Google Pay: Die Revolution bleibt aus

14.08.2018
Google Pay: Die Revolution bleibt aus

Google Pay ist in Deutschland verfügbar und soll direkt eine Revolution auslösen. Doch ist der mobile Bezahldienst tatsächlich so innovativ wie angekündigt und so disruptiv wie befürchtet?

Das mobile Bezahlen kommt in Deutschland nicht sonderlich schnell voran wie anderswo. Die Deutschen bezahlen im Normalfall noch immer über ganz klassische Weg: Bargeld oder sie stecken die Karte ins Lesegerät. Das kontaktlose Bezahlen per NFC mithilfe einer kostenlosen Kreditkarte hat zuletzt zwar an Beliebtheit gewonnen, hat aber noch Potenzial. In anderen Ländern ist Near Field Communication (NFC) schon deutlich weiter und kommt bei einer Vielzahl der Kartenzahlungen zum Einsatz. Das liegt auch daran, dass hier meist schon Zahlungen mit dem Smartphone möglich sind. Seit Ende Juni ist dies dank Google Pay nun auch in Deutschland möglich. Die Revolution ist aber kleiner als man denken mag.

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Google Pay bei ausgewählten Banken nutzbar

comdirect-visa-kreditkarteGoogle kooperiert zum Marktstart mit ein paar Banken. Der mobile Bezahldienst ist unter anderem mit den folgenden kostenlosen Kreditkarten nutzbar:

Ob und wann Google weitere Partner gewinnen kann, ist bislang noch unklar. Fest steht allerdings, dass dies deutlich schwieriger wird, als in vielen anderen Ländern. In Deutschland stehen die Banken dem US-Riesen offensichtlich durchaus kritisch gegenüber.

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Die Sparkassen sowie Volks- und Raiffeisenbanken haben Google Pay bereits eine Absage erteilt. Stattdessen haben sie einen eigenen Bezahldienst gestartet. Ob andere große deutsche Banken zukünftig mit Google zusammenarbeiten werden, ist aktuell noch offen.

So schnell wird Google den Markt in Deutschland wohl nicht erobern. Denn von der Gesamtzahl der Kreditkarteninhaber kann nur ein kleiner Bruchteil den neuen Zahlungsdienst nutzen. Nicht nur die Direktbanken sowie Filialbanken in Deutschland sind bezüglich Google Pay bislang noch zurückhaltend. Auch die Kreditkartenbanken wollen noch nicht so recht. Weder American Express noch größere Anbieter wie Barclaycard arbeiten bislang mit dem US-Konzern zusammen. Die Vielzahl der kostenlosen Kreditkarten ist bislang noch nicht in Verbindung mit Google Pay nutzbar. Entsprechend bleibt der Dienst vorerst wohl ein Spartenprodukt.

Konkurrenz lässt auf sich warten

Gleichzeitig ist weiterhin keine echte Konkurrenz vorhanden. Apple Pay ist zwar weltweit vor dem Dienst von Google gestartet. Der Konkurrenz-Service ist aber noch nicht in Deutschland verfügbar. Andere Wallet-Lösungen, die sich in Deutschland in den vergangenen Jahren auf dem Markt versucht haben, sind entweder bereits wieder verschwunden oder spielen schlichtweg keine Rolle.

Google verzichtet auf Gebühren für Zahlungen

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Dass Google überhaupt zuerst in Deutschland mit seinem Zahlungsdienst gestartet ist, liegt allen voran an dem Verzicht auf Gebühren. Anders als Apple möchte Google nämlich kein Geld für die Nutzung seines Dienstes. Das heißt konkret: Partner bezahlen keinen Cent an den US-Riesen, wenn Endkunden eine Zahlung über den Bezahldienst tätigen. Sie streichen auch weiterhin die gesamten Transaktionsgebühren ein und profitieren auf den ersten Blick ausschließlich von der Zusammenarbeit. Apple dagegen möchte von dem in der Europäischen Union sowieso sehr kleinen Kuchen (die Gebühren sind auf maximal 0,3 Prozent begrenzt) auch noch einen Teil abhaben. Für die meisten Banken kommt eine Zusammenarbeit deshalb nicht in Frage.

Dass Google trotz eines Verzichts auf Gebühren ebenfalls keine Revolution auf dem Zahlungsmarkt gelingen mag, hat verschiedene Gründe. Allen voran liegt dies daran, dass die deutschen Banken bezüglich der US-Dienste schon seit jeher zurückhaltend sind. Die Banken haben das Gefühl, ihre Stellung auf dem Markt verlieren zu können, wenn Google & Co stärker in den deutschen Zahlungsmarkt eingreifen. Hinzu kommt, dass auch die Zurückhaltung der deutschen Kunden die Banken darin bestärkt, dass Wallet-Lösungen wie Google Pay gar nicht so relevant sind. Ob dem wirklich so ist, wird sich zeigen – anderswo spielt das mobile Bezahlen mit dem Smartphone bereits eine wichtige Rolle.

Doch was ist eigentlich für Google drin? Geld verdienen lässt sich mit der neuen Bezahllösung auf den ersten Blick offensichtlich nicht. Auch Daten sammelt Google mit seiner neuen Wallet kaum, einzig das sogenannte „rich receipt“ wird verwendet. Auf diesem findet man nur die Transaktionssumme, den Namen des Händlers, die Uhrzeit und den Ort – keine allzu aussagekräftigen Aussagen. Doch was Google will, ist scheinbar etwas anderes: Einfach hinterlegte Zahlungsdaten, mit denen Kunden dann schnell und einfach bei anderen Google Services bezahlen können, etwa im App Store oder für die Bestellung von Essen oder einem Taxi. 

Bildquellen:

Google-Bilder: Google
Kreditkarte: eigene
Apple Pay und Visa: visa.de