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Deutsche Bank und IATA wollen die Kreditkarte hinfällig machen 30.06.2018

Deutsche Bank und IATA wollen die Kreditkarte hinfällig machen

Könnte die Kreditkarte als Zahlungsmittel ersetzt werden? Zumindest für Flugbuchungen planen der Airline-Verband IATA und die Deutsche Bank einen Frontalangriff.

Die Kosten für Kreditkarten-Zahlungen bei Fluggesellschaften werden vom Airline-Verband IATA, der Fluggesellschaften von aller Kontinente vertritt, auf umgerechnet mehr als 8 Milliarden Euro geschätzt. Diese Summe klingt im ersten Moment schwindelerregend. Sie muss allerdings zur großen Zahl an jährlichen Flugbuchungen ins Verhältnis gesetzt werden. Dennoch handelt es sich für die Fluggesellschaften um einen relevanten Faktor, der sich im margenschwachen Fluggeschäft extrem auswirkt. Doch mit den zusätzlichen Kosten könnte bald Schluss sein – zumindest, wenn es nach der Deutschen Bank und der IATA geht.

Warum wollen Fluggesellschaften weg von Kreditkarten?

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Der Grund, dass Karten von Visa und Mastercard für die Fluggesellschaften ein Dorn im Auge sind, ist schnell gefunden. Bei Zahlungen mit einer Kreditkarte fallen Gebühren an. Diese sogenannten Interbanken-Entgelte sind in der Europäischen Union mittlerweile gedeckelt und liegen bei maximal 0,3 Prozent pro Transaktion. In anderen Ländern der Welt sind die Gebühren aber höher und können teilweise bis zu 3 Prozent betragen. Das ist für Fluggesellschaften schmerzhaft, da das Geschäft mit geringen Margen daherkommt. An einem Flugticket verdient eine Fluggesellschaft oft nur wenige Euro. Die Hälfte davon an eine Kreditkarten-Firma abzugeben ist ein enormes Problem.

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Hinzu kommt, dass gerade Flüge großenteils mit Kreditkarten bezahlt werden. Dabei gehen zwei Aspekte miteinander einher. Bei Online-Käufen – und Flüge werden meist im Internet gebucht – wird häufiger mit Kreditkarte bezahlt als in Geschäften. Damit aber noch nicht genug. Denn auch im Vergleich zu Zahlungen bei anderen Online-Händlern wird bei Fluggesellschaften tatsächlich häufig auf die Kreditkarte gesetzt. Das lässt sich dadurch begründen, dass Passagiere durch die Zahlung mit bestimmten Kreditkarten von zusätzlichen Vorteilen profitieren, bspw. einer Reiserücktrittskosten- oder einer Gepäck-Versicherung. Für die Airline-Kunden entsteht also ein weiterer Anreiz, um per Kreditkarte zu zahlen und nicht die Lastschrift zu wählen.

Nicht zuletzt sind die bei Fluggesellschaften bezahlte Beträge meist überdurchschnittlich hoch. Gerade für Langstrecken-Tickets werden meist dreistellige, oft sogar vierstellige Summen bezahlt. Bei solchen Summen setzen Verbraucher – auch in Deutschland – oft auf eine Kreditkarte. Der Aufschub der Zahlung ist dabei ein wichtiges Argument. Denn bei höheren Summen freuen sich die meisten Menschen, die Abrechnung erst ein wenig verspätet zu bekommen. Für Fluggesellschaften ist diese Situation allerdings weniger komfortabel. Da Kreditkartengebühren fast immer prozentual erhoben werden, fallen diese bei größeren Summen entsprechend hoch aus.

Wie wollen Deutsche Bank und IATA das System verändern?

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Doch für die Fluggesellschaften könnte sich in den nächsten Jahren einiges zum Positiven ändern. Denn gemeinsam mit der IATA hat die Deutsche Bank eine interessante Innovation angestoßen. In Zukunft sollen Kunden von einer Fluggesellschaft in der Lage sein, den Flug mit einer Echtzeitüberweisung einfach, schnell und unproblematisch bezahlen zu können. Der gezahlte Betrag soll dabei sofort überwiesen und nicht erst am Ende des Monats abgebucht werden. Die Kreditkarten-Konzerne würden bei dieser Zahlungsweise als Zwischenspieler wegfallen, was die Kosten der Fluggesellschaften senken würde.

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Dieses System wird durch verschiedene EU-Regulierungen möglich. Besonders zu nennen ist hier die europäische Zahlungsrichtlinie (PSD2). Diese ermöglicht es bereits seit Anfang des Jahres, dass Banken, Drittanbieter und andere Unternehmen aus der Finanzbranche auf jedes Konto zugreifen können. Das Besondere daran: Es ist egal, bei welcher Bank ein Kunde ein Konto hat. Damit Drittanbieter wirklich auf das eigene Konto zugreifen können, müssen Sie natürlich ein Einverständnis abgeben. Nur wenn Sie dies tun, kann die Technologie von der Deutschen Bank und der IATA also überall funktionieren und zu einem Erfolg werden.

Außerdem sollen sich allgemein sogenannte Echtzeit-Überweisungen durchsetzen. Das heißt: In Zukunft könnten Überweisungen innerhalb weniger Sekunden erledigt werden. Dadurch würden Fluggesellschaften das Geld sofort erhalten und könnten entsprechend schnell eine Ticketbestätigung ausstellen. Bislang ist für diesen Zwischenschritt ein Drittanbieter notwendig, der den Zahlungseingang garantiert, da eine Überweisung aktuell noch bis zu drei Tage dauert. Alternativ ist auch ein Lastschriftmandat eine Option. Ein solches funktioniert allerdings maximal innerhalb der Europäischen Union. Zudem wird diese Zahlungsweise nicht von allen Fluggesellschaften angeboten.

Wann könnte das neue Verfahren erstmals eine Rolle spielen?

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Doch wird der Vorstoß gegen Kreditkarten wirklich Erfolg haben? Genau daran gibt es große Zweifel. Denn auch wenn der Schachzug von Deutscher Bank und IATA als klug angesehen wird, stehen noch viele Hürden im Weg. Allen voran sind Echtzeitüberweisungen aktuell noch kaum möglich. Bis die Technik auch wirklich flächendeckend funktioniert, könnte noch etwas Zeit vergehen. Doch das Interesse von den Airlines an der Einführung der neuen Technik ist dennoch groß. Schon allein, weil seit Anfang des Jahres auch bislang erhobene Zusatzgebühren für Kreditkarten nicht mehr erhoben werden dürfen.

Nichtsdestotrotz bleibt ein entscheidendes Problem: Es handelt sich bislang um nichts anderes als ein Pilotprojekt. Dessen konkreter Nutzen muss in der Praxis noch getestet werden. Bis das System wirklich bei mehreren Airlines etabliert ist, könnten noch viele Jahre vergehen. Das Problem liegt allen voran bei den Echtzeitüberweisungen. Für diese müssen beide Banken (die des Empfängers und die des Bezahlenden) dasselbe System nutzen. Gerade deshalb gibt es große Zweifel, ob solch ein System in den nächsten Jahren überhaupt realistisch ist.

Bleibt noch eine letzte Frage: Haben die Verbraucher überhaupt ein Interesse daran, sich von der Kreditkarte zu verabschieden? Hierzulande setzen immer mehr Menschen auf eine kostenlose Kreditkarte oder eine Premium-Kreditkarte. Die Gründe dafür sind eine einfache und schnelle Bezahlung im Internet, Versicherungsleistungen, Bonusprogramme und nicht zuletzt die hohe Sicherheit. Damit ein neues System die Attraktivität der Kreditkarte zurückdrängen kann, müsste es vergleichbare Anreize bieten. Ob genau dies der Fall sein wird, lässt sich aktuell noch nicht absehen.

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