Können Wearables Kreditkarten ersetzen?

17.03.2018
Können Wearables Kreditkarten ersetzen?

Zahlungen mit einer Kreditkarte erfolgen bislang in fast allen Fällen mit der physischen Karte. Doch das könnte sich durch sogenannte Wearables ändern.

Wer heute in Deutschland mit einer Kreditkarte in einem Ladengeschäft bezahlt, der zückt in über 95 Prozent der Fälle seine physische Karte. Die restlichen 5 Prozent der Kreditkarten-Zahlungen werden zum Beispiel über verschiedene Wallet-Lösungen mit NFC (hauptsächlich Smartphones) abgewickelt. In anderen Ländern liegt der Anteil solcher alternativer Zahlungswege höher, wobei dennoch gilt: Fast alle Zahlungen mit einer Kreditkarte von American Express, Mastercard oder Visa werden auch mit der physischen Karte beglichen. Denn alternative Wege der Bezahlung konnten sich bislang nicht durchsetzen.

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Mastercard arbeitet intensiv an der Zahlung mit Wearables

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Die Zukunft könnte allerdings anders aussehen, zumindest wenn es nach dem Kreditkartenunternehmen Mastercard geht. Die US-Firma arbeitet aktuell intensiv mit verschiedenen Unternehmen zusammen, die sogenannte Wearables produzieren. Als Wearables gelten zum Beispiel Smartwatches, Brillen oder technisch weitentwickelte Armbänder. Geplant ist, dass Inhaber einer Kreditkarte zukünftig nicht mehr nur mit der Karte selbst, sondern beispielsweise auch direkt mit der Smartwatch bezahlen können. Die Technik dahinter ist einfach: Basierend auf der NFC-Technologie können die Daten zwischen dem jeweiligen Zahlungsterminal und dem Wearable ausgetauscht werden.

Für Nutzer könnte die Wearable-Zahlung viele Vorteile bringen: Zum Beispiel wäre es nicht mehr notwendig, eine Kreditkarte physisch mitzuführen. Dies sorgt zum einen für mehr Komfort und zum anderen auch für mehr Sicherheit. Dadurch, dass Verbraucher eine Kreditkarte nicht mehr mitführen müssen, sinkt ebenfalls das Diebstahlrisiko. Zudem können die Daten von manipulierten Geräten nicht ausgelesen werden und auch die Gefahr einer Daten-Ausspähung besteht nicht mehr oder sinkt zumindest deutlich. Damit sind Zahlungen mit Kreditkarten dank der Wearables zukünftig sogar noch sicherer - so die Hoffnung.

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Besonders interessant ist die neue Option für Verbraucher sicherlich aber auch aus einem anderen Grund: Das physische Mitführen einer Kreditkarte ist in vielen Situation gar nicht möglich oder schwierig. Wer beispielsweise zum Sport geht, kann ohne Probleme ein Wearable mitführen, würde gleichzeitig aber Probleme haben, eine Kreditkarte, Bargeld oder ein Smartphone mitzunehmen. In vielen anderen Lebenssituation sorgen Wearables dafür, dass Zahlungen einfacher werden.

Europäer stehen Wearables positiv gegenüber

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Laut einer Studie von Mastercard stehen die Befragten der Nutzung von Wearables heute häufiger positiv gegenüber als noch vor wenigen Jahren. Mittlerweile kann sich jeder Vierte vorstellen, ein Wearable zur Zahlung zu nutzen. Vor wenigen Jahren waren es noch weniger als 10 Prozent. In Deutschland sind die Verbraucher dagegen zurückhaltender. Hierzulande können sich gerade einmal 12 Prozent der Befragten einer Mastercard-Studie vorstellen, in Zukunft mit einer Smartwatch oder anderen Wearables zu bezahlen. Auch in Deutschland ist die Zurückhaltung allerdings etwas zurückgegangen.

Generell zeigt sich an der Studie, dass die Verbraucher das kontaktlose Bezahlen immer häufiger als eine positive Entwicklung einschätzen. Im Vergleich zum Vorjahr ist nicht nur die Zahl der kontaktlosen Transaktionen deutlich gestiegen, auch die Zurückhaltung gegenüber der neuen Technologie ist gesunken. Das zeigt nicht nur die höhere Zahl der Transaktionen, sondern die Mastercard-Umfrage, in der die Verbraucher in allen europäischen Ländern eine positivere Haltung gegenüber dem kontaktlosen Bezahlen eingenommen haben als noch im Vorjahr. In Deutschland ist die Zahl der Transaktionen im Vergleich von 2017 zu 2016 beispielsweise um über 200 Prozent gestiegen.

Wearables werden ein immer breiteres Segment

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Dass nach der kontaktlosen Zahlung mit der physischen Kreditkarte auch die Kombination aus NFC-Technologie und Wearable relevanter wird, liegt sicherlich ebenfalls am Wachstum in dem Segment. Die verschiedenen Anbieter von Wearables arbeiten – teilweise sogar direkt mit Kreditkartenanbietern – an neuen Produkten für den Markt. Smartwatches gibt es mittlerweile beispielsweise mit von verschiedenen Anbietern: Android Pay (Google), Apple Pay (Apple) und Samsung Pay (Samsung).

Neben Smartwatches spielen aber auch andere Wearables eine immer wichtigere Rolle. Das gilt besonders im Fitness-Bereich, wo Wearables als ein besonders großer Wachstumsmarkt gelten. Unternehmen wie Garmin und Fitbit arbeiten schon lange an eigenen Technologien, die es ermöglichen sollen, dass Fitness-Wearables für Zahlungen eingesetzt werden können. Sowohl Garmin Pay als auch Fitbit Pay sollen dabei eine Basis für andere Wearables sein, um Zahlungen mit einem Fitnessarmbad oder einer entsprechenden Fitnessuhr möglich zu machen.

Rund um sogenannte Smart Devices spielen allerdings nicht nur klassische Wearables eine Rolle. Mastercard und auch andere Kreditkartenkonzerne denken in dieser Hinsicht größer: Beispielsweise arbeitet Mastercard mit einem Hersteller von Ringen zusammen. In Zukunft könnte also der Schmuck zu einer Art Wearable werden, mit dem Sie Ihren Einkauf bezahlen können. Das könnte für Ringe genauso gelten wie für schicke Armbänder.

Inhaber von Wearables nutzen die Geräte häufiger

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Dass die Verbindung von kontaktlosem Bezahlen und Wearables passt, lässt sich auch an anderen Studien erkennen. Das britische Magazin „Wearable“ hat herausgefunden, dass Inhaber eines Wearables dieses mittlerweile deutlich häufiger nutzen als noch vor wenigen Jahren. Früher meist angeschafft, um die Geräte einmal auszuprobieren, werden viele Wearables mittlerweile sogar täglich oder mehrmals pro Woche genutzt. Es erscheint also durchaus möglich, dass Wearables in den kommenden Jahren für immer mehr Menschen zu einem Alltagsgegenstand werden. Damit könnte das Portemonnaie in der Hosentasche sogar irgendwann obsolet werden.

In einem Wearable könnten neben Zahlungsdaten (natürlich mit entsprechender Verifikation, um vor Missbrauch zu schätzen) unter anderem auch Identitätsdokumente, Mitgliedschaftskarten und vieles mehr gespeichert werden. Anstatt zahlreiche Karten mitzuführen und damit ein großes Risiko einzugehen, könnten alle wichtigen Informationen zukünftig auf einer einzigen Uhr, einem Armband oder sogar einem Ring gespeichert werden. Bis dahin vergehen wohl noch wenige Jahre, die Kombination aus Wearables und kontaktlosem Bezahlen wird allerdings immer realistischer. 

Bildquellen:

Wirecard-Bezahlarmband: wirecard.de
Frau am Baum: Indos82 | Dreamstime.com
Mobile Payment: gi-de.com
Mastercard-Logo: Alexey Novikov | Dreamstime
Geldbörse mit Kreditkarten: Sjankauskas | Dreamstime.com