Warum zögern die Deutschen bei Kreditkarten?

25.06.2018
Warum zögern die Deutschen bei Kreditkarten?

Auch wenn jeder Dritte in Deutschland eine Kreditkarte hat, kommt diese nur bei jeder 67. Zahlung zum Einsatz – wie kann das sein?

Die Entwicklung auf dem Kreditkartenmarkt wird von den beiden US-Riesen Visa und Mastercard als positiv beschrieben – auch in Deutschland. Doch ist dem tatsächlich so oder machen sich die Kartenkonzerne etwas vor? Hierzulande wurden in den vergangenen Jahren zwar deutlich mehr Kreditkarten ausgegeben. Die Zahl der Transaktionen krebst weiterhin auf einem niedrigen Niveau vor sich hin. Obwohl kostenlose Kreditkarten beim Bezahlen relevante Vorteile versprechen, setzen die meisten Deutschen doch lieber auf andere Zahlungsmittel. Woran liegt das und warum nutzen die Deutschen lieber Bargeld und Girocard?

Unser Tipp für Sie!

Barclaycard Visa
+ 50 € Startguthaben*
Barclaycard Visa
- 0 € Jahresgebühr
- 0 € Gebühr beim Geldabheben weltweit
- 0 € Gebühr beim Bezahlen weltweit
- Vollständig digitaler Antrag
- Rückzahlung wie es Ihnen passt
- Ratenkauf als Extra-Option möglich
Ich möchte mehr erfahren
* Das Startguthaben erhälst du ca. 8 Wochen nach dem ersten Karteneinsatz als Gutschrift auf Ihr Kreditkarten-Konto. Voraussetzung hierfür ist, die Karte innerhalb von 4 Wochen nach Erhalt einzusetzen. Das Angebot gilt ausschließlich für Neukunden. Barclaycard behält sich vor, das Angebot zu ändern oder zu beenden.

Kreditkarte kommt kaum zum Einsatz

rote-blaue-kreditkarten-klein

Während die Kreditkarte jenseits des Atlantiks den Zahlungsmarkt dominiert, sieht die Welt in Europa und besonders in Deutschland anders aus. Das gilt vor allem beim Einsatz im Alltag. In den Vereinigten Staaten von Amerika bezahlen die Verbraucher quasi alles mit ihrer Kreditkarte. Egal, ob es um Zahlungen im Einzelhandel, im Supermarkt oder im Internet geht – es wird jedes Mal die Kreditkarte gezückt. Die meisten Deutschen nutzen sie eher selten. Das gilt selbst für diejenigen, die eine Kreditkarte im Portemonnaie haben. Experten sehen den seltenen Einsatz der Kreditkarte im Alltag allen voran dadurch begründet, dass es hierzulande auch die Girocard gibt.

Die Kreditkarte hat es nach Meinung von Experten sehr schwer, sich gegen die Girokarte durchzusetzen. Die Begründung dafür lässt sich schnell finden. Zum einen ist sie in Deutschland so etwas wie ein Standardprodukt und im Prinzip jedem Verbraucher ein Begriff (noch als EC-Karte). Viele haben sich daran gewöhnt und denken nicht über einen Wechsel. Warum sollten sie auch? Zum anderen ist die Girocard nämlich bei fast allen deutschen Banken auch kostenlos. Selbst da, wo das Girokonto seit Jahren wieder Geld kostet, fällt für die Girokarte oft keine zusätzliche Gebühr an. Gleichzeitig erheben viele Filialbanken eine Gebühr für eine Kreditkarte.

aldi-sued-kasse

Dass sich die Verbraucher bei dieser Ausgangslage häufiger für die Girokarte entscheiden, sollte nicht überraschen. Bei Einkäufen im Supermarkt oder bei der Zahlung an der Tankstelle ergibt sich zwischen Giro- und Kreditkarte eben auch kaum ein echter Unterschied. Karte in das Gerät stecken, PIN eingeben, fertig. Das gilt meist für beide Zahlungsweisen. Warum also sollten die Verbraucher zu einer teils teureren Kreditkarte wechseln, wenn sie ebenso mit der Girokarte bezahlen können.

Girokarten-Akzeptanz ist höher

espresso-bezahlen-girocard

Doch das ist noch nicht einmal alles, denn die Kreditkarte hat noch einen weiteren Nachteil: Sie wird seltener akzeptiert als die Girocard. Obwohl fast allen Deutschen das Logo von Visa und Mastercard bekannt ist, sehen sie es seltener als man annehmen mag. Das liegt ebenso daran, dass die Statistik rund um Akzeptanzstellen ein wenig lügt. Der Unterschied zwischen der Akzeptanz von Girokarten und Kreditkarten sieht auf den ersten Blick nämlich gar nicht groß aus. Das liegt daran, dass zahlreiche Ketten mittlerweile die Zahlung mit Kreditkarten akzeptiert. Das gilt etwa für die Tankstellenketten Aral und Shell, die Supermärkte Rewe und Aldi oder auch Baumärkte wie Obi. Da diese Ketten sehr viele Filialen haben, fällt statistisch nicht allzu stark ins Gewicht, dass kleinere Einzelhändler nur selten Kreditkarten akzeptieren – besonders in ländlich geprägten Gegenden.

Während man mit der Kreditkarte also bei größeren Ketten heutzutage meist problemlos bezahlen kann, ergeben sich bei kleineren Händlern im Alltag doch noch Probleme. Gerade wer nicht in einer Großstadt wohnt, kann keineswegs überall mit einer Kreditkarte bezahlen. Das ist ein größeres Problem, als man im ersten Moment vermuten mag. Während man mit einer Girokarte und ohne Bargeld aus dem Haus gehen kann, ist das nur mit einer Kreditkarte kaum möglich. Irgendwo stößt man auf Akzeptanzprobleme und muss entsprechend immer ein alternatives Zahlungsmittel parat haben. Das schränkt die Flexibilität enorm ein und sorgt dafür, dass der Komfort einer Girocard als schlichtweg deutlich höher wahrgenommen wird. Die Girokarte wird so schnell zum Zahlungsmittel für alle Fälle, während die Kreditkarte im Alltag nicht an die Bedeutung des alternativen Plastikgeldes herankommt.

logos-mastercard-visa

Verstärkt wird dieser Eindruck für Verbraucher meist noch dadurch, dass selbst Händler, die beide Zahlungsmittel akzeptieren, lieber eine Girokarte akzeptieren. Fragt man nach, ob die Giro- oder die Kreditkarte lieber ist, sagt kaum ein Händler „egal“ oder gar „Visa“ oder „Mastercard“. Vielmehr fällt als Antwort fast immer „Girokarte“. Das liegt schlichtweg daran, dass die Händler weiterhin niedrigere Gebühren bezahlen müssen, wenn ein Verbraucher mit einer Girokarte bezahlt. Zwar sorgt eine recht junge EU-Verordnung dafür, dass bei Kreditkarten maximal noch Gebühren von 0,3 Prozent anfallen dürfen. Doch bei der Girokarte sind es nur 0,2 Prozent. Dazu kommt, dass bei Kartenkonzernen für die Händler teilweise zusätzliche Gebühren zukommen. Diese Unterschiede sind auch dafür verantwortlich, dass die Akzeptanz von Kreditkarte weiterhin schlechter ist.

Kreditkarten können sich lohnen

kreditkartenstapel

Dass mehr als 33 Millionen Deutsche auf eine Kreditkarte setzen, liegt nicht gerade am Einsatz der Karte im Alltag. Vielmehr begründen sie die Beantragung einer Kreditkarte oft dadurch, dass sie gerne auch im Ausland flexibel bezahlen möchten. Hier wird die reine Girocard gar nicht oder nur eingeschränkt akzeptiert, weswegen die Kreditkarte hier in den Vordergrund gerät. Dazu kommt, dass eine Kreditkarte ebenso zur Zahlung im Internet verwendet werden kann. Für die Kartenkonzerne ist der aktuell stark wachsende Online-Handel deshalb eine große Hoffnung. Doch hier deuten sich Probleme an, denn der Marktanteil der Kreditkarte ist im Internet vergleichsweise gering. Die Deutschen zahlen hier deutlich lieber per Rechnung, Lastschrift oder PayPal.

Das mag überraschen, denn Verbraucher können von Kreditkarten nicht nur auf Reisen, sondern auch im Alltag stark profitieren. Damit dies wirklich der Fall ist, sollte man allerdings lieber nicht auf die Kreditkarte der Hausbank setzen, sondern stattdessen eine kostenlose Kreditkarte beantragen. Eine solche ist nicht nur kostenfrei, sondern bringt Ihnen oft zusätzliche Vorteile. Wer erst einmal eine passende Karte hat, merkt schnell, dass der Einsatz der Kreditkarte im Alltag zumindest für Verbraucher nur Vorteile hat.

Bildquellen:

Mann übrlegt: Stockyimages | Dreamstime.com
rote und blaue Kreditkarten: Neirfy | Dreamstime.com
Bezahlen an der Kasse: unternehmen.aldi-sued.de
Girocard: girocard.eu
Logos: Mastercard
Kreditkarten-Stapel: eigene