Die erste Visa-Karte aus Holz

09.03.2021

Eine Visa-Karte aus Holz statt aus Plastik? Diesen Weg geht nun das Hamburger Fintech Tomorrow, die sich Nachhaltigkeit auf die Fahnen geschrieben hat.

Die erste Visa-Karte aus Holz

Baum statt Erdöl

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Die Welt der Karten von Visa, Mastercard und American Express wandelt sich immer mehr. Das gilt nicht nur für die Leistungen und das wachsende Angebot, sondern auch für Materialien. Ein großes Thema der vergangenen Monate und Jahre ist dabei die Nachhaltigkeit. Denn gerade neue Wettbewerber versuchen sich durch diesen Fokus hervorzuheben.

Gleichzeitig spielt Nachhaltigkeit auch bei existierenden Banken zuletzt vermehrt eine Rolle. Einen neuen Weg geht nun das Hamburger Startup Tomorrow. Das Fintech hat sich seit jeher für Nachhaltigkeit eingesetzt, möchte nun aber durch einen PR-Coup noch mehr Aufmerksamkeit erlangen.

Erste Visa-Karte aus Holz auf dem deutschen Markt

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Unter dem Slogan „außen wood, innen good“ versucht sich Tomorrow an einer Visa-Karte aus Holz, die ein Zeichen gegen die Verschwendung von Ressourcen und Plastik setzen soll. Laut dem Hamburger Fintech wird durch die neue Karte knapp 80 Prozent weniger Plastik verwendet als für herkömmliche Kreditkarten.

Die Einsparung des Materials beträgt insgesamt vier Gram pro Visa-Karte. Viel ist das im Großen und Ganzen natürlich nicht. Aber Tomorrow möchte mit dem Produkt eher ein Zeichen setzen. Die Karte soll statt aus Plastik größtenteils aus nachhaltigem Kirschholz hergestellt werden. Ein Baumstamm soll die Produktion von mehr als 11.000 Karten ermöglichen.

Komplett auf Plastik verzichten ist nicht möglich

Dass Tomorrow mit einer Visa-Karte aus Holz wirbt, ist bei dem neuen Modell aber nur teilweise richtig. Der „aktuell nicht vermeidbare Plastikkern, der das kontaktlose Bezahlen möglich macht“ bleibt auch bei der neuen Visa-Karte aus Holz.

Darüber hinaus können auch einige technische Bestandteile nicht aus Holz hergestellt werden, so etwa der Chip, die Mikro-Antenne oder der Magnetstreifen. Einen großen Wurf sieht Tomorrow durch das Produkt aber dennoch. So heißt es in einem Statement des Co-Gründers, Inas Nureldin:

"Die Karte ist ein Statussymbol einer neuen Generation. Sie steht für eine klimaneutrale Lebensweise und bewussten, nachhaltigen Konsum."

Holz-Karte nur beim Premiumprodukt

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Wer nun allerdings darauf baut, mit einer kostenlosen Kreditkarte aus Holz für Nachhaltigkeit einzutreten, hat sich leider getäuscht. Zwar gibt es eine kostenlose Tomorrow Visa Card in Verbindung mit dem kostenfreien Tomorrow Impact Girokonto.

Die neue Visa-Karte aus Holz gibt es aber vorerst nur für das Premium-Produkt Tomorrow Zero für 15 Euro im Monat. Selbst hier ist die Zahl der potenziellen Holz-Kunden erst einmal auf 5.000 begrenzt. Später soll eine mögliche Ausweitung folgen, sofern das Produkt gut ankommt. Aktuell scheint unter anderem der hohe Preis in der Produktion noch abzuschrecken, das Produkt für wirklich alle Kunden einzuführen. Gespannt sein kann man dennoch, was die Evolution bedeutet. Denn möglicherweise gibt es irgendwann kostenlose Kreditkarten wie die Deutschland-Kreditkarte Classic oder auch die comdirect Visa Card aus anderen Materialien als Plastik.