Neue Glücksspielgebühr bei Kreditkarten

18.08.2018
Neue Glücksspielgebühr bei Kreditkarten

Rund um Kreditkarten sollte man viele Gebühren im Blick haben. Aber wussten Sie beispielsweise, dass es eine Glückspielgebühr gibt?

Glück kostet: Die ING-DiBa hat am 1. Juli 2018 eine Gebühr für Zahlungen in „Casinobetrieben, Lotteriegesellschaften und Wettbüros“ eingeführt. Wer eine solche Dienstleistung in Anspruch nimmt, muss 3 Prozent des jeweiligen Umsatzes zusätzlich an die Bank bezahlen. Es fällt mindestens eine Gebühr von 3,95 Euro an. Diese Extrakosten klingen im ersten Moment kurios. Sie sind in Deutschland allerdings längst keine Seltenheit mehr. Hierzulande erheben viele Banken vergleichbare Gebühren.

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Casinogebühr gibt es bei vielen Banken

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Die ING-DiBa ist mit dieser Gebühren-Art keineswegs allein. Diese Abgabe für Zahlungen rund ums Glücksspiel gibt es beispielsweise auch bei vielen anderen Direktbanken. Die Consorsbank und die darin aufgegangene DAB Bank erheben eine solche Gebühr von 2,5 Prozent, mindestens aber 5 Euro. Mit der Postbank liegt eine der größeren Filialbanken bei ähnlichen Werten. Daneben erhebt auch die Landesbank Berlin Brandenburg (LBB) diese Gebühr.

In diesem Bereich stechen vor allem die deutschen Direktbanken hervor. Neben der Consorsbank und neu der ING-DiBa erheben auch die DKB und die comdirect schon länger eine Casinogebühr. Wer Zahlungen bei einem Glückspielanbieter tätigt, bezahlt generell eine Gebühr von 3 Prozent für diese Umsätze. Die Anbieter von kostenlosen Girokonten und Kreditkarten versprechen zwar ein deutlich günstigeres Angebot als die Konkurrenz, langen scheinbar aber in anderen Bereichen richtig zu. Immerhin: Manche Anbieter von kostenlosen Kreditkarten verzichten (noch) auf eine Gebühr dieser Art. Wie lange das noch so bleiben wird, ist schwer vorauszusehen. Etabliert sich eine Gebühr erst bei einigen Banken, ziehen die anderen meist nach.

Sollten Sie eine Zahlung oder Einzahlung bei einem Anbieter von Glücksspielen planen, sollten Sie daher einen Blick in das Preis-Leistungsverzeichnis Ihrer Bank werfen. Im Zweifel können Sie telefonisch nachfragen, ob zusätzliche Gebühren anfallen. 

Gebühr fällt im Internet und in Casinos an

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Manch einer fragt sich an dieser Stelle sicherlich, wie weit die Regelungen jeweils greifen und wie die Banken überhaupt feststellen, dass es sich um einen entsprechenden Umsatz handelt. Die Antwort darauf ist vergleichsweise einfach: Bei allen Kartenzahlungen findet eine Klassifizierung der Händler in eine bestimmte Gruppe statt. Sofern ein Händler in eine bestimmte Gruppe fällt, wird die Gebühr erhoben. Doch wer fällt denn überhaupt in diese Gruppe? Allen voran sind es Anbieter von Glücksspiel im Internet, bei denen sehr häufig mit Kreditkarte bezahlt wird. Zu nennen sind hier etwa Online-Anbieter aus diesen Bereichen:

  • Casinos 
  • Poker und andere Kartenspiele
  • Sportwetten
  • Lotto

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Hinzu kommen natürlich auch einige Anbieter in der analogen Welt. Bezahlen Sie in einer Spielhalle oder einem Casino mit Ihrer Kreditkarte, ist ebenfalls die entsprechenden Zusatzgebühr fällig. Nicht als Glückspielanbieter klassifiziert sind dagegen beispielsweise Zeitschriftenhändler, die auch Lottoscheine verkaufen. Sofern Sie einen solchen oder ein Los eines anderen Anbieters kaufen, sollte die zusätzliche Gebühr nicht anfallen. Das gilt theoretisch auch auf Jahrmärkten, wobei sie hier nur in sehr seltenen Fällen mit einer Kreditkarte bezahlen können.

Besonders relevant ist aber sicherlich das Glücksspiel im Internet, da hier die Kreditkartenzahlung verbreitet ist – schon allein, weil das Guthaben in diesem Fall sofort verfügbar ist. Selbst bei großen Anbietern müssen Sie in Zukunft mit der Casinogebühr zurechtkommen.

Begründung für die Gebühr ist schwer greifbar

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Die Begründung für die neue Gebühr ist in vielen Fällen schwer greifbar. Laut ING-DiBa sind sie eine weitere Einnahmequelle, um andere Leistungen wiederum auch in Zukunft kostenlos anbieten zu können. Bei der Postbank heißt es, dass der Erwerb von Lottoscheinen oder Chips im Spielcasino "dem Wesen nach dem Erwerb von Bargeld" entspreche. Deshalb setze man diese Art der Zahlung mit Abhebungen gleich.

Das Thema Suchtprävention, ein durchaus löblicher Ansatz, wird jedoch von keinem Finanzinstitut als Begründung für die zusätzliche Gebühr genannt. Natürlich ist allein eine Gebühr für Kreditkartenzahlungen noch kein geeignetes Mittel, um eine Sucht zu bekämpfen, doch der Ansatz wäre zumindest nicht falsch. 

Kreditkarten versprechen im sogenannten „nicht-regulierten Markt“ für Glücksspiel im Internet eine sichere und schnelle Zahlung, die anderen Zahlungsmitteln klar überlegen ist. Das gilt erst recht dann, wenn die Anbieter im Ausland sitzen. Das ist bei fast allen Glückspielanbietern aus steuerlichen Gründen der Fall. Wie viel Geld die Banken hier verdienen können, zeigt die Statistik. Schon der regulierte Markt ist in Deutschland jedes Jahr für Umsätze in Höhe von 35 Millionen Euro verantwortlich, die Umsätze im nicht-regulierten Markt werden noch einmal auf vergleichbare Höhen geschätzt. Man sieht gut: Die Banken haben ein großes neues Umsatzpotenzial erkannt.

Bildquellen:

Roulette: pixabay.com - GregMontani
Spielkarten und Spielchips: pexels.com - Pixabay
Frau mit MacBook und Mastercard: picjumbo.com - Viktor Hanacek
Geldbeutel mit Mastercard und Visa Card: pixabay.com - Manuchi
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