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China UnionPay will den russischen Markt erobern

22.08.2014

Russland scheint MasterCard und Visa nicht verziehen zu haben. Nachdem die beiden Kreditkartenunternehmen Zahlungen einiger Bankkunden im März blockiert hatten, sucht Russland fieberhaft nach Alternativen. Eine davon scheinen sie im Nachbarland China gefunden zu haben. So sollen Kreditkarten von China UnionPay in Zukunft den Markt dominieren.

In Europa ist China UnionPay kaum bekannt. Das überrascht kaum, denn der chinesische Anbieter von Kreditkarten operiert hauptsächlich im Heimatland und in Asien. Dennoch ist China UnionPay im Schatten von MasterCard und Visa in den letzten Jahren zum größten Kreditkartenanbieter der Welt gewachsen. Nun will China UnionPay auch den russischen Markt erobern. Der Zeitpunkt könnte besser kaum sein, denn die russischen Banken suchen genauso wie ihre Kunden nach Alternativen für die im Lande dominierenden Karten von MasterCard und Visa. Noch in diesem Jahr will China UnionPay mehrere zehntausend Karten an den Mann bringen. In den nächsten Jahren könnten es noch deutlich mehr werden.

Die größten Banken unterstützen China UnionPay

Wie schnell es gehen könnte, zeigen die russischen Banken im Moment. Sie arbeiten fieberhaft daran, UnionPay-Kreditkarten in ihren Systemen einzubinden. Nach Medieninformationen arbeiten die VTB, die Gazprombank, die Promsvyazbank, die Alfa Bank, die MTS und die Rosbank an System, die mit Kreditkarten von China UnionPay arbeiten. Damit scheinen sich fast alle russischen Großbanken langsam, aber sicher von Visa und MasterCard abzuwenden. Die amerikanischen Anbieter scheinen in Russland immer mehr an Beliebtheit zu verlieren, das hilft dem Vormarsch des chinesischen Kreditkartenanbieters.

Einbindung bei Einzelhändlern lässt noch auf sich warten

Zwar gibt es in Russland schon einige Zehntausend Kreditkarten von China UnionPay, akzeptiert werden diese allerdings nur an wenigen Stellen im Land. Kaum ein Einzelhändler kann bislang Zahlungen mit Kreditkarten von China UnionPay abwickeln. Die meisten Lesegeräte stammen von Visa oder MasterCard und sind entsprechend nur auf die Nutzung der US-amerikanischen Kreditkarten ausgelegt. Die Integration von UnionPay bei russischen Einzelhändlern könnte noch viele Monate dauern, die Infrastruktur könnte entsprechend zu einem der größten Probleme beim Vormarsch von China UnionPay werden. Dennoch plant der chinesische Kreditkartenanbieter die Ausgabe von mehr als 100.000 Kreditkarten in Russland bis Ende September.

4,2 Milliarden ausgegebene Kreditkarten

Das Ziel von China UnionPay ist zwar ambitioniert, für den 2002 gegründeten Anbieter ist das allerdings nichts Neues. Innerhalb von weniger als zehn Jahren gelang es China UnionPay, die Marke von einer Milliarde ausgegebener Kreditkarten zu knacken. Zum zehnjährigen Jubiläum konnte China UnionPay zudem feiern, Visa bei der Anzahl der ausgegebenen Kreditkarten verdrängt zu haben. Mittlerweile verfügt China UnionPay über einen weltweiten Marktanteil von 34 Prozent, Visa kommt auf 25 Prozent, MasterCard auf 19 Prozent. Außerhalb von Asien konnte China UnionPay sich bislang allerdings nur in Australien durchsetzen. Ob die Technik und die Konditionen der Kreditkarten reichen, um sich auch in Russland durchzusetzen, bleibt abzuwarten. Genug Zeit hat China UnionPay aber voraussichtlich, denn das eigene Kreditkartensystem Russlands, welches vor einigen Monaten offiziell angekündigt wurde, verzögert sich voraussichtlich. Experten gehen davon aus, dass Russland frühestens 2017 ein eigenes System für Kreditkarten auf den Markt bringen kann. Bis dahin könnte China UnionPay längst zum Marktführer aufgestiegen sein.

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