Österreich: Kreditkarten dominieren im Online-Handel

28.05.2018
Österreich: Kreditkarten dominieren im Online-Handel

Die richtige Zahlungsweise im Internet spielt eine wichtige Rolle. In Deutschland dominiert hier noch die Rechnung, in Österreich ist es die Kreditkarte. Warum gibt es diese Unterschiede?

Der Online-Handel wächst nicht nur in Deutschland, sondern überall in Europa seit Jahren. Kaum ein anderes Wachstumsfeld hat mit einer so großen Umsatzsteigerung zu tun wie der Online-Handel. Doch wenn Sie als Verbraucher immer häufiger im Internet bezahlen, stellt sich auch eine andere Frage: Wie wird die Bezahlung idealerweise abgewickelt? Dabei ergeben sich verschiedene Optionen, denn bei den meisten Online-Shops haben Sie mindestens fünf Optionen zum Bezahlen. Insgesamt gibt es sogar mehr als zehn relativ häufig verwende Zahlungsarten.

In Österreich dominiert die Kreditkarte

Interessant ist dabei, dass sich zwischen den verschiedenen Ländern der Europäischen Union große Unterschiede auftun. Schon im deutschsprachigen Raum gibt es bezüglich der Zahlungsmittel relevante Differenzen. Das zeigt sich besonders in Österreich, wo die Kreditkarte bereits heute das klar dominierende Zahlungsmittel im Online-Handel ist. In der Alpenrepublik bezahlt knapp ein Drittel der Verbraucher im Internet per Mastercard, Visa und Co. Insgesamt bezahlen 35 Prozent aller Österreicher Ihre Einkäufe im Internet mit Plastikgeld. Dieser Wert gehört zu den höchsten in ganz Europa.

Andere Zahlungsweisen spielen in Österreich im Verhältnis eine recht geringe Rolle. Die Zahlung per Rechnung wählen gerade einmal 19 Prozent der Verbraucher – in Deutschland ist diese Zahlungsweise viel beliebter. Der Bankeinzug bzw. die Lastschrift wird von insgesamt 10,9 Prozent der Verbraucher gewählt. Immerhin 9,8 Prozent der Österreicher bezahlen via PayPal. Andere Optionen spielen in der Alpenrepublik kaum eine Rolle, wodurch sich gravierende Unterschiede zu den in Deutschland beliebten Zahlungsmitteln ergeben. Da sich der Online-Handel ansonsten kaum unterscheidet, ergibt sich eine interessante Differenz zwischen den beiden Ländern.

Dass sich die Österreicher häufig für eine Zahlung mit Kreditkarte entscheiden und ansonsten gerne auf die Zahlung per Rechnung setzen, hat verschiedene Gründe. Der wichtigste ist darin zu finden, dass diese es ermöglichen, dass Verbraucher bei Schwierigkeiten mit der Bestellung die Zahlung zurückziehen oder zurückhalten können. Zwar bezahlen Sie bei einer Kartenzahlung direkt online. Bei Problemen können Sie über Ihren Kartenherausgeber allerdings einen sogenannten Chargeback anfordern und die Zahlung so rückgängig machen. Die Zahlung per Rechnung erfolgt grundsätzlich immer erst nach Erhalt der Ware, sodass auch hier eine große Sicherheit vorliegt. Vergleichbar mit einer Kreditkartenzahlung ist theoretisch auch eine Zahlung per PayPal.

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In Deutschland dominieren die Rechnung und PayPal

Die großen Unterschiede bei den Zahlungsweisen zeigen sich bei einem Blick auf die beliebtesten Zahlungsmittel in Deutschland. Dominant sind bei Zahlungen im Online-Handel hier die Zahlung per Rechnung sowie PayPal. Zusammen haben die beiden Zahlungsmittel einen Marktanteil von deutlich über 50 Prozent. In Österreich wären es gerade einmal 30 Prozent. Der fast doppelt so große Marktanteil geht auch zulasten der Kreditkarte, die in Deutschland zwar die drittbeliebteste Zahlungsweise ist, gleichzeitig aber deutlich abgeschlagen hinter der Zahlung per Rechnung und PayPal liegt.

Das liegt allen voran daran, dass die Zahlung per Rechnung in Deutschland eine sehr große Tradition hat. In Deutschland gehören Bestellungen im Versandhandel schon seit Jahrzehnten zum Standard. Viele Pioniere des Katalogversands kommen aus Deutschland: Das gilt beispielsweise für Otto und Quelle. Da beim Katalogversand eine Zahlung per Kreditkarte zumindest in den ersten Jahren und Jahrzehnten nicht möglich war, hat sich die Rechnung etabliert. Fast alle Bestellungen im Kataloghandel wurden auf diesem Weg bezahlt. Diese bekannte und beliebte Zahlungsweise wird entsprechend auch beim Online-Handel weiterhin sehr häufig gewählt, obwohl hier auch eine Zahlung mit Kreditkarte einfach möglich wäre.

Der große Erfolg von PayPal in Deutschland gegenüber der Marktstellung in Österreich ist dagegen nicht so schnell zu erklären. In beiden Märkten bietet PayPal den sogenannten Käuferschutz. Es ermöglicht damit bei Problemen ebenfalls eine Rückerstattung des Geldes, genauso wie bei einer Kreditkarte. Ein Erfolgsrezept von PayPal ist die enge Zusammenarbeit mit Ebay, die in Deutschland viele neue Kunden gebracht hat. Doch auch ansonsten ist die Zahlung per PayPal im Online-Handel auf Grund der hohen Sicherheit und der großen Praktikabilität bei den Deutschen sehr beliebt, kurioserweise bei den Österreichern dagegen weniger. Beim Thema Kreditkarten sind die Deutschen generell etwas rückständig. Das zeigt sich nicht nur bei der Anzahl der ausgegebenen Karten, sondern eben auch beim Marktanteil im Online-Handel.

Richtige Zahlungsweise im Internet ist entscheidend

Dennoch sollten Sie sich vor jeder Bestellung im Online-Handel konkrete Gedanken um die Zahlungsweise machen. Die richtige Wahl ist hier von entscheidender Bedeutung, da Sie mit manchen Zahlungsoptionen ein deutlich größeres Risiko eingehen. Grundsätzlich sollte immer der Grundsatz gelten, dass Sie entweder bezahlen, nachdem Sie die Ware gesehen haben oder aber eine Möglichkeit zur Rückholung des Geldes haben. Sofern dies nicht gegeben ist, haben Sie nur wenig Handhabe, wenn ein Händler Ihnen die Ware gar nicht oder beschädigt liefert. Gerade deshalb raten wir Ihnen im Internet von der Zahlung per Vorkasse oder Sofortüberweisung ab.

Stattdessen sollten Sie eine Zahlungsweise wählen, bei der Sie selbst alles in der Hand haben. Die Zahlung per Rechnung ist hier sicherlich das Idealbeispiel. Wenn Sie diese Zahlungsart wählen, müssen Sie erst nach Erhalt und Ansicht der Ware bezahlen. Damit gehen Sie kein Risiko ein. Die Zahlung per Rechnung wird auf Grund des großen Risikos für Händler allerdings nicht immer angeboten. Besonders Neukunden sind von dieser Zahlungsoption oft ausgeschlossen. Auch eine schwache Bonität kann ein Grund für einen Ausschluss von der Zahlungsmöglichkeit per Kreditkarte sein. Als Alternative bieten sich deshalb PayPal oder die Zahlung per Kreditkarte an. Dabei können Sie zumindest schnell wieder an Ihr Geld kommen, wenn Sie ein Anbieter über den Tisch ziehen will oder sich bei einer beschädigten oder falschen Lieferung nicht kooperativ zeigt.

Interessant ist das besonders, weil die Nutzung von PayPal inklusive des Käuferschutzes im Internet für Sie als Kunden kostenlos ist. Im Kreditkartenvergleich finden Sie außerdem eine Vielzahl an kostenlosen Kreditkarten, sodass auch Sie in Kürze – genauso wie die meisten Österreicher – sicher, einfach und schnell im Internet bezahlen können.