Kostenfallen von Kreditkarte umgehen

13.03.2018
Kostenfallen von Kreditkarte umgehen

Kostenlose Kreditkarten kommen grundsätzlich ohne Jahresgebühren daher. Das stimmt zwar, doch gibt es bei diesen Karten auch finanzielle Risiken?

Kaum ein Finanzprodukt hat in den vergangenen Jahren einen vergleichbaren Aufschwung wie kostenlose Kreditkarten erlebt. Egal ob sie Deutschland-Kreditkarte, 1plus Visa Card oder Barclaycard New Visa heißen – kostenlose Kreditkarten gibt es in Deutschland mittlerweile fast schon wie Sand am Meer. Dabei sollten Verbraucher aber nicht aus den Augen verlieren, dass nicht alle kostenfreien Kreditkarten gleich gut sind. Auch im Jahr 2018 zeigen sich weiterhin große Unterschiede, die am Ende des Jahres einen finanziellen Unterschied im mehrstelligen Bereich ausmachen können. Doch wo liegt die Wahrheit und sind kostenlose Kreditkarten teilweise wirklich eine Kostenfalle?

Der Begriff „kostenlos“ bezeichnet nur die Jahresgebühr

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Rund um kostenlose Kreditkarten sollte Ihnen bekannt sein, dass es bei dem Begriff allen voran und hauptsächlich um die Jahresgebühr geht. Alle Kreditkarten ohne Jahresgebühr werden von den Anbietern als kostenlose Kreditkarten bezeichnet. Dieser Begriff wird dabei gemeinhin nur dann verwendet, wenn es sich um eine Karte handelt, die langfristig – also etwa nicht nur im ersten Jahr – komplett kostenfrei ist. Darüber hinaus spricht man meist nur dann von einer kostenlosen Kreditkarte, wenn diese ohne Einschränkungen gebührenfrei ist. Eine Jahresgebühr bei einer kostenfreien Kreditkarte sollte also unabhängig von einem möglichen Jahresumsatz oder der Zahl der Transaktionen nicht anfallen.

Doch auch wenn bei kostenlosen Kreditkarten alles nach einem Finanzprodukt klingt, das für Sie wirklich kostenlos ist, sollten Sie immer die Augen offen haben. Denn bei einigen sollten Sie ins Kleingedruckte schauen. Der Grund dafür ist relativ einfach: Viele Verbraucher gehen wirklich davon aus, dass bei kostenlosen Kreditkarten an keiner Stelle Gebühren anfallen. Kostenlos ist in den meisten Fällen aber einzig und allein die Jahresgebühr. In vielen anderen Bereichen werden Gebühren erhoben, die durchaus eine große Rolle spielen können. Eine kostenlose Kreditkarte ist für Sie also nur dann kostenlos, wenn Sie diese richtig nutzen.

Gebühren können im Ausland anfallen

Auch wenn kostenlose Kreditkarten in dieser Hinsicht keineswegs allein sind, lohnt besonders ein Hinweis auf zwei häufig vorkommende Gebühren. Konkret geht es um diese beiden Gebühren:

  • Abhebegebühren im In- und Ausland
  • Fremdwährungsgebühren (außerhalb der Euro-Zone)

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Vielen Verbrauchern ist zum Beispiel nicht bekannt, wie teuer eine Abhebung mit einer Kreditkarte ist. Das liegt auch daran, dass die meisten Anbieter von Kreditkarten die Gebühren nicht gerade offen kommunizieren. Zwar gilt dabei, dass kostenlose Kreditkarten nicht generell mit höheren Gebühren daherkommen als kostenpflichtige Karten. Das heißt aber nicht, dass man die Gebühren nicht kennen sollte. Bei Kreditkarten können für eine Abhebung zwischen 2 und 5 Prozent anfallen, dazu kommt teilweise ein pauschaler Mindestbetrag von 4 bis 8 Euro pro Transaktion. Diese Gebühren gelten meist sowohl im In- als auch im Ausland. Um diese Gebühren zu umgehen, sollten Sie konkret auf die richtige Kreditkarte setzen: Die Barclaycard New Visa zum Beispiel erlaubt bedingungslos kostenfreie Abhebungen in Deutschland, mit der Santander 1plus Visa Card heben Sie sogar weltweit kostenlos Bargeld ab.

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Neben der Abhebegebühr spielt auch die sogenannte Fremdwährungsgebühr eine Rolle. Diese Gebühr fällt immer dann an, wenn Sie eine Zahlung in einer anderen Währung als dem Euro durchführen. Wenn Sie also beispielsweise in US-Dollar oder Thai Baht bezahlen, müssen Sie mit dieser zusätzlichen Gebühr rechnen. Diese liegt bei fast allen Kreditkarten (übrigens auch bei vielen Girokarten) in Deutschland bei 1,5 bis 2 Prozent. Sofern Sie nur geringe Umsätze in anderen Währungen haben, spielt dies nur eine untergeordnete Rolle. Bei einer Zahlung von umgerechnet 100 Euro würden Sie zum Beispiel nur 1,50 bis 2 Euro bezahlen. Sofern Sie dagegen 1.000 Euro in Fremdwährungen umsetzen, sprechen wir bereits von 15 bis 20 Euro. Sollten Ihre Umsätze in Fremdwährungen noch höher sein, sollten Sie unbedingt auf eine passende Kreditkarte setzen. Hierfür bieten sich allerdings einige kostenlose Kreditkarten an. Mit gewissen Bedingungen entfällt die Fremdwährungsgebühr, zum Beispiel bei der DKB Visa Card. Dasselbe gilt auch für die Gebührenfrei Mastercard Gold.

Grundsätzlich lässt sich zusammenfassen, dass Sie Abhebe- und Fremdwährungsgebühren unbedingt im Blick haben sollten. Diese sind aber nicht grundsätzlich eine Kostenfalle von kostenlosen Kreditkarten. Vielmehr können diese Gebühren ebenso bei normalen Giro- und kostenpflichtigen Kreditkarten anfallen. Statt hier eine Kostenfalle zu sehen, sollten Sie im Kreditkartenvergleich einfach konkret nach einer kostenlosen Kreditkarte ohne diese suchen.

Die Gefahren der Teilzahlungsoption bedenken

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Eine weitere potenzielle Gefahr ist die sogenannte Teilzahlungsoption. Diese ist auch in der Tat alles andere als ungefährlich: wenn Sie bei der Rückzahlung Ihrer Kreditkarte generell in Raten bezahlen, wird es schnell teuer. Bei einigen Anbietern fallen hierfür Zinsen von bis zu 20 Prozent pro Jahr an. Durch den Zinseszins können Ihre Schulden bei der Teilzahlungsoption schnell ansteigen, sodass sich hier eine echte Gefahr ergibt. Diese ist teilweise sogar noch größer als beim Dispositionskredit, da die Zinsen höher sind und Ihnen die roten Zahlen weniger deutlich auffallen.

Grundsätzlich gilt aber auch rund um die Teilzahlungsoption, dass es sich um kein isoliertes Problem handelt, das per se mit einer kostenlosen Kreditkarte zu tun hat. Bei einigen kostenpflichtigen Karten kommt es diese Option ebenfalls vor. Darüber hinaus können Sie bei den meisten kostenlosen Kreditkarten problemlos beim Antrag oder nach Erhalt der Karte auf eine Vollzahlung umstellen. In diesem Fall haben Sie alles in der Hand und können die Teilzahlung und das damit verbundene Risiko grundsätzlich verhindern. Es gibt sogar kostenlose Kreditkarten, bei denen die Teilzahlung überhaupt nicht angeboten wird. Das gilt zum Beispiel für die DKB Visa Card.

Zusammenfassend lässt sich sagen: Diese sogenannten "Gefahren" kostenloser Kreditkarten treffen nur zum Teil zu. Es gibt tatsächlich einige Kostenfallen, die Ihnen bekannt sein sollten. Durch die Wahl der richtigen Kreditkarte im Kreditkartenvergleich und einen Verzicht auf die Teilzahlungsoption können Sie alle Risiken aber geschickt umschiffen.

Bildquellen:

Kreditkartenstapel: Steve Woods, stock.xchng
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Dollar und Kugelschreiber: Dreamstime - Anatoliy Babiychuk
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