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Weltsparen.de gerät in die Kritik

16.07.2014

Die Internetplattform Weltsparen.de hat in den letzten Wochen viel Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Gründer Tamaz Georgadze, ehemals als Unternehmensberater tätig, und sein Team haben Festgeldkonten bei europäischen Banken vermittelt. Gleich bei zwei Instituten gab es schon wenige Wochen später große Probleme – von einer Pleite sind diese dennoch weit entfernt.

Der Aufschrei war auch in Deutschland groß, als bekannt wurde, dass die bulgarische Fibank Probleme hätte, Kunden im eigenen Land Geld auszuzahlen. Es bildeten sich in Sofia und anderen großen Städten des Landes lange Schlangen, die Bilder erinnerten an die Finanzkrise. Und dennoch war es eigentlich viel Wirbel um nichts, denn die Fibank wurde Opfer einer Cyberattacke. Die Probleme der Bank erwiesen sich als wenig gravierend, die Sparer erhielten ihr Geld nach einigen Tagen auf Wunsch sofort ausbezahlt. Auch die Regierung Bulgariens sprang ein, sodass überhaupt kein Zweifel daran aufkam, dass die Fibank weiterhin liquide ist.

Der nächste Schock in Portugal

Eine bittere Ironie für Weltsparen.de, das ein attraktiv verzinstes Girokonto bei Fibank angeboten hatte, war, dass auch die Banco Espirito Santo (BES) nur wenige Tage später ebenfalls als Wackelkandidat gehandelt wurde. Die portugiesische Bank hatte bei der deutschen Plattform ebenfalls mit einem ordentlich verzinsten Festgeldkonto geworben, mehr als zwei Prozent wurden ausgelobt. Zahlungsschwierigkeiten der prominenten Gründerfamilie, die ein wahres Firmenimperium aufgebaut hat, sorgten für einen Absturz des Aktienkurses der BES, die eine der größten Banken in Portugal ist. Dennoch scheint das Geld der Sparer auch in diesem Fall nicht gefährdet zu sein, denn sowohl der Staat als auch die Bank machten deutlich, dass genügend Eigenkapital zur Verfügung stehe, um gewillten Anlegern ihr Geld auszubezahlen.

Schlechter Start für deutsche Plattform

In einigen Wochen werden die Namen Fibank und BES wohl nur noch eine Randnotiz in den Nachrichten sein. Weltsparen.de hat dennoch gelitten. Die Plattform, die erst vor einem Jahr an den Start ging, hat Festgeldkonten bei drei Banken vermittelt. Eine ist in Bulgarien, eine in Portugal und eine in Norwegen beheimatet. Einzig die BN Bank, eine Direktbank aus Trondheim, ist bislang von einer öffentlichen Blamage verschont geblieben. Dass der Ruf von Weltsparen.de dennoch gelitten hat, lässt sich kaum bestreiten. Allerdings sollte Kritik für die Plattform sehr vorsichtig kundgetan werden, denn alle Kunden von Weltsparen.de, die über die Plattform ein Konto bei der Fibank oder der BES eröffnet haben, bekamen ihr Geld auf Wunsch innerhalb weniger Tage zurück. Verluste hat entsprechend niemand gemacht.

Sicherheit durch den Einlagensicherungsfonds

Weltsparen.de hat sich in den Krisentagen auch immer wieder darauf berufen, dass alle Anlagen vom europäischen Einlagensicherungsfonds geschützt sind. Bis zu 100.000 Euro können Sparer bei europäischen Banken anlegen, ohne ein Risiko zu haben, das Geld zu verlieren. Sollte ein Institut Pleite gehen, springt der nationale Fonds ein und bezahlt die Sparer aus – so zumindest die Theorie. Bislang gab es allerdings keinen Fall, in dem der Fonds hätte greifen müssen. Wie die Abwicklung im Ernstfall also läuft, weiß niemand. Weltsparen-Gründer Georgadze will dennoch weiterhin auf die europäischen Banken setzen und in Kürze sogar expandieren. Dann gibt es nicht mehr nur Anlagen in Bulgarien, Norwegen und Portugal, sondern auch in Großbritannien und Italien.

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