Mastercard macht Rekordgewinn

11.06.2018
Mastercard macht Rekordgewinn

Mastercard hat im ersten Quartal einen Rekordumsatz und -gewinn erwirtschaftet. Das liegt auch daran, dass Verbraucher die Kreditkarten immer häufiger einsetzen.

Deutliches Plus

Für die Kreditkarten-Konzerne läuft es seit Jahren rund. Ein gutes Beispiel ist Mastercard. Der US-Konzern verkündet seit vielen Jahren positive Zahlen. Dieser Trend hat sich im ersten Quartal 2018 noch einmal verstärkt. Beim Umsatz konnte Mastercard im Vergleich zum Vorjahr um 31 Prozent zulegen und kam auf einen Wert von 3,6 Milliarden US-Dollar. Der Gewinn stieg sogar um 38 Prozent auf 1,5 Milliarden US-Dollar. Umgerechnet sind das knapp 1,25 Milliarden Euro. Dabei sollten man nicht aus den Augen verlieren, dass beim Kartengeschäft neben dem US-Konzern auch Banken und Zwischenhändler mitverdienen. Es handelt sich bei den Mastercard-Kennzahlen demnach um einen Bruchteil des Geldes, das im Kreditkartengeschäft Jahr für Jahr erwirtschaftet wird.

Mastercard profitiert von mehr Karten-Transaktionen

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Dass der Gewinn von Mastercard erneut gestiegen ist, liegt allen voran an der Kauflaune der Verbraucher. Der US-Kartenkonzern verdient dann mit, wenn Sie Ihre entsprechende Kreditkarte einsetzen. Das heißt konkret: Je mehr Sie damit einkaufen, desto stärker steigen Umsatz und Gewinn bei Mastercard. Im Idealfall profitieren Sie als Verbraucher allerdings auch. Gerade mit kostenlosen Kreditkarten bezahlen Sie in der Regel keinen Cent für die Nutzung. Dass die Kauflaune bei diesen Umständen steigt, sollte nicht überraschen.

Umgesetzt wird jedoch nicht nur generell mehr Geld im Handel, sondern vor allem mit Kreditkarten. Die Zahl der Transaktionen mit diesen ist in den vergangenen Jahren insgesamt stark gestiegen, sodass die Marktanteile weltweit dazugewonnen haben. Die steigenden Umsätze und Gewinne lassen sich also unter anderem dadurch erklären, dass Verbraucher häufiger auf Kreditkarten statt auf Bargeld setzen. Auch in Deutschland zeigt sich dieser Trend, wenngleich geringer als in anderen Ländern.

Kreditkarten-Konzerne profitieren vom wachsenden Online-Handel

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Die großen Gewinne von Mastercard & Co lassen sich auch durch den Aufschwung des Online-Handels erklären. Da immer mehr Menschen ihre Einkäufe im Internet erledigen, verschieben sich die verwendeten Zahlungsmethoden. Bei den Deutschen ist beispielsweise im Einzelhandel weiterhin das Bargeld die beliebteste Option für Zahlungen. Im Internet fällt diese Option mist weg (Ausnahme: barzahlen.de). Verbraucher müssen hier auf andere Zahlungsoptionen setzen, wodurch die Kreditkarte deutlich häufiger zum Einsatz kommt als im Einzelhandel. Zwar ist auch im Internet bei den Deutschen die Kreditkarte (noch) nicht das beliebteste Zahlungsmittel. Der Marktanteil ist allerdings vergleichsweise groß. Mastercard und Visa profitieren besonders davon, weil die beiden die klaren Marktführer sind.

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Doch der deutsche Markt ist und bleibt für Mastercard nur einer von vielen. Zwar werden hierzulande immer mehr kostenlose Kreditkarten herausgegeben. Im Vergleich zu anderen Ländern hinkt Deutschland jedoch weiter hinterher: Deshalb lässt sich der große Erfolg der Kartenkonzerne auch nicht vollständig durch einen Blick auf das Zahlungsverhalten hierzulande erklären. Schaut man über den Tellerrand, sieht man, dass Mastercard & Co vom wachsenden Online-Handel deutlicher profitieren, als auf den ersten Blick.

In anderen Ländern liegt der Anteil von Karten-Transaktionen bei Online-Bestellungen nämlich nicht nur bei etwa 30 Prozent wie in Deutschland, sondern bei bis zu dem Doppelten. Teilweise werden sogar fast drei von vier Transaktionen im Internet mit einer Kreditkarte durchgeführt. Vorreiter sind hier beispielsweise die USA oder Schweden. Auch in Asien, zum Beispiel in China, sind Kreditkarten bei Zahlungen im Internet klar dominant. Hier profitiert Mastercard weniger von der Entwicklung, da der US-Konzern ähnlich wie Visa in China nicht allzu stark vertreten ist. 

Mastercard verdient in der EU weniger als anderswo

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Wenngleich die weltweiten Zahlen von Mastercard aufhorchen lassen, zeigt sich in Europa ein zumindest weniger starkes Bild. Zwar verdient der US-Konzern auch hier gut Geld. Das Wachstum fällt aber geringer als in anderen Märkten aus. Das liegt allen voran an der politischen Regulierung. Denn seit nun mehr als drei Jahren sind in der Europäischen Union die sogenannten Transaktionsgebühren bei Kreditkarten-Transaktionen auf maximal 0,3 Prozent gedeckelt. Für Kreditkarten-Konzerne waren die Folgen dieser Änderung sinkende Gewinne pro Transaktion: Statt zuvor im Schnitt mehr als 1 Prozent bei jeder Zahlung zu kassieren, liegen die durchschnittlichen Erlöse pro Zahlung nun deutlich niedriger. Vorher konnten die Kartenkonzerne die Gebühren in Verträgen mit den Händlern selbst festlegen, sodass die Gebühren etwa zwischen 0,5 und 4 Prozent lagen.

Gleichzeitig hat sich die Begrenzung der Gebühren für die US-Konzerne als positiver als befürchtet herausgestellt. Denn die durch die Begrenzung ist die Akzeptanz von Kreditkarten gestiegen. In Deutschland nehmen seitdem beispielsweise fast alle großen Online-Händler und viele große Einzelhändler Kreditkarten an. Dadurch ist die Zahl der Transaktionen gestiegen. Auch die Höhe der Gesamterlöse mit Karten ist deutlich gewachsen. Davon profitiert Mastercard wiederum sehr stark, da die prozentualen Gebühren bei jeder Zahlung erhoben werden. Das große Wachstum des Marktes sorgt dafür, dass sich der US-Konzern über steigende Gewinne freuen darf.

Sie als Kunde müssen sich mit dem Thema Transaktionsgebühren, auch Interbankenentgelte genannt, übrigens nicht auseinandersetzen: Die Gebühren werden von der jeweiligen Akzeptanzstelle erhoben und dann intern verrechnet. Nicht Sie bezahlen also bei einer Kartenzahlung die Gebühr, sondern der Händler. Deshalb gilt ebenso weltweit die Regel, dass jede Zahlung, die Sie mit einer Kreditkarte tätigen, quasi kostenfrei ist. Die einzige Ausnahme sind anfallende Gebühren für Zahlungen in Fremdwährungen oder bei Abhebungen. Mit der richtigen Kreditkarte können Sie diese Gebühren jedoch umgehen. Natürlich wird ein Kartenkonzern wie Mastercard trotzdem durch Sie Umsätze steigern – warum aber sollten Sie nicht gleichzeitig von den Vorteilen einer kostenlosen Kreditkarte profitieren?

Bildquellen:

Mastercard-Logo: Alexey Novikov | Dreamstime
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