Google Pay wird ausgebaut

17.12.2020

Google Pay bekommt ein neues Logo und neue Funktionen, allerdings vorerst nur in den USA. Der Bezahldienst will ab 2021 zudem mobile Bankkonten anbieten. Erste Details wurden bereits im Sommer 2020 bekannt. Neu: Gutscheine und Geschenkkarten in Google Pay - allerdings (noch) nicht in Deutschland!

Google Pay wird ausgebaut

Google Pay-News

Neu: Gutscheine und Geschenkkarten in Google Pay

Update (12/2020): Pünktlich zur Vorweihnachtszeit können Nutzer Gutscheine und Geschenkkarten direkt in Google Pay kaufen und teilen. Diese neue Funktion steht allerdings nur im wichtigen Testmarkt Indien und (noch) nicht in Deutschland zur Verfügung. Wann und ob es hierzulande soweit wird, ist nicht bekannt. Sollte der Test in Indien erfolgreich sein, wäre ein internationaler Rollout denkbar.

Indische Unternehmen können in innerhalb der App von Google Pay ein eigenes Mini-Portal eröffnen, um genau solche Gutscheine und Geschenkkarten anzubieten. Der US-Bezahldienst eifert also der chinesischen Konkurrenz nach, welche solche Lösungen bereits länger anbieten.

In den USA kommt die neue App-Version von Google Pay mit den Neuerungen (siehe unten) sehr gut an. Denn zwischenzeitlich lag der Bezahldienst in der Rangliste mobiler Android-Anwendungen in den USA auf Platz 1, unter anderem vor Zoom, Disney+ und Tiktok.

Ratgeber: Mobile Payment per Kreditkarte

Bezahl-App mit Redesign

Google Payment-Chef Caesar Sengupta erklärt die neue Google Pay-App in 27 Minuten (Englisch):

Neu: Logo & Funktionen

Der Suchmaschinen-Spezialist gönnt seiner Mobile Payment-App in den USA eine Rundum-Erneuerung – andere Länder sollen bald folgen. Google Pay erhält nicht nur ein neues Logo, sondern auch neue Funktionen. Dazu gehören unter anderem:

  • Senden von Geld an Kontakte
  • Rechnungsaufteilung
  • Akzeptanzstellen in der Nähe auf einer Karte
  • eigene "Profil"-Seite, u.a. mit Empfehlungs-Option
  • Prämien
  • Angebote mit Coupons von Unternehmen wie Etsy, Target, usw.
  • Analyse und Filter für Ausgaben
  • wie gehabt: Bezahlen per NFC im stationären Handel

Google Pay mit mobilen Bankkonten

Google Pay will ab 2021 mobile Bankkonten von elf verschiedenen US-Geldinstituten anbieten. Dazu gehören zum Beispiel:

  • Citi
  • Standford Federal Credit Union


Kunden müssen für diese mobilen Bankkonten keine monatlichen Gebühren bezahlen. Auch Überziehungszinsen oder Mindest-Grundbeträge entfallen. Vorerst können sich Interessenten dafür aber nur auf eine Warteliste setzen lassen.

Erste Gerüchte: Einkaufen per Google Pay

Bereits im Sommer 2020 waren Gerüchte im Umlauf, dass Google Pay zum Shopping-Portal werden soll. Schon damals war bekannt geworden, dass Nutzer direkt in der App des US-Bezahldienstes Produkte & Dienstleistungen bezahlen können sollen. Zudem rät IT-Experte Vincent Haupert zu Apple Pay und Google Pay. 

Google Pay soll 2020 zum Shopping-Portal werden, berichtete damals schon "The Information". Demnach sollen Nutzer des Bezahldienstes direkt in der App Produkte bestellen und Dienstleistungen bezahlen können. Google will Händler damit wohl enger an sich binden – zumindest in den USA. Ob und wann diese Funktion dann auch in Europa und sogar in Deutschland verfügbar ist, ist unklar.

Vorbild könnten chinesische Plattformen wie Wechat und Alipay sein. Diese bieten neben dem Bezahlen unzählige Händler-Produkte und Dienstleistungen an. Nutzer können dabei in der eigentlichen App bleiben.

IT-Experte pro Apple Pay & Google Pay

Das mobile Bezahlen mit dem Smartphone ist im Kommen, auch dank Corona. Laut einem Sicherheitsforscher soll Mobile Payment noch sicherer als die Kreditkarte selbst sein.

applepay-googlepay

Apple Pay und Google Pay heißen die Zahlungsmittel der aktuellen Zeit. Kaum ein anderes Zahlungsmittel hat es in den vergangenen Monaten ähnlich prominent in die Medien geschafft. Apple Pay hat 45 Partner. Google Pay kommt demnach auf 26 Partnerbanken (Stand: 11/2020). Geplant ist wohl eine Zusammenarbeit mit weiteren Geldhäusern. Denn es fehlen unter anderem (noch!) die folgenden Anbieter:

  • Santander
  • ICS
  • Onlinekonto.de Mastercard
  • Global-Konto Premium Mastercard
  • TF Mastercard Gold
  • BMW Credit Card 
  • 1822direkt

Sicherheitsfirma rät zum Smartphone

Die Berliner Zeitung hatte bereits Ende 2019 über das Thema mobiles Bezahlen mit einer Münchner Sicherheitsfirma gesprochen und ist dabei zu einem interessanten Ergebnis gekommen. So ist das mobile Bezahlen insgesamt wohl am sichersten beim Bezahlen.

Laut Vincent Haupert, IT-Sicherheitschef beim Münchner Fintech Iconic Finance, ist das Smartphone die beste Wahl. "Insbesondere bei Apple Pay lässt sich ohne Weiteres von einem hochsicheren Verfahren sprechen", erklärte Haupert dazu. Google Pay sieht der Sicherheitsexperte etwas kritischer – was allen voran am Datenschutz liegt.

Sicherheitsschlüssel statt der offenen Kreditkartennummer

Der entscheidende Vorteil beim Bezahlen per Smartphone ist die Art der Kommunikation mit dem Kartenterminal. Bei Apple Pay und Google Pay kommt ein sogenannter Token oder auch Sicherheitsschlüssel zum Einsatz. Die Kreditkartennummer wird umgewandelt. So wird sie nicht mehr in ihrer Klarform kommuniziert. 

Apple Pay führt beim Datenschutz

Wer seine kostenlose Kreditkarte mit einem der beiden Services verbindet, hat meist keine Wahl. Denn Apple Pay gibt es nur bei Apple-Geräten. Google Pay funktioniert in der Regel nur bei Android-Smartphones und Co. Dennoch rät Haupert im Zweifel eher zu Apple Pay, da der Zahlungsschlüssel hier ausschließlich auf dem jeweiligen Smartphone gespeichert wird, nicht auf externen Servern des Unternehmens. Das ist bei Google Pay anders.

"Das macht in Hinblick auf den Datenschutz und die Sicherheit natürlich einen Unterschied", erklärt Haupert.

In jedem Fall ist die Nutzung von Apple Pay in Verbindung mit kostenlosen Karten empfehlenswert!

Bildquellen:

Google Pay: unsplash.com - Matthew Kwong
Google Pay im Einsatz: unsplash.com | Clay Banks
G: pixabay.com | mohamed_hassan
Apfel: pixabay.com | mohamed_hassan
Deutschland-Kreditkarte Classic: kostenlose-kreditkarte.de
DKB Kreditkarte: DKB