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Sorgen Gebührensenkungen für das Ende der kostenlosen Kreditkarte?

21.12.2014

Die Europäische Union macht Ernst. Die Gebühren für Kreditkartenzahlungen sollen im Laufe des nächsten Jahres auf ein Maximum von 0,3 Prozent sinken. Profitieren sollen davon Händler und Kunden, die dadurch weniger an Visa, MasterCard und Co abführen. Doch könnte es auch Nachteile geben? Werden kostenlose Kreditkarten eventuell sogar vom Markt verschwinden?

Nicht jeder sieht nur Vorteile bei der Begrenzung von Kreditkartengebühren. 0,3 Prozent – auf so viel will die Europäische Union die Interchange-Fee (die Gebühr, die ein Händler für eine Kreditkartenzahlung abführen muss) begrenzen. Das bedeutet, dass bei einer Zahlung von 100 Euro nur noch 30 Cent an den Kreditkartenkonzern gehen. Im Moment werden bei Zahlungen mit gebührenpflichtigen und kostenlosen Kreditkarten zumeist etwa ein Prozent, also durchschnittlich ein Euro bei einer Zahlung von 100 Euro, abgeführt. Doch welche Auswirkungen hat die Begrenzung wirklich? Und wie reagieren die Kreditkartenfirmen?

Kunden sollen von Preissenkungen profitieren

Durch die Begrenzung, so hofft die Europäische Union, werden auch die Kunden profitieren. Grundsätzlich sinken zwar nur die Gebühren, die Händler für eine Kreditkartenzahlung abführen müssen. Im Weiteren wird allerdings erwartet, dass die Händler dafür auch die Preise für ihre Produkte senken. Am Ende zielt die Senkung der Gebühren also darauf ab, dass die Kunden profitieren. Experten allerdings zweifeln, ob Händler wirklich die Preise senken und sich nicht nur über größere Gewinne als bisher freuen. Von einer Zahlung mit einer gebührenpflichtigen oder kostenlosen Kreditkarte profitieren Händler bislang kaum, immerhin müssen sie bei der Kreditkartenzahlung deutlich mehr abführen als bei allen anderen Zahlungsmethoden.

Kreditkartenbanken brauchen andere Einnahmequellen

Durch die Gebührensenkung verlieren nun allerdings andere Spieler auf dem Markt. So etwa die Kreditkartenbanken, die zwischen Visa und MasterCard auf der einen Seite und dem Kunden auf der anderen Seite stehen. Kostenlose Kreditkarten lohnen sich bisher insbesondere dadurch, dass bei Zahlungen vernünftige Gebühren anfallen, mit der die Ausgabe von Kreditkarten finanziert wird. Fallen diese weg, brauchen Kreditkartenbanken andere Einnahmequellen. Möglich erscheinen hier verschiedene Szenarien, etwa eine Erhöhung der Abhebegebühren oder der Auslandseinsatzgebühren. Auch Vorteile, etwa Bonusprogramme oder Rückvergütungsvorteile, könnten bei einigen gebührenfreien Kreditkarten wegfallen. Am Ende könnte es für manche Kunden also extrem ungünstig laufen. Sollten die Preise zum einen nicht fallen und die Vorteile bei kostenlosen Kreditkarten zum anderen wegfallen, profitieren am Ende nur die Händler und eben nicht die Kunden.

Das Ende der kostenlosen Kreditkarten?

Manch ein Experte sieht sogar das Ende der kostenlosen Kreditkarten kommen. Mit so geringen Gebühren eine kostenlose Kreditkarte? Kaum möglich. Das allerdings ist nur die halbe Wahrheit, denn bei kostenfreien Kreditkarten von Visa und MasterCard werden meist auch aus anderen Bereichen Einnahmen generiert – etwa bei Abhebungen am Geldautomaten oder eben beim Einsatz im Ausland. Nicht zu vergessen ist auch die Teilzahlungsoption, von der nicht nur Kunden, sondern auch die Kreditkartenbanken profitieren. Ein Ende der kostenlosen Kreditkarten ist also wohl auch bei einer drastischen Senkung wie der, welche die Europäische Union wohl durchdrücken wird, nicht absehbar. Wer dennoch vor und nach Weihnachten noch einmal von den höheren Gebühren „profitieren“ will, der sollte sich die Deutschland-Kreditkarte genau ansehen. Bei dieser gibt es bis Ende Februar einen Sonderbonus in Höhe einer Rückvergütung von 0,5 Prozent für jede Zahlung.

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