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Bereicherung durch kostenlose Kreditkarten der Caja Madrid

15.10.2014

Viele Bürger sind auf der Suche nach einer kostenlosen Kreditkarte, doch dass noch mehr geht, hat eine spanische Sparkasse in den letzten Jahren eindrucksvoll bewiesen. Politiker und Gewerkschafter erhielten von der Caja Madrid eine kostenlose Kreditkarte, bei der sie nicht einmal ihre Abrechnung bezahlen mussten.

Spaniens Banken kommen aus den Schlagzeilen nicht mehr heraus. Wie nun bekannt geworden ist, hat die Caja Madrid zahlreichen Politikern, Aufsichtsräten, Firmenchefs und Gewerkschaften eine kostenlose Kreditkarte zur Verfügung gestellt. Doch diese war nicht nur kostenlos, sondern wurde auch noch mit einem „Guthaben“ versehen, das nie zurückgezahlt werden musste. Gewöhnlich gab es für jeden Inhaber der Karte 2.000 Euro im Monat, besonders wichtige Politiker und Köpfe aus der Wirtschaft erhielten teilweise sogar das zehnfache. Das kurioseste an der kostenlosen Kreditkarte war aber nicht der Verfügungsrahmen, sondern viel mehr der Fakt, dass die Sparkasse niemals eine Begleichung der jeweiligen Abrechnungen forderte. Alle Ausgaben der Politiker und anderen Inhaber der Spezialkarten wurden indirekt von allen anderen Bankkunden bezahlt.

Mit kostenlosen Kreditkarten in die Pleite

Das verrückte Konstrukt existierte insgesamt neun Jahre, von 2003 bis 2012. Danach war Schluss mit den versteckten Geschenken, denn die Caja Madrid schlitterte im Rahmen der Finanzkrise in die Pleite. Am Ende war kein Geld mehr da für die Sonderfinanzierung von Politikern und Managern. Dadurch haben die Bürger nicht nur indirekt durch ihre Bankgebühren das luxuriöse Leben von Beamten und Top-Managern bezahlt, sondern mussten als Steuerzahler sogar noch einmal für die kostenlosen Kreditkarten der Oberschicht aufkommen. Insgesamt profitierten in den neun Jahren, in denen silberne (mittlere Führungsebene) und goldene (obere Führungsebene) Kreditkarten ausgegeben wurden, 86 Personen. Der Schadensbetrag für die Caja Madrid: 15 Millionen Euro.

Verrechnung der kostenlosen Kreditkarten als IT-Fehler

Die kostenlosen Kreditkarten mit Bonusfunktion blieben auch deswegen lange versteckt, weil die Caja Madrid sich eines klugen Mittels bediente. Sie verrechnete alle Kosten als „Rechnerfehler des IT-Servers“. Dadurch verschwand das Geld einfach in den Tiefen der Computerserver. Immerhin bediente sich die Sparkasse bei ihrem Konstrukt einem legalen Vorbild: Viele Unternehmen geben ihren Spitzenmanagern interne Kreditkarten, mit denen sie Spesen abrechnen können, ohne jedes Mal den offiziellen Weg gehen zu müssen. Dass die Caja Madrid diese Methode so „entarten“ könnte, hätte aber wohl kaum jemand gedacht. Immerhin drei hohe Beamte haben sich gegen den Einsatz der kostenlosen Kreditkarten mit hohem Guthaben entschieden. Die 83 anderen haben die Geschenke der Sparkasse dankend angenommen.

Shopping, Reisen und gutes Essen

Nachdem die Aktion der Sparkasse aufgeflogen war, begann die Suche nach den versteckten Kosten, die am Ende komplett aufgedeckt werden konnten. Der Schadensbetrag von insgesamt 15 Millionen Euro setzt sich dabei aus vielen verschiedenen Beträgen zusammen. So haben die hohen Funktionäre und Politiker mit ihren kostenlosen Kreditkarten allein drei Millionen Euro für gutes Essen ausgegeben, weitere zwei Millionen gingen für einfache Bargeldabhebungen drauf. Immerhin 1,5 Millionen Euro wurden für Reisen investiert. Auch für Mode wurde insgesamt eine Million Euro ausgegeben. Ob alle Gelder zumindest im entferntesten Sinne für die jeweilige Tätigkeit verwendet wurden, kann heute nicht mehr nachgewiesen werden. Die Fahnder bezweifeln das allerdings, weswegen sie rigoros gegen alle schwarzen Schafe vorgehen. Immerhin vier Nutzer der kostenlosen Kreditkarte haben die Gelder bislang zurückgezahlt, weitere acht haben ihre Posten aufgegeben.

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