Mastercard-News: Coronavirus, Phos & neuer CEO

04.05.2020

Mastercard hat zuletzt viele Neuerungen bekannt gegeben: Das Kreditkarten-Unternehmen engagiert sich zum Beispiel im Kampf gegen das Coronavirus, startet eine neue Kontaktlos-Bezahllösung und bekommt sogar einen neuen Chef (aus Deutschland). Aber eins nach dem anderen.

Mastercard-News: Coronavirus, Phos & neuer CEO

Aktuelles von Mastercard

+++ UPDATE (04/2020): Mark Barnett wird neuer Europa-Chef von Mastercard +++

Mark Barnett wird zum 1. Juni 2020 neuer President Mastercard Europe. Er löst Javier Perez damit ab, der Ende des Jahres 2020 in den Ruhestand geht. Barnett ist aktuell noch für Großbritannien, Irland, Skandinavien und die baltischen Staaten verantwortlich. Zukünftig kümmert er sich dann als Europa-Chef von Mastercard um das Geschäft in 53 Länder, in denen mehr als 950 Millionen Menschen betreut werden. 

Das sagt Mark Barnett zu seiner Ernennung als neuer Europa-Chef von Mastercard (Auszug): 

"Mastercard ist das einzige Payment-Technologieunternehmen in Europa, das wirklich mehrgleisig aufgestellt ist. Mit dieser einzigartigen Positionierung können wir in der gesamten Region einfache und sichere Zahlungsmethoden anbieten."

Mark Barnett war zuletzt Ende März 2020 im Gespräch als er für das Vereinigtes Königreich bekanntgab, dass Mastercard-Kunden dort bis zu einem Limit von 45 Pfund (ca. 50 Euro) kontaktlos ohne PIN-Eingabe bezahlen können. Das Kreditkarten-Unternehmen reagierte damit auf die Corona-Krise.

+++ Update-Ende +++

Mit Bill & Melinda Gates gegen das Coronavirus

Mastercard engagiert sich mit der Stiftung von Bill und Melinda Gates sowie der NGO Wellcome gegen das Coronavirus. Gemeinsam haben sie eine Initiative zur Unterstützung von COVID19-Therapien gestartet und stellen dafür zusammen bis zu 125 Millionen Dollar an Startkapital bereit. Mit diesem Forschungsprojekt sollen Hindernisse bei der Medikamenten-Entwicklung und die Verbreitung der Epidemie bekämpft werden.


Das Coronavirus führt auch bei Unternehmen wie Mastercard zu Problemen: Der Zahlungsdienstleister hatte daher bereits im Februar 2020 eine Umsatzwarnung veröffentlicht. Demnach wird das Wachstum im ersten Quartal 2020 wohl um ca. 2 Prozentpunkte geringer ausfallen als Ende Januar angenommen. Dennoch sollen die Erlöse um rund 10 Prozent im Vergleich zum Vorjahreswert steigen.

Mastercard & Phos: kontaktlos & ohne Terminal

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Zudem testet Mastercard das kontaktlose Bezahlen ohne Terminal. Der US-Konzern kooperiert dafür mit dem Software-Hersteller Phos. Die 200 kleinen und mittleren Test-Händler in Deutschland, Großbritannien, Bulgarien und Rumänien benötigen nur ein NFC-fähiges Android-Smartphone (Version 7.0 oder höher) und die kostenlose Phos-App.

Das Pilotprojekt läuft voraussichtlich bis April 2020. Letztlich sollen auch kleine und mittlere Händler Kartenzahlungen ohne die Beschaffung zusätzlicher Hardware akzeptieren können. Denn viele Bäcker und ähnliche Läden nehmen gerade in Deutschland oft nur Bargeld an. Dabei eignet sich das kontaktlose Bezahlen gerade in Zeiten des Coronavirus.

Deutscher wird Mastercard-Chef

Michael Miebach (52) wird ab 1. Januar 2021 Chief Executive Officer (CEO) und Mitglied des Verwaltungsrats von Mastercard. Bisher ist der Deutsche noch Produktmanager (Chief Product Officer, also CPO) bei dem US-Kreditkartenunternehmen. Der aktuelle Vorstandsvorsitzende Ajay Banga wird dann "Executive Chairman des Board of Directors" von Mastercard. 

Der kommende CEO stammt aus dem Allgäu und wirkt auf den ersten Blick nicht wie einer der großen Visionäre der US-Unternehmenswelt. Doch aller deutschen Bescheidenheit zum Trotz wurde Miebach auf eine Position befördert, von der zahlreiche Menschen weltweit nur träumen können. Er soll den Kreditkarten-Konzern in eine ganz neue Richtung weiterentwickeln. Plastikarten könnten dann nur noch eine Nebenrolle spielen.

„One-Stop-Shop“ für Zahlungsdienste

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Wer heute nach einer kostenlosen Kreditkarte sucht, findet verschiedene Optionen von Mastercard. Dazu gehören beispielsweise die Gebührenfrei Mastercard Gold oder auch die N26 Mastercard. Doch das Plastikgeld ist für Mastercard längst nicht mehr der einzige Geschäftsbereich. Denn in der Bilanz des Vorjahres sind Transaktionen mit Karten nur noch für knapp 50 Prozent des Umsatzes des US-Riesen verantwortlich.

Was im ersten Moment ziemlich überraschend klingen mag, lässt sich leicht erklären: Mastercard investiert seit Jahren intensiv in andere Zahlungsdienste und stärkt sich selbst auch mit verschiedenen Zukäufen. Das Ziel: ein sogenannter „One-Stop-Shop“ für alle Zahlungsdienste zu werden.

Deutscher führt den Wandel an

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Dass gerade Michael Miebach dabei helfen soll, überrascht dann doch nicht allzu sehr. Miebach ist aktuell noch Produktvorstand von Mastercard und hat im Zuge dessen verschiedene technische Innovationen auf den Markt gebracht. Eine wichtige Rolle spielte Miebach etwa bei der Einführung der Tokenisierung für die Abwicklung von sicheren Zahlungen oder auch dem sogenannten „Merchant-Payment-Umfeld“.

Die technische Expertise des Deutschen soll beim Wandel des Konzerns dabei zukünftig eine immer wichtigere Rolle einnehmen. Miebach soll dafür sorgen, dass Mastercard schon bald nicht mehr primär als Zahlungsdienstleister, sondern vielmehr als eine Technik-Firma im Finanzumfeld wahrgenommen wird.

Bildquellen:

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Mastercard-Bilder: mastercard.com
Gebührenfrei Mastercard Gold: kostenlose-kreditkarte.de
Mobile Payment per Smartwatch: garmin.com