Nimmt die Bedeutung von Bargeld zu?

07.06.2018
Nimmt die Bedeutung von Bargeld zu?

Es wird immer wieder davon gesprochen, dass das Bargeld weltweit verdrängt wird. Doch entspricht dies überhaupt der Wirklichkeit?

Ist Bares noch Wahres?

Sind die Zeiten des Bargelds vorbei? Werden es also bald andere Zahlungsmittel sein, die nicht einmal 500 Jahre nach der Einführung der ersten Scheine in Europa diese komplett verdrängen? Wohl kaum, wie eine neue Auswertung eines großen Sicherheitsdienstleisters zeigt. Dieser hat die Relevanz von Bargeld als Zahlungsmittel und Umlaufgeldmittel in insgesamt 47 Ländern der Welt untersucht. Darunter waren viele der größten Länder, sodass insgesamt über 75 Prozent der Weltbevölkerung repräsentiert werden können. Das Ergebnis: Das Bargeld hat in den vergangenen Jahren an Bedeutung gewonnen. Es spielt also weiterhin eine wichtige Rolle (zumindest laut dieser Studie). 

Bargeld wird in Deutschland und der Schweiz unwichtiger

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Doch die Gesamtdaten stimmen nicht zwingend mit dem überein, was im deutschsprachigen Raum passiert. Seit der Jahrtausendwende sind die Bargeld-Umsätze im Einzelhandel beispielsweise in der Schweiz von 73 Prozent auf nur mehr 53 Prozent gesunken. Sehr ähnliche Zahlen gelten auch in Deutschland. In Österreich ist der Effekt sogar noch größer. Es zeigt sich also gut, dass das Bargeld durchaus ein wenig verdrängt wird, nur weniger stark als vielfach prognostiziert wird. Immer wieder äußern sich die Chefs von Notenbanken und Großbanken, dass Bargeld zwar unwichtiger, allerdings auch in vielen Jahren ein relevantes Zahlungsmittel sein wird. Das gilt auch in Ländern wie Deutschland oder der Schweiz.

Von dieser Regel gibt es jedoch auch Ausnahmen, denn die kostenlose Kreditkarte und andere moderne Zahlungsmittel spielen in vielen anderen Ländern eine noch deutlich wichtigere Rolle. Das gilt vor allem für hochentwickelte Länder in Nordeuropa sowie Nordostasien. Besonders hervorzuheben ist als europäisches Beispiel Schweden, denn die nördliche Nation verzichtet bereits heute schon fast komplett auf Bargeld. Ein ähnliches Bild zeigt sich in Südkorea, wo die Menschen mittlerweile großenteils mit einer Kreditkarte oder einem anderen modernen Zahlungsmittel bezahlen. Bargeld spielt in beiden Ländern nur noch eine geringe Rolle.

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Zwei Milliarden Menschen ohne Zugang zu modernen Bankdienstleistungen

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Dass das Bargeld weltweit weiterhin eine große Rolle spielt, liegt auch daran, dass keineswegs jeder Verbraucher Zugang zu modernen Bankdienstleistungen hat. Während es in Deutschland ganz einfach ist, über den Kreditkartenvergleich eine neue kostenlose Kreditkarte zu beantragen. So gibt es solche Optionen in vielen anderen Ländern überhaupt nicht. Gerade in Teilen von Afrika, Asien und Südamerika haben viele Menschen keinen Zugriff auf moderne Bankdienstleistungen hat. Experten gehen davon aus, dass mehr als zwei Milliarden Menschen in einer solchen Situation sind.

Das Bargeld ist und bleibt deshalb auch gerade in weniger entwickelten Staaten das wichtigste Zahlungsmittel. In einigen Ländern konkurriert das Bargeld sogar noch mit dem Tauschhandel. An moderne Transaktionen über ein Smartphone, eine Kreditkarte oder das Internet ist in diesen Ländern oftmals nicht zu denken. In weniger entwickelten Staaten könnten noch Jahrzehnte vergehen, bis andere Zahlungsmittel Fuß fassen. Gerade in Afrika, Asien und Südamerika wird Bargeld vermutlich auch in vielen Jahrzehnten das mit Abstand wichtigste Zahlungsmittel.

Auch neue und verbesserte Technologien werden deshalb nicht überall einen schnellen Wandel hin zum modernen Bezahlen herbeiführen. Das führt dazu, dass das Bargeld weltweit weiterhin eine wichtige Rolle einnimmt. Das gilt natürlich in einigen Weltregionen mehr als in anderen. Die Statistiken zeigen bei einem Blick auf die gesamte Welt allerdings sehr gut, dass pauschale Aussagen wenig sinnvoll sind. Weder wird das Bargeld auf der Welt in den kommenden Jahren komplett verschwinden, noch sind moderne Bezahlsysteme überbewertet oder überschätzt. Es gibt schlichtweg gravierende globale Unterschiede, die dazu führen, dass manche Zahlungsmittel in bestimmten Weltregionen eine größere Bedeutung haben als andere.

60 Prozent der Europäer nutzen Bargeld im Alltag

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Doch nicht nur der Entwicklungsstand eines Landes spielt eine Rolle, wenn es um die beliebtesten Zahlungsweisen geht. Das zeigt die Statistik sehr gut. Denn je nach Land ergeben sich gravierende Unterschiede. Das zeigt sich nicht nur bei einem detaillierten Blick auf Länder wie Deutschland oder Schweden, sondern auch bei einem Gesamtüberblick über ganze Kontinente. In Europa beispielsweise nutzen auch weiterhin 60 Prozent der Menschen im Alltag Bargeld. Sie tätigen damit Transaktionen im Supermarkt, beim Frisör oder auch beim Bäcker. In Deutschland und der Schweiz ist der Anteil etwas geringer als im Europa-Schnitt, liegt aber immerhin dennoch bei mehr als 50 Prozent.

Das heißt gleichzeitig aber nicht, dass moderne Bezahlungsarten in Europa keine wichtige Rolle einnehmen würden. Besonders PayPal hat andere Zahlungsmethoden im Internet in den vergangenen Jahren stark verdrängt. Die Zahlungsweisen Kreditkarte und PayPal haben gemeinsam bereits einen Anteil von mehr als 50 Prozent an allen Zahlungen im Online-Handel in Deutschland. Die modernen Technologien setzen sich entsprechend immer stärker durch und verdrängen ältere Zahlungsoptionen. Das gilt natürlich genauso für Ladengeschäfte, in denen nicht nur die Akzeptanz, sondern auch die Zahl der Transaktionen mit Giro- und Kreditkarten in den vergangenen Jahren stark zugenommen hat.

Vor allem die neue EU-Verordnung zur Begrenzung der sogenannten Interbankenentgelte wird noch einen positiven Effekt haben. Mittlerweile dürfen die Kreditkartenkonzerne nur noch Gebühren von maximal 0,3 Prozent für die Abwicklung einer Zahlung erheben, zuvor waren es teilweise bis zu 3 Prozent. Dadurch wird die Akzeptanz für Händler günstiger, was bereits dazu geführt hat, dass viele große deutsche Supermärkte mittlerweile Kreditkarten zur Zahlung akzeptieren. Die größere Akzeptanz sorgt gleichzeitig dafür, dass mehr Verbraucher zum Beispiel eine kostenlose Kreditkarte beantragen und diese dann auch für Zahlungen bei Einzelhändlern nutzen.

Natürlich bedeutet all das aber nicht, dass Bargeld komplett verschwinden wird. Selbst in den USA, wo bereits viele Zahlungen im Einzelhandel mit Kreditkarte & Co abgewickelt werden, hat das Bargeld seine Bedeutung nicht verloren. Besonders Kleinbeträge bis 25 US-Dollar werden auch heute noch häufig mit Bargeld bezahlt. Das sollte gut zeigen, dass das Bargeld selbst bei einem fortschreitenden Trend erhalten bleiben wird. Der Einsatz wird sich möglicherweise ein wenig verringern und die Zahl der Kartentransaktionen wird weiter zunehmen. Komplett auf Scheine und Münzen werden wir auf absehbare Zeit aber sicher nicht verzichten müssen.

Bildquellen:

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Penny: Barzahlen