Deutschland: Swatch Pay gestartet

04.12.2019
Deutschland: Swatch Pay gestartet

Swatch Pay ist in Deutschland gestartet. Zum mobilen Bezahlen sind also keine Smartwatches, Smartphones mit jeweils (viel) Akku notwendig. Aber setzt sich Swatch Pay neben Apple Pay, Google Pay und Co durch?

Mobile Payment per Uhr

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Swatch Pay ist nun auch in Deutschland verfügbar. Kunden in China (2017) und der Schweiz (2019) konnten bereits kontaktlos mit den Uhren bezahlen. Für Mobile Payment sind also inzwischen keine Smartwatches, Smartphones oder (viel) Akku notwendig. Der Schweizer Hersteller arbeitet in Deutschland mit Wirecard zusammen. So können Interessenten Swatch Pay nutzen:

  1. Eine von sechs Swatch PAY-Uhren (für je rund 75 Euro) kaufen
  2. boon-App herunterladen
  3. boon-Konto inkl. Mastercard eröffnen
  4. virtuelle Prepaid-Mastercard erstellen
  5. Guthaben per Kreditkarte oder Überweisung aufladen

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Bei all diesen Punkten scheint das kontaktlose Bezahlen per kostenloser Kreditkarte doch etwas einfacher zu sein. Immerhin besitzt quasi jede Visa, Mastercard oder American Express heutzutage den nötigen NFC-Chip. Im Prinzip steckt dieser auch in der Uhr, nur halb mit etwas mehr Aufwand.

Swatch Pay-Video

Swatch Pay wird innerhalb von 30 Sekunden in diesem Video erklärt:


Hintergrund

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Nach Apple, Google, Garmin und Fitbit gibt drängt nun auch Swatch auf den Bezahlmarkt. Der Schweizer Uhrenhersteller arbeitet bereits seit mehreren Jahren an der eigenen Lösung. Swatch nutzt wie die Konkurrenten NFC (Near Field Communication). Dieser Chip sitzt direkt unter dem Ziffernblatt.

Die Energie für das Bezahlen kommt während des Vorgangs vom Terminal. Deshalb sollte die Batterie der Uhr die übliche Lebensdauer haben. Nutzer müssen ihre Uhr also nicht täglich aufladen.

Eigentlich ist der Schweizer Uhrenhersteller Swatch vor allem für eines bekannt – für Uhren. Da kommt es für Verbraucher vielleicht ein wenig überraschend, dass das Unternehmen nun auch in den lukrativen Zahlungsmarkt vordringt. Dies soll durch die Einführung von Swatch Pay gelingen, einer Art Wallet-Lösung, die allerdings direkt an eine Uhr gekoppelt ist. Etwas Ähnliches bietet bereits der Experte für Navigation Garmin mit dem Zahlungsdienst Garmin Pay an. Dieser kann ausschließlich mit Garmin-Uhren verbunden werden. Nach diesem Muster soll wohl auch Swatch Pay funktionieren. Denn eine Verknüpfung dieses Zahlungsdienstes ist ausschließlich mit Uhren von Swatch möglich. Bleibt die Frage: Kann das funktionieren und sich auch durchsetzen?

Sechs Uhren für weniger als 100 Euro

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Die Idee von Swatch ist interessant. Denn der Anbieter setzt bei seiner Innovation auf Uhren für jedermann. Generell sind Swatch-Uhren eher im günstigeren Preissegment angesiedelt. Das ändert sich auch durch die neue Funktion nicht. Wie das Unternehmen bekannt gab, kosten die Uhren wohl nur einmal etwas mehr als eine herkömmliche Swatch-Uhr. Die sechs Uhren mit Swatch Pay kosten ungefähr 75 Euro.

Es bleibt allerdings natürlich die Frage, ob Swatch Pay auch Erfolg haben wird. Immerhin hat der Schweizer Uhrenhersteller es bereits vor drei Jahren versucht, in die Welt des mobilen Bezahlens einzusteigen. Damals wurde das System allerdings als viel zu kompliziert und unpraktisch beschrieben und von Nutzern eher negativ wahrgenommen. Swatch hat das Projekt schnell wieder eingestampft und sich wieder auf Uhren konzentriert. Dennoch scheint man bei den Schweizern der Idee des mobilen Bezahlens mit der Armbanduhr noch lange nicht abgeschworen zu haben.

Zahlungen ohne Verifizierung

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Mit Swatch Pay können Kunden im Einzelhandel bei allen NFC-Akzeptanzstellen Zahlungen bis 25 Euro ohne Verifizierung durchführen. Eine PIN oder eine Unterschrift sind zur Zahlung nicht notwendig, sodass diese genauso schnell von statten geht wie mit jeder kostenlosen Kreditkarte mit NFC. Mit Swatch Uhren mit Zahlungsfunktion können allerdings nicht nur Beträge bis maximal 40 CHF bezahlt werden, sondern auch höhere Beträge. Dann allerdings ist eine Verifizierung notwendig, die bei Swatch Pay aber ebenfalls sehr simpel funktioniert. Über das Zahlungsterminal kann in diesem Fall eine PIN eingegeben werden.

Die Technik dahinter funktioniert nach einem simplen Muster. Bei Swatch Pay wird eine virtuelle Kreditkarte erstellt, welche die 16-stellige Kreditkartennummer ersetzt. Damit werden keine sensiblen Zahlungsinformationen auf der Uhr gespeichert und auch bei der Zahlung nicht übermittelt. Stattdessen werden Token generiert, die bei der Zahlung mit dem jeweiligen Zahlungsterminal ausgetauscht werden. Dadurch wird gewährleistet, dass bei den Zahlungen alle Sicherheitsstandards eingehalten werden und man mit der Swatch Uhr genauso sicher bezahlen kann wie mit jeder Kreditkarte oder einem Smartphone.

Generell muss man sich bei Swatch Pay keine großen Gedanken um die Sicherheit machen. Wird die Uhr gestohlen, kann man die Zahlungsfunktion über die App mit einem Klick deaktivieren. Selbst die Batterielaufzeit der Uhr verändert sich gegenüber anderen Swatch Uhren nicht. Denn die NFC-Antenne benötigt keinen Strom. Swatch sieht in den neuen Uhren allerdings nur den Anfang. Aus der Chefetage heißt es, dass schon bald alle Uhren des Herstellers mit der Bezahlfunktion ausgeliefert werden sollen. Dennoch kann man sich fragen, ob sich der Aufwand lohnt. Denn kontaktlosen Bezahlen können Kunden auch per kostenloser Kreditkarte

Bildquellen:

Swatch: swatch.picturepark.com
Deutschland-Kreditkarte Classic: kostenlose-kreditkarte.de
kontaktlos bezahlen per NFC: pixabay.com - kalhh