute nicht mehr möglich ist. Auch nach Europa scheint der Trend überzuschwappen. Als erste Bank in Europa hat die britische Lloyds Bank den Kauf von Bitcoin & Co mit ihren Kreditkarten verboten. Andere Institute werden vermutlich, möglicherweise auch außerhalb des Vereinigten Königsreichs, folgen.

Die Begründung für das Verbot des Kaufs von Kryptowährungen per Kreditkarte ist seitens aller Banken derselbe: Der Schutz des Kunden. Was im ersten Moment kurios klingt, lässt sich auch anhand des Verfalls des Bitcoin-Kurses erklären. Die „Leitwährung“ der Kryptowährungen hat sich in den vergangenen zwei Monaten mehr als halbiert, sodass enorme Werte vernichtet wurden. Als Ziel des Vorstoßes der Banken in den USA und Großbritannien wird deshalb deklariert, eine mögliche Verschuldung von Kunden durch den Bitcoin-Kauf zu verhindern. Gerade bei Kreditkarten werden die Kryptowährungen zum Teil auf Kredit gekauft (es sei denn es handelt sich um eine Prepaid-Kreditkarte).

Gerade Kunden mit hohen Kreditrahmen könnten sich durch den Kauf der Kryptowährungen, die von Banken als enorm volatil eingeschätzt werden, auf Kredit in eine schwierige finanzielle Situation bringen. Diese Begründung der Banken hat zur Folge, dass diese den Kauf von Bitcoin und Co. mit Kreditkarten zukünftig verbieten. Nicht verboten ist dagegen weiterhin der Kauf über andere Wege, beispielsweise per Überweisung oder über verschiedene Online-Zahlungsdienste. Das Verbot für den Kauf mit Kreditkarten hat allen voran mit dem Kreditaspekt zu tun. Eine Vermutung: Die Banken wollen nicht, dass sich Kunden durch Spekulationen auf Kryptowährungen verschulden.

Bitcoin und andere Kryptowährungen im freien Fall

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Dass der Schritt gerade jetzt kommt, liegt an der katastrophalen Wertenwicklung von vielen Kryptowährungen. Der Kurs von Bitcoin beispielsweise lag Ende des Vorjahres noch bei knapp 20.000 Euro, mittlerweile ist eine „Münze“ weniger als 8.000 Euro wert. Der Wert der Kryptowährung hat sich demnach mehr als halbiert. Einen solchen Crash gab es an den „echten“ Börsen zuletzt bei der großen Finanzkrise im Jahr 2008. Der starke Verfall der Währung ist entsprechend auch mit einer enormen Vernichtung an Werten einhergegangen, die besonders Verbraucher getroffen hat, die erst Ende des vergangenen Jahres begonnen haben, Kryptowährungen zu kaufen

Der Hype um Kryptowährungen scheint allerdings nicht nur bei Bitcoin vorbei zu sein. Auch viele andere Währungen sind enorm abgestürzt und haben sich im Wert mehr als halbiert, teilweise sogar geviertelt. Manche Währungen sind sogar ins Bodenlose gefallen und existieren im Prinzip kaum noch. Dennoch gibt es auch positive Ausnahmen, denn der Kurs mancher Kryptowährungen ist nur leicht eingebrochen, sodass von typischen Ausschlägen gesprochen werden kann.

Darüber hinaus gilt es sich ins Gedächtnis zu rufen, dass der Kurs der Kryptowährungen zuvor über Monate stark gestiegen ist. Auch das lässt sich am Beispiel von Bitcoin gut darstellen. Noch am 21. Mai 2017 erreichte die Digitalwährung erstmal den Stand von 2.000 US-Dollar pro Münze. Den heutigen Stand von rund 7.000 US-Dollar pro Bitcoin erreichte die Digitalwährung erstmals am 2. November 2017. Heute steht die Digitalwährung immer noch über diesem Wert – trotz des enormen Einbruchs der vergangenen zwei Monate. Entsprechend gilt es die Korrektur immer im Verhältnis zu sehen. Im Jahresvergleich hat sich der Kurs von Bitcoin knapp vervierfacht.

Aktien und Anleihen können nicht mit Kreditkarte gekauft werden

Wenngleich es juristisch nicht verboten ist, so erlauben kaum Broker den Kauf von Aktien und Anleihen mit einer Kreditkarte. Das erklärt gut, warum es die US-amerikanischen und britischen Kreditkartenanbieter für richtig und wichtig halten, auch den Kauf von Kryptowährungen mit Kreditkarten einzuschränken. Dass ein Kauf von Aktien und Anleihen mit Kreditkarten an den Märkten nicht möglich ist, hängt mit den enormen Risiken zusammen. Bei einer Anlage am Aktienmarkt droht theoretisch immer ein Totalverlust, weswegen von einem Kauf auf Kredit immer abgeraten wird. Gerade deshalb können Sie eine Kreditkarte nicht für den Kauf von Aktien oder Anleihen einsetzen. Verschiedene Finanzvehikel machen einen Kauf über Kredit zwar möglich, unerfahrene „Spieler“ auf den Finanzmärkten sollten von diesen Angeboten aber zwingend Abstand halten, um keine unüberschaubaren Risiken einzugehen.

Deutsche Kreditkarten erlauben weiterhin den Bitcoin-Kauf

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Zwar ist Deutschland bezüglich der Regulierung von Aktienmärkten meist besonders strikt, das gilt (bislang) aber nicht für den Bitcoin-Kauf. Aktuell können Sie mit Kreditkarten deutscher Banken zwar keine Aktien oder Anleihen kaufen, dafür allerdings auch weiterhin Kryptowährungen. Verschiedene Marktplätze erlauben die Zahlung mit Karten verschiedener Anbieter. Sie können also weiterhin auch auf Kredit Bitcoin & Co kaufen. In Deutschland sind die Kredite, anders als in den USA, jedoch deutlich stärker begrenzt. So erhalten Sie meist keinen so hohen Verfügungsrahmen und müssen die Kartenabrechnung in der Regel bereits nach einem Monat begleichen.

Darüber hinaus sind Kreditkartenzahlungen für den Kauf von Kryptowährungen oft unverhältnismäßig teuer. Viele Marktplätze erheben eine Gebühr auf den Kauf von Bitcoin & Co, wenn Sie mit einer Kreditkarte bezahlen. Darüber hinaus wird der Kauf von Kryptowährungen bei einigen Kartenanbietern als sogenannte Bartransaktion gesehen. Darauf fallen für Sie als Kunden zusätzliche Gebühren ähnlich wie bei einer Bargeldabhebung an. Ähnliche Gebühren werden auch bei Glücksspielanbietern im Internet erhoben. Wir raten Ihnen von einem Kauf von Kryptowährungen mit Kreditkarten deshalb generell eher ab – möglicherweise folgt in den kommenden Wochen und Monaten aber auch in Deutschland ein Verbot.

Bildquellen:

American Express-Gebäude in den USA: Eigene
Bitcoin-Kursschwankungen: picdrop.de: ulifunke.com / bitcoin.de
Deutschland-Kreditkarten: Eigene

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